Jahrzehntelang wurde die Arbeit von Streetartkünstler*innen als Vandalismus abgetan, doch seit einiger Zeit wird Streetart von bekannten Künstler*innen aus dem öffentlichen Raum entfernt und bei Auktionshäusern, Galerien und Kunstmessen verkauft. Die Kreativen sind davon nur wenig angetan, sie haben nie solchen Maßnahmen zugestimmt, haben keinen Einfluss darauf, was von ihnen zu solchen Zwecken genutzt wird und werden finanziell nicht beteiligt. Besonders gefragt ist hierbei der Streetartkünstler Banksy, für dessen Werke Millionen gezahlt werden. Der Dokumentarfilm Saving Banky greift dieses Thema auf und führt am Beispiel eines großen Ratten-Graffitis in San Francisco, ein in vielen Ebenen absurdes Szenario im Umgang mit Streetart vor.

Brian Greif: Streetart verschenken

Ausgangspunkt ist der Kunstsammler Brian Greif. Da Bauherren in San Francisco angehalten sind, Graffiti schnell zu entfernen, bemüht er sich intensiv darum, wenigstens das Banksy-Werk im Stadtteil Haight Ashbury zu retten, um es anschließend einem Museum schenken zu können. Doch während er Angebote in hoher 6-stelliger Höhe für das gerettete Banksy-Bild erhält, scheinen Museen an einer Schenkung nicht interessiert.

Stepahn Keszler: Streetart verkaufen

Kunsthändler Stephan Keszler geht einen anderen Weg. Er beschafft sich Werke von Banksy aus dem öffentlichen Raum und verkauft diese. Sein Argument: Streetart-Künstler bringen ihre Werke ungefragt an Gebäuden an, also kann er sich genauso gut darum kümmern, sie von dort zu entfernen – samt Untergrund, auf dem das Werk angebracht wurde, was dann auch schon mal ein 800 kg schweres Stück Mauer sein kann. Für ihn ist das jedenfalls besser, als dass diese Werke von anderen Leuten gecrosst oder von Hauseigentümern gebufft werden.

Saving Banksy – Seit Juni im Streaming bei Netflix (D)

Saving Banksy ist ein sehenswerter Dokumentarfilm, mit vielen Stimmen von anderen Streetart-Künstlerinnen und Künstlern, wie z.B. Anthony Lister (Australien), Ben Eine (England), Blek Le Rat (Frankreich), Doze Green (USA), Hera vom Streetart-Duo Herakut (Deutschland), Niels „Shoe“ Meulman (Niederlande), Revok (USA), Risk (USA) sowie Fotograf Glen E. Friedman (USA). Saving Banky ist seit Anfang Juni 2017 beim Streamingdienst Netflix (Deutschland) verfügbar. Die Audiospur ist englisch, Untertitel gibt’s auf deutsch, englisch, französisch, niederländisch und türkisch.

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