Trotz illustrer Gäste aus der Technohouse-Szene in den ersten Folgen des „Electronic Beats“-Podcasts, überzeugte mich das Format nicht. Von da an verfolgte ich die Sendereihe nur noch beiläufig, weil aber neulich Gabi Delgado zu Gast war, habe ich mal wieder reingehört.

Gabi Delgado ist Sänger, Frontmann und Songwriter der 1978 gegründeten Band DAF (Deutsch Amerikanische Freundschaft). In der Anfangszeit bestand DAF noch aus 5 Mitgliedern, aber schon Anfang der 1980er Jahre war die Besetzung auf Gabi Delgado-López und Robert Görl geschrumpft. Aus dem dritten, 1981 erschienenem Album „Alles ist gut“ stammt ihr bekanntester Song: „Der Mussolini“. Der gebürtige Spanier, der mit acht Jahren wegen politischer Verfolgung seines Vaters nach Deutschland kam, berichtet im Gespräch mit Gesine Kühne u.a. von seiner Unabhängigkeit, seinem Leben als ewiger Autodidakt und von der Entstehungsgeschichte von DAF.

Gabi Delgado über Punk:

„Ich habe Punk musikalisch nie richtig gemocht, muss ich auch mal sagen. Mir haben andere Sachen am Punk gefallen, insbesondere die DIY-Philosophie, das Respektlose, dass man einfach macht, was man will und die Energie auch, die da drin steckt. Allerdings dachte ich schon immer: Komisch, dass eine so frische neue Bewegung sich um das Instrumentarium der Väter versammelt, Bass, Gitarre Schlagzeug. Das fand ich eigentlich unverständlich.“

Gabi Delgado über Inspiration:

„Da gab’s auch viel Einfluss im Ratinger Hof. Von der Düsseldorfer Kunstakademie, die Beuys-Schüler, die eigentlich als Erste die Punks entdeckt haben als Außenseiter […] dann kamen die Werber dazu […] und so entstand eine ganz spezielle Mischung da in Düsseldorf […] das hat sich alles gegenseitig befruchtet. Der Ratinger Hof war ein Ort absoluter Toleranz, ohne dass man das irgendwie postulieren musste, das war einfach so […] Wo jetzt der Place to be wäre, weiß ich nicht, aber ich bin sicher, dass es solche Plätze gibt. Das allerwichtigste ist glaub ich, es müssen Orte absoluter Toleranz sein, weil sonst werden fremde Ideen gar nicht aufgenommen. Es sind immer Mischungen, das Interessante kommt immer aus dem Mix von Kulturen, von Ideen, von Techniken, Herangehensweisen, Weltsichten, da kommt immer das Neue und das Interessante her.“

Gabi Delgado über „Der Mussolini“:

„Der Adolf Hitler, aber auch der Jesus Christus, der Mussolini und der Kommunismus“ – Es geht um die Austauschbarkeit von Ideologien, auch um eine gewisse Lächerlichmachung von so mächtigen Symbolen, dass man diese Denkmäler einfach mal umstösst.“

Electronic Beats Podcast: Gabi Delgado | DAF – Kultstatus

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