Der Samstag auf der Frankfurter Buchmesse 2021

Die Frankfurter Buchmesse in Präsenz ist zurück. Diesjähriger Ehrengast ist Kanada, das Motto lauetet »Singular Plurality – Singulier Pluriel« und außerhalb des Messegeländes finden auch wieder Veranstaltungen wie Bookfest, Literaturbahnhof und Open Books statt. Für den Samstag habe ich 10 interessante Termine rausgesucht, u. a. sprechen Karin Schmidt-Friedrichs vom Hermann Schmidt Verlag bei detektor.fm, Sahra Wagenknecht auf der ARD-Buchmessenbühne und Peter Licht bei taz.

9:15 – 10 Uhr, detektor.fm Podcast-Bühne N99, Stand Forum Level 0/A33
Podcast-Aufzeichnung: Karin Schmidt-Friderichs zu Gast beim DDCAST (Deutscher Designer Club)

Gemeinsam leiten Karin und Bertram Schmidt-Friderichs den führenden Grafik Verlag im deutschsprachigen Raum, den Verlag Hermann Schmidt. Sie sind “Bestandteil der Szene, mit und für die sie Bücher machen, sie kennen die Themen und verstehen den Verlag als eine Art Heimat für Designer*innen mit Qualitätsanspruch.”

10:30 – 11:15 Uhr, Litcam, Forum Bildung: Halle 3.1, C28
Die Nacht von Sevilla ’82 – Klaus Fischer über ein unvergessliches Jahrhundertspiel

Das Halbfinale der WM 1982 in Spanien zwischen Frankreich und Deutschland (3:3 nach Verlängerung und 7:8 nach Elfmeterschießen) gilt als eines der facettenreichsten K.o.-Spiele der Fußballgeschichte. Autor Stephan Klemm hat für sein Buch über jene Partie mit den 13 eingesetzten deutschen und mehreren französischen Spielern gesprochen. Im Gespräch mit dem damaligen Nationalspieler Klaus Fischer lässt er 40 Jahre danach einen Zeitzeugen dieses Spiels zu Wort kommen.

10.30 Uhr, Leseinsel der unabhängigen Verlage, Halle 3.1 B105
Marc Thörner stellt sein Buch vor: »Rechtspopulismus und Dschihad«

Der Islamismus hätte ohne die Thesen europäischer Denker nicht werden können, was er heute ist. Zwischen rechten Populisten und radikalen Islamisten lassen sich zahlreiche Gemeinsamkeiten nachweisen. Für seine Recherchen sprach der deutsche Auslandsjournalist und Sachbuchautor mit Alexander Gauland und begab sich an die Front im syrischen Bürgerkrieg, wo er führende Repräsentanten des Assad-Regimes interviewte, mit iranischen Literaten sprach und libanesische Faschisten und Hisbollah-Anhänger sowie Historiker und Arabisten in Europa traf.

11:30 – 12:15 Uhr, Litcam, Forum Bildung: Halle 3.1, C28
Zwischen Bolzplatz und Berater – Wie funktionieren eigentlich die Nachwuchsleistungszentren der Bundesliga?

Selbst für Fans sind Bundesliga-Nachwuchsleistungszentren weitgehend blinde Flecke. Wie genau funktioniert eigentlich so ein NLZ, gibt es unterschiedliche Philosophien der Klubs und welche Rolle spielen dabei Berater und Eltern? Antworten darauf gibt’s von Anton Schumacher, pädagogischer Leiter des Leistungszentrums von Eintracht Frankfurt, Eintracht-U14-Cheftrainer Duarte Salcio und der Nachwuchsspieler Muhamad Damar im Gespräch mit Karin Plötz (Direktorin LitCam gGmbH).

14 – 14:45 Uhr, Signierbox (Agora)
Signierstunde mit Krieg und Freitag

Unter dem Pseudonym @kriegundfreitag veröffentlicht Tobias Vogel, deutscher Comiczeichner, -autor und Cartoonist und mittlerweile auch Podcaster, seit 2017 in Sozialen Netzwerken humorvolle Strichmännchen-Zeichnungen.

