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Der Umstrukturierungsprozess städtischer Wohngebiete, besser bekannt als Gentrification oder Gentrifizierung, ist mal wieder im Fokus- mal sehen für wie lange dieses mal. Updates in den letzten Tagen dazu aus Frankfurt, München und Berlin.

München: Am 24.Mai berichtete die Abendzeitung München in Wahnmoching lebt: Leben wie ein Fürst in Schwabing über die Website der Goldgrund Immobilien Organisation. Hier wird u.a. mit Slogans wie „Gentle fication“, „E=mc², Glück = qm²“, par excellence um die Gunst gut betuchter Interessenten geworben und weiß sich mit einem exklusiven Portfolio in Szene zu setzen:

  • „Abends ist auf un­serer streng privaten Freiheits-Plaza jederzeit ein Tisch für Sie und Ihre Lieben reserviert. Von dort aus können Sie die pulsierende City in Cinemascope genießen, ohne dass diese Ihnen je zu nahe käme.“
  • „Durch separate Eingänge ist für die eigentlichen Bewohner und unser diskretes Facility & Subsistence Management ein Maximum an Privatheit und Sicherheit gewährleistet.“
  • „Sie leben direkt neben der Leopoldstraße und hören dabei nur das Plätschern geschmackvoller Wasserspiele. Sie sind stolzer Citoyen einer quirligen Metropole und zugleich Bewohner einer edlen Luxusoase.“

Das Ganze ist natürlich nur ein Fake, aber weil im München der Luxusklasse offenbar vieles möglich zu sein scheint, hat es um die Echtheit dieser Onlinepräsenz tatsächlich Diskussionen gegeben. Meines Erachtens ein glasklares Zeichen dafür, das dort bezüglich Wohnungsbau und Preisstruktur einiges im Argen liegt. Um es freundlich zu formulieren.

Frankfurt: Die Frankfurter Rundschau widmete am 26.Mai in Gentrifizierung: Wem gehört Frankfurt? dem Thema immerhin ganze drei (Online-)Seiten. In diesen drei Seiten erfährt man jedoch nichts Neues über die Gentrifizierungsfront in Frankfurt, geschweige denn eine Antwort auf die Frage und der vielsprechenden Beginn mit Hinweis auf die Situation im Frankfurter Westend der 60er Jahre mündet schnell in den allseits bekannten Nordend-Storys der letzten Jahre bis heute um final dann kurz die Geschehnisse um den Kulturcampus in Bockenheim in den Mittelpunkt zu rücken. Wer sich jedoch erstmalig mit diesem Thema konfrontiert sieht, bekommt durchaus einen schnellen Überblick präsentiert. Auch die fehlende Protestkultur „einer Stadt, die sich alle 15 Jahre austauscht“ wird bemängelt- und wer wüsste das besser, als die FR?

Berlin: In der Hauptstadt gibt es seit dem Wochende am Kottbusser Tor („stapf durch die Kotze am Kotti…“, na wer kennt´s noch?) ein Protestcamp. Am 27.Mai berichtet der Gentrification Blog in Berlin: Protestcamp gegen zu hohe Mieten in Kreuzberg über die Initiative der Anwohner, die ihr Anliegen nun auf die Straße bringen und sich hierzu bereits seit dem letzten Jahr organisieren. Das errichtete Camp soll so lange bleiben, bis die Landesregierung eine Lösung für den sozialen Wohnungsbau findet.

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