Shaping Our Urban Phuture (S.O.U.P.)

Kaufhalle, Sportarena, Karstadt Sports, Off The 5th, Dress-For-Less-Outlet – was da nicht schon alles drin war, im großen Gebäude an der Hauptwache. Künftig soll dort aber ein Geschäfts- und Bürohaus mit Läden im Erdgeschoss und zum Stoltzeplatz hin mit Gastronomie errichtet werden, so jedenfalls berichtete es die Frankfurter Rundschau unter Berufung auf das Planungsdezernat vor einigen Tagen. Schade eigentlich.

Doch zunächst wird die rund 4.400 m² große Fläche als Schauplatz für eine dreitägige Veranstaltung zwischengenutzt. Unter dem Motto „Shaping Our Urban Phuture“ (S.O.U.P.) werden vom 9. bis 11. September 2021 über 30 internationale Referentinnen und Referenten aus Politik, Städteplanung, Hochschulen, Communities und Unternehmen sich an der Premiere des neuen Veranstaltungsformats beteiligen und in unterschiedlichen Formaten wie Diskussionen, Workshops, Vorträge, Panels und Online-Live-Streams mit aktuellen Fragestellungen zu urbanem Leben der Zukunft beschäftigen. Nach Angaben der Stadt Frankfurt am Main werden auf der Hauptbühne grundlegende Visionen zur Stadt der Zukunft thematisiert, auf zwei weiteren Bühnen „konkrete Bezüge zu Frankfurt hergestellt und wegweisende Projekte mit weltweitem Mustercharakter präsentiert.“ Der Eintrittspreis liegt bei lol-igen 300 EUR (reduziert 25 EUR für Minderjährige und 100 EUR für Student*innen), aber auch bei einem weniger exklusiven Preisniveau würde ich mich für dieses Event nicht interessieren, was größtenteils an den präsentierten Teilnehmern liegt, als da wären Roland Koch oder auch Markus Frank, der mit dem umstrittenen TAB-Projekt im Bahnhofsviertel schon gemeinsame Sache mit Mitinitiator David Ardinast gemacht hat.

Anders ist das mit der Fassade, die ist – für Werbebung – auf jeden Fall interessant, denn Einkaufsmeile hin oder her, und grundsätzlich mag ich Zeil, so wie sie ist, temporäre Umgestaltungen sollten nicht immer nur auf plumpe XXL-Werbeanner, wie z. B. am Haus mit der Deutschen-Bank-Filiale an der Konstablerwache oder Lichterketten & Co. an Karstadt und Peek & Cloppenburg zur Weihnachtszeit beschränkt sein, bei dem Thema dürfte mittlerweile wesentlich mehr drin sein.

S.O.U.P - Shaping Our Urban Future

Die Partei DIE LINKE interessiert sich derweil für die sehr hohe finanzielle Beteiligung der Stadt Frankfurt am Main.

„Völlig absurd wird es, dass die Stadt 250.000 Euro aus der Tourismusabgabe für dieses „Prestige-Festival“ ausgegeben hat. DIE LINKE. hat stets kritisiert, dass es keine Transparenz darüber gibt, wie die Gelder verwendet werden, es geht hier um mehrere Millionen Euro im Jahr. Wir werden nachhaken, wie hier eine sechsstellige Summe gerechtfertigt wird für einen Debattenraum, der am Ende keinen Widerhall haben wird.“ (Michael Müller, Fraktionsvorsitzender von DIE LINKE. im Römer)