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Stadt Frankfurt mit 15.000€ Anschubfinanzierung für „Museum on the street“

Bisher unterstütze die Stadt Frankfurt das Museum on the street– Projekt von Guido Zimmermann indem sie den Kontakt zu verschiedenen Gebäudeeigentümern mit entsprechenden Wandflächen herstellte. Jetzt folgt eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 15.000€, Stichwort: Anschubfinanzierung. Aus offiziellen Kreisen heißt es hierzu, dass auf diese Weise sichergestellt wird, dass noch viele weitere Kunstwerke an den Häuserwänden hinzukommen und in Frankfurt mehr Kunst im öffentlichen Raum entsteht. Um wie viele „weitere Kunstwerke“ es sich letztlich genau handelt, ist jedoch nicht bekannt.

Ähnlich der Spendenaktion anlässlich des Standortwechsels von Radio X, als zunächst durch Spenden 12.500€ eingingen und sich anschließend die Stadt Frankfurt mit weiteren 35.000€ daran beteiligte, folgte auch hier den selbst generierten Geldern über das Crowdfunding im Anschluß eine weitere finanzielle Zuwendung seitens der Stadt.

Neben den „mindestens drei große Wänden“, die der Künstler im Rahmen der erfolgreichen Crowdfunding-Initaive versprochen hat, und dabei auch „weitere professionelle Künstler aus der Mural Scene“ in Aussicht stellte, kann nun also mit zusätzlichen Flächen gerechnet werden. Dem Stadtbild tut das optisch auf jeden Fall gut, solche großflächigen Malereien stellen nicht nur eine angenehme Abwechslung dar, sondern sind auch als kulturelle Bereicherung zu betrachten. Ich bin jetzt schon gespannt, wo überall in Frankfurt diese Werke entstehen werden, hoffentlich nicht nur an Orten die größtenteils aus dem Bewusstsein der Bürger verschwunden waren oder von Stadtplanern für eine längere Zeit vernachlässigt wurden. Denn wenn Guido Zimmermann „Die Aufwertung des urbanen Raums durch Wandgemälde“ als weltweiten Trend beschreibt, muss ich zwangsläufig auch an den kürzlich erschienenen Artikel im „IHK WirtschaftsForum“- Magazin (Seite 12) denken, wo eine Studie zu Frankfurt RheinMain 2030 mit den Worten „In Frankfurt RheinMain müssen die Wachstumspotenziale des urbanen Raums erschlossen werden, um international wettbewerbsfähig zu bleiben“ eingeleitet wird. Man kann sich also ein weiteres Mal fragen, inwiefern denn hier eigentlich Kunst der Kunst wegen – und nicht weil sie eine Funktion erfüllt – unterstützt wird.