We have a Mc Donald’s generation of music consumers

In der 22-minütigen Kurz-Doku The Distortion of Sound geht es um die heutigen Hörgewohnheiten der Menschen, die ihre Musik digitalisiert wie noch nie zuvor konsumieren. Auf Musik kann nicht nur überall und jederzeit zugriffen werden, sondern auch ganz schnell, ohne lange Zeit mit dem Spulen eines Bandes zu verschwenden, eine Plattennadel aufzusetzen oder die Scheibe umzudrehen. Ein Klick und der nächste Song läuft. Noch ein Klick und das ganze Album ist angewählt. Und wenn man im nächsten Moment plötzlich auf etwas ganz anderes Lust bekommt: Zugriff auf eine üppige Musikbibliothek. Und das vermutlich auch schon gar nicht mehr von einem Musicplayer, sondern vom Smartphone. Und dann vielleicht noch nicht mal im eigenen Besitz, sondern über einen Streamingdienst ausgeliefert. Hans Zimmer, vielfach prämierter Musikproduzent und Filmkomponist, spricht diesbezüglich trefflicherweise von einer  „Mc Donalds generation of music consumers“.

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All das wird ermöglicht durch die Komprimierung der Musik in Formaten wie z.B. mp3, was sich letztlich sehr stark auf die Klangqualität auswirkt und nicht mehr allzu viel mit dem ursprünglichen Werk, wie es das Tonstudio verließ, gemeinsam hat. Da helfen auch die vermeintlichen Top-Modelle der Smartphone-Hersteller nicht weiter, spendieren diese den sowieso schon massiv komprimierten Sound oftmals auch nur den lappischen 20- 20.000 Hz-Frequenzbereich, da bringen auch Möchtegern Edel-In-Ear-Headsets oder Lifestyle-Bügelkopförer nichts, ausgenommen der Zurschaustellung eines markengeilen Ichs.

In der Doku The Distortion of Sound kommen zu diesem Thema u.a. Saul „Slash“ Hudson, Snoop Dogg, Quincy Jones, Kate Nash, Steve Aoki oder auch der zuvor erwähnte Hans Zimmer zu Wort. All diese Musiker unterschiedlichster Genres beschreiben ihre Leidenschaft zur Musik und was sie alles daran setzen, um einen Song letztlich so klingen zu lassen, wie er am Ende klingt. Die unterschiedliche Klangperformance wird im Video sowohl visuell, als auch klanglich nachvollziehbar dargestellt und ähnelt ein wenig dem Schicksal eines durch die gesamte Produktionskette stets ökö- und fairgetradeten Kaffee aus Guatemala, dem letztlich dann doch nur das Schicksal eines To Go-Getränkes im Pappbecher mit Plastikdeckel zuteil wird.