Angesichts einiger geschmackloser „Fan“-Aktionen in der jüngeren Vergangenheit – einem abgewandelten Zitat Martin Niemöllers, das zunächst im öffentlichen Raum als Wandbild gesprüht und anschließend als Aufkleber verbreitet wurde (2020), einem Banner, das einen Titel der rechtsextremen Band Landser zitierte (2022), einer XL-Fahne mit einer dem Reichsparteitagsadler nachempfundenen Illustration (mind. seit 2022, bis heute), einem Banner mit an die nationalistische Anhängerschaft eines kroatischen Fußballclubs (2023) gerichteten Grüßen, homophoben Aufklebern im Stadtgebiet (2019) wie übrigens auch zahlreichen mit Eintracht-Aufklebern überklebten Anti-Nazi-, Gegen-Antisemitismus- und LGBTQ+-Aufklebern im Stadtgebiet (2025), Schwurbel- und Anti-CSD-Banner (2025) sowie Böhse-Onkelz-Musik aus den Stadionlautsprechern (!!) (2025) – das alles zudem entweder gar nicht oder nur in wenig substanzieller Weise durch die in Frankfurt ansässigen Redaktionen (Print, Funk) aufgegriffen – fällt meine Freude über ein weiteres SGE-Mural, obwohl es den im Februar 2023 verstorben Helmut Sonneberg thematisiert, nur verhalten aus.
Helmut „Sonny“ Sonnebergs Mutter stammte aus einem jüdischen Elternhaus, weshalb er, obgleich zwischenzeitlich katholisch getauft, mit nur 13 Jahren von den Nationalsozialisten ins Konzentrationslager nach Theresienstadt deportiert wurde. Nach seiner Befreiung durch die Rote Armee im Mai 1945 kehrte er nach Frankfurt zurück. In den letzten Jahren engagierte er sich als Zeitzeuge und teilte seine Geschichte in Schulen, Vereinen und bei öffentlichen Veranstaltungen. Ein bedeutender Funktionär oder erfolgreicher Sportler für Eintracht Frankfurt war er also nie, dafür aber ein ganz besonderer Repräsentant des Vereins, an dem seit einigen Wochen auch ein von Vincent Voigt (Blackout Graffiti) gemaltes Mural im Frankfurter Stadtteil Gallus erinnert. Die vollständig in Schwarz-Weiß gestaltete Darstellung zeigt Helmut Sonneberg mit seinem Eintracht-Zylinder und -Fanschal, ergänzt durch das von ihm stammende Zitat „Seid hellhörig“, das am unteren Bildrand angebracht ist.






