Blog, Panorama

Der deutsche Mob ist tödlich

der-deutsche-mob-ist-tödlich

Vom systematischen Verharmlosen und der Begünstigung rechtsradikaler Strukturen möchte man auf Seiten von Polizei und Staat in der Regel wenig wissen. Wo links von der Mitte zügig Maßnahmen und schnell Eingriffe erfolgen, hier auch gerne mal jenseits rechtstaatlicher Pfade, agiert man rechts von der Mitte oftmals deutlich verhaltener.

Resultat: Seit 1990 hat es in Deutschland 183 Todesopfer rechtsextremer und rassistischer Gewalt gegeben. Dies besagt eine Mitte August 2013 veröffentlichte Liste, welche aufgeschlüsselt nach Bundesländern, all jene Todesopfer aufführt und auf die PMK-Problematik hinweist:

der-deutsche-mob-ist-tödlich-(aus-zwei-bildern-zusammengefügtes-bild)

„Weiterhin liegt es in der Hand von einzelnen Polizistinnen und Polizisten, die am Anfang die Tat wertneutral einordnen müssen. Ihre subjektive Wahrnehmung und Einordnung spielt jedoch im Umgang mit der Tat eine entscheidende Rolle. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass gerade der oder die Einzelne eben nicht frei von Vorurteilen ist. Allzu oft werden tödlich endende Gewaltdelikte heruntergespielt oder auch ohne vorurteilsbehaftete Absichten falsch zugeordnet.“ (mut-gegen-rechte-gewalt.de)

der-deutsche-mob-todesanzeigen

PS: Am heutigen Donnerstag, 11. September 2013, hat man in Frankfurt mehrere Möglichkeiten sich gegen Aktionen von Pro Deutschland zu stellen.

11 Kommentare

  1. Leider leider ist der Rechtsextremismus in Deutschland immer noch nicht weg und auch nicht zu unterschätzen. Umso wichtiger sich deutlich dagegen auszusprechen.
    Lg

  2. @Tina
    Leider leider ;((( hört mal auf zu leiden und fangt an zu lösen! Dieser ständige „dagegen sein“ Blödsinn polarisiert nur alle Beteiligten, dein Ausspruch wird als Angriff auf deren Gepflogenheiten gewertet und „vom Feind“ nimmst du nun mal keine Ratschläge an. Wenn einer in derat brutaler Kultur zuhause ist, braucht er ganz sicher nicht noch mehr haudrauf Sprüche, sondern Hilfe um da raus zu gelangen. Wie ist das, wenn du dich irrst, willst du dann dafür verurteilt werden, oder lieber ’ne helfende Hand die dir Alternativen zeigt?

    • @curioscitec Bei einem mordenden Mob bleibe ich ganz klar „dagegen“ und eine „helfende Hand“ gibt’s da auch nicht. So weit kommt’s noch…

  3. @stadtkindFFM
    Der Mob ist auch nur ein Gegenstand zum Boden Putzen. Ich bezog mich auf Menschen, die sich darin verstrickt haben und keinen Weg raus kennen, weil nur Hass und Ablehnung um sie rum ist und ihr sagt noch, wir müssen mehr Ablehnung hinzufügen. Ist es da ein Wunder, daß die sich weiter wie ’n Mob verhalten? Teufelskreis. Den man durchbrechen muss in dem man auf sie zu geht. Wenn man sich nicht zu fein dafür ist.

    • @curioscitec Ich habe Deinen Kommentar schon verstanden, kann man damit d’accord gehen, auch wenn sicher nicht alle sich nur „darin verstrickt“ haben. Mir geht es in diesem Post aber bewusst um Täter, die dem „üblichen Rahmen“ entspringen und Menschenleben auf dem Gewissen haben.

  4. Kuriose Wissenschaft sagt

    @ curioscitec: Das sag mal den Angehörigen der 183 Toten, das sag all denen die durch Rassismus und Rechtsextremismus (schwer) verletzt worden sind: „Die Täter haben sich geirrt. Wir müssen denen helfen!“ Sozialarbeiter gegen rechts, Verständnis für Täterstrukturen und linke Hausprojekte räumen – wieso kommt mir das so bloß so bekannt vor? Es endet übrigens in gut organisierten, staatlich gedeckten Terrorzellen.
    Wer Rassismus und Rechtsradikalismus zu einem geschlossenen Weltbild weiterdenkt, der „irrt“ sich nicht. Es ist seine Überzeugung und er hat sich dafür entschieden – die daraus resultierende (systematische) Gewalt ist deshalb bewusste Tat.