14 – 14:30 Uhr, Stand 3.1/E64
Deutschland ist asozial – Mechanismen der sozialen Ungleichheit

Stefan Daniel Krempl, Kulturwissenschaftler, Sachbuchautor und freier Journalist u. a. für die c’t, Telepolis, den Spiegel und die Financial Times Deutschland verspricht in seinem neuen Buch Antworten auf Fragen, wie »Wieso zahlen Spitzenverdiener weniger Sozialversicherungsbeiträge?«, »Warum gibt es höhere Steuern für Einkommen aus Arbeit als für Einkommen aus Kapitalanlagen?«, »Wieso profitieren wir kaum vom wirtschaftlichen Aufschwung?» und vor allem: »Warum ignorieren die Medien viele dieser Themen?«

15 Uhr, ARD-Buchmessenbühne
SPIEGEL-Talk: Brauchen wir noch Politikerbücher? Mit Sahra Wagenknecht und Britta Egetemeier

Politikerinnen und Politiker schmücken sich gern mit einem eigenen Buch. Doch wenn es nicht gründlich erarbeitet ist, richtet es sich gegen sie. Darüber, welche Kriterien ein solches Buch erfüllen sollte, spricht Susanne Beyer (Der Spiegel) mit der Politikerin Sahra Wagenknecht, die in diesem Jahr mit »Die Selbstgerechten« auch wieder ein neues Buch veröfentlicht hat und Verlegerin Britta Egetemeier (Penguin Random House Verlagsgruppe).

15:30 Uhr, das blaue sofa (Halle 3.1 | H + J 23)
„Kampf der Identitäten. Für eine Rückbesinnung auf linke Ideale“ mit Jan Feddersen und Philipp Gessler

Cancel Culture, wer darf sich zu welchen Themen wie äußern oder auch nicht usw.

„Jan Feddersen und Philipp Gessler sprechen sich mit ihrem neuen Buch „Kampf der Identitäten“ dafür aus, dass die Exklusion von bestimmten Menschengruppen aus sachlichen Diskussionen der Debattenführung in einer Demokratie im Weg steht. […] Dabei soll weder die Existenz von Strukturen der Benachteiligung und Unterdrückung negiert, noch die Wichtigkeit lauter Stimmen von Betroffenen in den Hintergrund gestellt werden. Vielmehr geht es ihnen um die Rückbesinnung auf das linke Ideal des Universalismus, das Solidarität herstellen und sichern soll.“ (www.taz.de)

16 – 17 Uhr, taz Verlags- und Vertriebs GmbH, Halle 3.1/C101
taz Talk meets Buchmesse Frankfurt – Peter Licht: Ja okay, aber

Indie-Pop-Musiker, Autor und Theater-Regisseur Peter Licht hat mit „Ja okay, aber“ ein neues Buch geschrieben. Über sein neues Werk spricht er mit taz-Redakteurin Doris Akrap.

„Das Buch beginnt mit einer detaillierten Beschreibung des Protagonisten, einem Mann mittleren Alters, seines Büros. Das Büro ist Teil eines Co-Working-Büros, „Space“ genannt. Der Mann erzählt detailliert und eloquent von seinen Büroalltag: Er berichtet von seinen Kollege:innen, der Mittagspause und vom Kaffee aus der hochwertigen Kaffeemaschine im Pausenraum. Er will endlich vorankommen und hat große Pläne, die er verwirklichen will. Was genau er erreichen will, ist noch unklar, doch er spürt, es geht ums Ganze.“ (taz.de)

16 – 16:30 Uhr, Halle 3.0/B48
Gord Hill: Antifa – Hundert Jahre Widerstand/ Chester Brown: Louis Riel

Alexander Lippmann hat die 100-jährige Geschichte des Kampfes gegen den Faschismus und die Comic-Biografie des kanadischen Freiheitskämpfers Riel übersetzt. Der Übersetzer im Gespräch mit literadio-Redakteur Christian Berger.