Erbaut wurde das Hauptgebäude der heutigen Hochschule für Gestaltung in Offenbach von 1910 bis 1913 durch den damaligen Schulleiter der Technischen Lehranstalten und Architekten Hugo Eberhardt. Der vom Darmstädter Bildhauer Heinrich Jobst erbaute und nach Lederfabrikant, Kommerzienrat und Mäzen Ludo Mayer benannte Brunnen auf dem Schlosshof, auf dem Merkur thront und Pluto an seiner Hand führt, wurde 1917 eingeweiht.
Als ich neulich in Offenbach war, ist mir eine Aktion an der Merkur-Statue aufgefallen. Um diese war ein Handtuch umgewickelt, das gezielt den Genitalbereich verdeckt. Begleitet wurde der Eingriff von einem kleinen Schild mit der Aufschrift „BESTE GRÜSSE. AG – WENIGER PENISSE IN DER ÖFFENTLICHKEIT“*
Denkmäler wie Skulpturen, Statuen oder Brunnenfiguren sind oftmals männlich geprägt und offenbar auch (zu) oft nackt dargestellt, wobei mir in diesem Fall unklar bleibt, ob es tatsächlich nur um die phallische Präsenz („Penisse“) geht oder, quasi stellvertretend, die Dominanz männlicher Akte im öffentlichen Raum hinterfragt werden soll. Generell ist die Frage, wer oder was im öffentlichen Raum wie repräsentiert wird, natürlich allemal interessant.




* Der Text war nicht komplett erkennbar, ich gehe aber von dieser Botschaft aus.



