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Anziehend militärisch? Camouflage, Uniform und Parka in der Mode

Der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ verantwortet das 14 Podiumsdiskussionen, Vorträge und Filmscreenings umfassende Rahmenprogramm der Ausstellung Unter Waffen. Fire & Forget 2 im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt. Am Dienstag, den 20. September, findet um 19 Uhr die folgende Veranstaltung statt: Anziehend militärisch? Camouflage, Uniform und Parka in der Mode. Das Gespräch geht den ästhetischen, sozialen und emotionalen Dimensionen von Kriegsanleihen in der aktuellen Mode nach. Diskutieren werden Univ.-Prof. Dr. Miloš Vec (Professur für europäische Rechts- und Verfassungsgeschichte der Universität Wien, Exzellenzcluster „Normative Orders“), Prof. Dr. Ingeborg Harms (Professorin für Modetheorie und Kulturwissenschaften an der Universität der Künste Berlin) und Dr. Mahret Kupka (Kuratorin für Mode, Körper und Performatives am Museum Angewandte Kunst).

Camouflage und Anleihen an Uniformen sind schon lange Bestandteil der Alltagskleidung geworden, aber machen wir uns nichts vor: Wer freiwillig Sneaker, Hosen, Shirts, Jacken, Snapbacks oder Rucksäcke, obendrein von vermeintlich angesagten Marken, mit Camouflage-Muster trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren. Geschmackssache? Mitnichten, wenn man Style und Fashion voneinander zu unterscheiden weiß, wenn man sich zu kleiden und nicht zu verkleiden weiß und nicht bei jeder neuen Kollektion zuschlägt, nur um dem Dikat der Modeindustrie zu folgen um einer auf Oberflächligkeit basierten Community anzugehören.

„Wenn die Mode junger Großstädter sich aber zunehmend an Form und Funktionalität zeitgenössischer Kriegspraktiken orientiert, wirft das Fragen auf. Woher kommt das irritierend Anziehende dieses Unisex-Trends? Ist es eine paradoxe Faszination für Gewalt inmitten ziviler Gesellschaften? Geht es um die Signalisierung von Wehrhaftigkeit, möchten sich die TrägerInnen als einzelkämpferische Kriegerfiguren gewanden? Jedenfalls scheint ein irritierender Reiz des Abgründigen in diesen Designs präsent.“ (Museum Angewandte Kunst)