Das „Neue Frankfurt“ war ein Stadtplanungsprogramm, das zwischen 1925 und 1930 unter Stadtbaurat Ernst May durchgeführt wurde und alle Bereiche der städtischen Gestaltung umfasste, jedoch vor allem durch die Wohnungsbauaktivitäten bekannt wurde.
Im Rahmen dieses Projekts wurden einige Siedlungen gebaut, darunter die „Siedlung Bruchfeldstraße“ im Stadtteil Niederrad. Sie gehörte 1926/27 zu den ersten Siedlungen, die der Architekt und Stadtplaner Ernst May errichtete. Ihr sägezahnartiger Grundriss führte dazu, dass die Siedlung von kleingeistigen Zeitgenossen – wie sie im Kontext der Architektur auch heute noch, nicht nur in Frankfurt am Main, zu vernehmen sind – mit dem albernen Spitznamen „Zickzackhausen“ belegt wurde.
Das vom Urban-Art-Künstler Justus „Cor“ Becker gemalte Mural zeigt nicht nur einen Moment im Leben der Bewohner*innen auf einer Dachterrasse jener Siedlung, es wurde sogar in dieser Gegend, in der Kalmitstraße/Ecke Goldsteinstraße, realisiert. Als Vorlage für dieses Bild diente ihm eine Schwarzweiß-Aufnahme des Fotografen Paul Wolff aus dem Jahr 1927, die er auf einer rund 100 Quadratmeter großen Fläche in Farbe übersetzt und um Teile der Frankfurter Skyline im Hintergrund ergänzt hat.



Rechts von dem Gebäude steht übrigens ein weiteres Haus, das geradezu dazu einlädt, ebenfalls bemalt zu werden.

Ich habe das Originalfoto – Copyright: Institut für Stadtgeschichte Frankfurt – in Photoshop mittels der „Neural Filters“ bearbeitet. Die Funktion „Färben“ erkennt dabei Bildbereiche und interpretiert die Grauwerte, um die passende Farbtönen auszuwählen.
Original:

Koloriert:

Im folgenden Video, das im YouTube-Kanal der ABG Frankfurt Holding veröffentlicht wurde, ist die Fassadengestaltung dokumentiert:
„Zickzackhausen“ – Neues Mural in Niederrad