    Es gibt keine reine Wahrheit, an die alle glauben werden, wenn man ihnen nur lang genug hilft. Genauso wie man sich für Menschenrechte und Demokratie entscheiden kann, entscheiden sich eben auch andere für Ungleichheit und Faschismus. Es gilt zu verhindern, dass die, die sich dafür entschieden haben, organisieren und akzeptiert fühlen können.

    Mal abgesehen davon: du willst Tina absprechen, sich gegen Rechtsextremismus auszusprechen und vor ihm zu warnen und zwar weil sich Neonazis in ihren „Gepflogenheiten“ gestört fühlen würden. Und bezeichnest ihr seichtes Statement als Haudrauf-Spruch.
    Küsst die Faschisten wo ihr sie trefft.

  5. @all
    Was bringt einen Menschen dazu, sich zu entscheiden, Andere umzubringen? Wie asozial muß sein Umfeld sein, daß er so wurde? Ihr macht’s euch kinderleicht und sagt er ist allein daran schuld und wenn wir ihn dissen wird alles gut, aber warum wird es dann nicht gut und geht ständig weiter? Etwas mehr in die Abgründe blicken und es wird klar was ab geht. Symptombehandlung war gestern, Leute. Ursachen sind jetzt dran. http://www.youtube.com/watch?v=C7Ng7cbZVhw

    • @curioscitec Also ich habe alles dazu gesagt und keine Lust mich mit anderen Worten inhaltlich einfach nur zu wiederholen.

  6. Kuriose Wissenschaft sagt

    Das asoziale Umfeld ist der Kapitalismus – in diesem gibt es genug Nährfutter für extrem rechte Weltbilder: Patriotismus, Nationalismus, Ausgrenzung, Ausbeutung, Abwertung – und genug Futter aus der so genannten Mitte der Gesellschaft, wenn Herr Friedrich gegen Roma hetzt, Herr Rüttgers deutsche Kinder statt Inder möchte. Und ich behaupte nicht, dass alles gut wird, wenn Neonazis gedisst werden. Aber in meinen Augen ist es das Mindeste, was eine Gesellschaft leisten muss, sich eindeutig mit Opfern rechter/rassistischer Gewalt und Diskriminierung solidarisch zu erklären und sie so gut es geht, vor Übergriffen zu schützen.
    In Landstrichen mit rechtskultureller Hegemonie ist ja nun nicht so, dass irgendwelche Underdogs die Öffentlichkeit einschüchtern – es ist vielmehr das Problem, dass Neonazis dort viel zu viel Raum gegeben wurde, viel zu viel mit „den netten Jungs von nebenan“ geredet wird (die zwar manchmal etwas über die Stränge schlagen, aber das kann man ja auch verstehen, bei so viel Perspektivlosigkeit). Und schließlich muss man ja auch nicht mit buntem Iro auf ein Dorffest gehen, das provoziert ja. Oder als Schwarzer.
    Ich sehe zumindest einen deutlichen Unterschied zwischen jemanden, der aus Wut einen Luxuswagen anzündet oder einen Obdachlosen ins Koma tritt.
    Natürlich sind für viele Menschen die sozialen Lebensbedingungen Scheiße, aber es werden ja nicht alle Verlierer Neonazis. Insofern scheint es da schon Wahlmöglichkeiten zu geben.
    Was einen Neonazi dazu bringt, jemanden umzubringen? Der Glaube daran, dass dieser Mensch weniger Wert ist als er, dass er es verdient, dass es nicht schade um ihn ist. Und genau das soll eine breite Solidarität mit Opfern widerlegen.
    Und Neonazis kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten – und da, wo ihnen Freiräume gegeben werden, werden sie gefährlich. Rechtsextremismus (mit all seinen Bezugspunkten) ist kein Problem des Prekariats, sondern auch eines der Burschenschaften, der Stammtische, der CDU, der SPD, der Grünen, der wirtschaftlichen Eliten, des Mittelstands und was weiß ich noch alles.
    Jetzt hab ich auch alles dazu gesagt, glaub ich.

Kommentare sind geschlossen.