Burger in Frankfurt – Fletcher’s

Fletcher’s betreibt in Frankfurt zwei Läden: Eines in der Ohmstraße 57 in Frankfurt-Bockenheim, das andere in der Münchener Straße 11 im Frankfurter Bahnhofsviertel, welches zugleich der Laden ist, bei dem ich mich zwei Mal zum Burger- und Pommes-Essen eingefunden habe.

Läuft man vom Willy-Brandt-Platz aus in das Bahnhofsviertel, taucht der Laden recht schnell auf der linken Straßenseite auf. Über einen Außenbereich mit Bestuhlung verfügt der Laden nicht, aber zwei Stehtische links und rechts des Eingangs bieten die Möglichkeit, auch außerhalb der dortigen Räumlichkeiten essen zu können, z.B. wenn man der gar nicht mal so leisen monotonen Technomusik-Beschallung entgehen möchte. Im Laden gibt es insgesamt sieben Tische, die jeweils sechs Personen Platz bieten, wenngleich es auch etwas kuschelig werden könnte, wenn je Seite tatsächlich alle drei Plätze in Anspruch genommen werden. Zwischen dem Essensbereich und der Bestelltheke (und der dahinter befindlichen offenen Küche) sticht recht prominent ein Waschbecken hervor, über dem ein Schild mit folgendem Hinweis hängt:

fletchers-burger-please-at-least-try-to-eat-the-damn-brger-with-your-hands

Die Speisekarte ist sehr übersichtlich: Hamburger, Cheesburger, Bacon Burger, Bacon Cheesburger, Double und Double Double. Auf all die klischeebeladenen Faxen mit Italien-Burger (Mozzarella + Tomate), Greek Style-Burger (Feta), Spanisch- oder Mexican- Style (Pikant mit Peperoni und/oder Paprika, etc.) verzichtet man hier. Gefällt mir. Wer es lieber fleischlos mag, der hat einen Veggie Falafel Burger und Veggie Falafel Cheesburger zur Auswahl. In Sachen Pommes gibt es vier Varianten: (1) Gesalzen, (2) Cajun Style, (3) Irish Cheddar und (4) Krosser Bacon und Jalapenos. Die Portionen gibt es in „normal“ oder „groß“.

Ich werde nachfolgend getrennt von beiden Besuchen erzählen. Aus Gründen. Bei meinem ersten Besuch entscheide ich mich für einen Bacon Cheesburger, im Menü mit einem Getränk und einer Pommes. Ich frage ob der Burger im Menü kleiner portioniert ist als in der Einzelbestellung, was zunächst etwas irritiert vernommen wird, bevor ich ein „nein“ als Antwort erhalte. Offenbar ist nicht bekannt, dass es Burger-Läden gibt, die mit zwei Portionsgrößen arbeiten, aber gut, egal. Die anschließende Frage, ob denn alle Pommesvarianten für den Menüpreis zur Auwahl stehen, wird bejaht. Klingt gut, ich habe den Eindruck, hier bekommt man etwas für sein Geld. Bei der Pommes entscheide ich mich für die Variante „Cajun Style“, was mir mit „einfach Paprika“ übersetzt wird. Auf die Frage hin, welche Getränke für das Menü zur Auswahl stehen wird auf den Kühlschrank-Inhalt gezeigt und ich entscheide mich für einen Limo-Mix. Die vielen Fragen sind erforderlich, da auf der Karte keinerlei Hinweise zu Zusatzkosten, Extrawünsche oder sonstigen Ausnahmen aufgeführt sind.

