Auch in diesem Jahr findet parallel zur Frankfurter Buchmesse die GegenBuchMasse statt. Seit nun schon über 30 Jahren bieten die Veranstaltungen dieses Formats linken und kritischen Autor*innen sowie kleinen Verlagen die Möglichkeit, Themen zu präsentieren, die im Messeprogramm fehlen oder dort nur unzureichend Berücksichtigung finden.

Die 78. Frankfurter Buchmesse findet in diesem Jahr vom 7. bis 11. Oktober 2026 statt. Die GegenBuchMasse beginnt bereits am 28. September mit einer ersten Veranstaltung. Die übrigen Veranstaltungen finden anschließend gebündelt vom 5. bis 10. Oktober 2026 statt. Hier ein kurzer Blick auf 5 der insgesamt 15 Veranstaltungen.

Zurück in den Hinterhof – Die USA und Lateinamerika
Tobias Lambert beleuchtet die aktuelle US-Politik gegenüber Lateinamerika, insbesondere Trumps Versuch, den Einfluss der USA auszubauen und China zurückzudrängen. Anhand Venezuela und weiterer Länder zeigt er die politischen Folgen dieser Dominanzstrategie.

• Lesung mit Tobias Lambert
• Montag, 5.10.2026, 19:30 Uhr
• Café ExZess, Leipziger Straße 91, Frankfurt am Main
• Veranstalter*innen: P.A.C.K. & Mandelbaum Verlag
• Link: www.mandelbaum.at/buecher/tobias-lambert/zurueck-in-den-hinterhof

Kampf um Anerkennung – Wie der Frauenfußball in Hessen groß wurde
Martina Knief zeichnet anhand persönlicher Geschichten nach, wie sich der Frauenfußball in Hessen vom verbotenen und belächelten Sport zum professionellen Spitzensport entwickelte.

• Lesung mit Martina Knief
• Mittwoch, 7.10.2026, 19:30 Uhr
• Fanhaus Louisa, Schwarzsteinkautweg 5 a, Frankfurt am Main
• Veranstalter*innen: Frankfurter Fanprojekt, P.A.C.K. & Societäts-Verlag
• Link: societaets-verlag.de/produkt/kampf-um-anerkennung

Der Kern ist unzerstörbar – Versuch einer Annäherung. Gespräche mit Monika Berberich
Anhand von Monika Berberichs Leben beleuchtet das Buch die Geschichte der radikalen Linken und fragt, wie deren politische Kämpfe und Erfahrungen heute eingeordnet werden können.

• Lesung mit Colectivo Preguntando
• Donnerstag, 8.10.2026, 19:30 Uhr
• In der Au 14–16, Frankfurt am Main
• Veranstalter*innen: P.A.C.K. & Verlag immergrün
• Link: verlag-immergruen.de/product/der-kern-ist-unzerstoerbar-versuch-einer-annaeherung-gespraeche-mit-monika-berberich

Linkes Verlegen – Podiumsgespräch & Diskussion
Vier linke Verlage berichten über ihre Geschichte, ihre politischen und verlegerischen Konzepte und die Herausforderungen, die sich aus dem Anspruch eines linken Verlags ergeben. Gemeinsam diskutieren sie Möglichkeiten, Grenzen und Perspektiven linken Verlegens innerhalb des Kapitalismus.

• Lesung mit Verleger*innen Alibri Verlag, Edition Nautilus, Unrast Verlag & Verlag immergrün
• Freitag, 9.10.2026, 19:30 Uhr
• Café ExZess, Leipziger Straße 91, Frankfurt/Main
• Veranstalter*innen: P.A.C.K. & Alibri Verlag, Edition Nautilus, Unrast Verlag & Verlag immergrün

Politisierung, Widerstand, Stadtguerilla in den 1970-80er Jahren in der Metropole
Vierzehn Aktivistinnen schildern ihre Erfahrungen in den revolutionären Kämpfen der 1970er und 1980er Jahre – zwischen politischem Engagement, Internationalismus, Repression, Niederlagen und der Suche nach Wegen zur Befreiung.

• Lesung mit Gisela Dutzi
• Samstag, 10.10.2026, 20:30 Uhr
• Café ExZess, Leipziger Straße 91, Frankfurt/Main
• Veranstalter*innen: P.A.C.K. & edition cimarron
• Link: www.hugendubel.info/detail/ISBN-9782931138052/Dutzi-Gisela/Politisierung-Widerstand-Stadtguerilla-in-den-1970-80er-Jahren-in-der-Metropole

Die komplette Programmübersicht gibt es auf der Website www.gegenbuchmasse.de, die sogar teilweise neu gestaltet wurde.

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2 Kommentare

  • Bock sagt:

    Eine GegenBuchMasse, die seit über 30 Jahren parallel zur Buchmesse läuft, hat den Status des Gegenprogramms eigentlich längst überschritten.

    Irgendwann wird aus Widerspruch schließlich selbst Tradition. 🦌

    • stadtkind sagt:

      Kann eine Veranstaltung nicht auch über 30 Jahre alt, längst etabliert oder mittlerweile „selbst Tradition“ sein und trotzdem, weiterhin ein Gegenentwurf sein?
      In meinem Artikel zur GBM 2025 hatte ich jedenfalls schon einmal thematisiert, dass die Idee „linken und kritischen AutorInnen sowie kleinen Verlagen die Möglichkeit“ zu bieten, „Themen zu präsentieren, die auf Kommerz und am Mainstream ausgerichteten Messeprogramm fehlen“ – „nicht mehr uneingeschränkt zutrifft, da es in den vergangenen Jahren bereits zu einigen inhaltlichen Überschneidungen gekommen ist“, also zu Lesungen und Talks derselben Bücher wie auf der Buchmesse und sogar bei den Open Books. Genug andere Gründe für die GBM gibt es natürlich weiterhin, zum Beispiel kein Eintritt (man darf spenden), keine rechten Verlage und deren Publikum, generell anderes Publikum und „deren“ Locations …

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