Bei der „Cajun Style“ Pommes handelt es sich (wohl) um die Portion „normal“, die man meiner Meinung nach auch einfach als „klein“ bezeichnen kann. Die Pommes sind zudem sehr dünn geschnitten, quasi gegen die zumindest von mir so empfundene Entwicklung hin zu dicken Pommes, und erinnern mich geschmacklich an eine Tüte Chips, die total mit Paprika überladen ist. Der Burger wirkt üppig und sieht ganz appetitlich aus. Ganz so appetitlich ist er jedoch nicht, was an einer ordentlichen Portion Mayonnaise liegt. Ich mag keine Mayonnaise, und ich kann mich gerade nicht daran erinnern, auf welchem Cheesburger ich zuletzt, bzw. überhaupt einmal, Mayonnaise drauf hatte. Hier ist es der Fall, und leider auch ein „bißchen“ zu viel davon, so dass ich diese, so gut wie es geht, mit einer Serviette entferne. Hätte ich die Karte in Ruhe studiert, wäre mir die Mayo als Zutat aufgefallen und ich hätte sie abbestellten können. Der Bacon liegt auf der unteren Brotscheibe und ist in viele kleine Stückchen zerlegt, von denen zudem einige außerordentlich hart sind, was in etwa so charmant ist, wie auf einen Kirschkern zu beißen, wo eigentlich keiner mehr drin sein sollte.

Beim zweiten Besuch bestelle ich erneut einen Bacon Cheesburger, diesmal ohne Mayo. Weil ich das beim letzten Mal nicht so recht glauben wollte, erkundige ich mich erneut nach der Pommes-Auswahl zum Menü und siehe da: Jetzt sind nur die Salz- und Cajun-Variante ohne Aufpreis zu haben, für die anderen beiden Varianten würden jeweils 1,40€ Aufpreis anfallen. Ich bin nicht wirklich überrascht, wäre ja auch zu schön gewesen. Ich entscheide mich für die klassische Variante mit Salz. Als ich 11,20€ statt 10,90€ als Preis für das Menü genannt bekomme, erhalte ich auf Nachfrage den Hinweis, dass das Radler, wohl weil es ein alkoholisches Getränk ist, 30 Cent mehr kostet. Ich lasse das Getränk zurückgehen und nehme wieder die Limo. Warum Aufpreise einfach eingegeben und nicht vorher kommuniziert werden, erschließt sich mir nicht, zumal diese auch sonst nirgendwo schriftlich fixiert sind. Dieses Mal wird übrigens auch keine Nummer aufgerufen, sondern ich bekomme das Essen an den Platz gebracht und ich frage mich mittlerweile, was überhaupt noch so ist, wie beim ersten Besuch. Ach ja, die Musik…

Der Cheesburger ohne die Ladung Mayo schmeckt viel, viel besser, die Pommes ohne „einfach Paprika“, allerdings nach ordentlicher Zugabe von Pfeffer meinerseits, ebenfalls. Wenn man sich’s also zurecht optimiert, passt’s, vor allem als Menü, welches in den „Standard“-Ausführungen preislich attraktiv zwischen 9,50€ und 10,90€ angesiedelt ist.

7 Kommentare zu “Burger in Frankfurt – Fletcher’s

  1. haha – es gab gleich eine reaktion auf der fb seite. sie würzen angeblich nicht mit paprika, sondern mit edelsten gewürzmischungen würzen.

    allerdings muss ich sagen, dass ich die pommes für die besten der stadt halte, gerade die mit käse überbackenen. wobei ich dicke pommes, außer bei süßkartoffeln auch nicht nachvollziehen kann. aber das ist natürlich nur mein persönlicher geschmack.

    der burger ist in summe gut. das bun überragend, leider das mittendrinnen etwas fad. für mich zählt der laden zu den top 3 in ffm.

    • stadtkindFFM

      Och joh, dann war’s halt total mit diesem Supa-Dupa-Edel-Cajun-Irgendwas-Mix überzogen, schmeckte dennoch so, als hätte ich mir gerade ’ne Packung „gut gewürzter“ Chips reingepfiffen, so what? Vermutlich könnte ich nicht mal zwischen Paprika, Chili- und Peperoni-Pulver-Mischungen unterscheiden. So artfremd erschien mir das geschmacklich jedenfalls nicht, viell. ja auch deswegen die Aussage vom Personal „einfach Paprika“, weil’s dem irgendwie nah kommt? Whatever, ist ja nun weiß Gott nicht das Wesentliche in diesem Text.

      Dass das alles Geschmackssache ist, ist ja klar, ich schildere hier ja auch immer nur eigene Erfahrungen und mach nicht ein‘ auf Allgemeingültigkeit.

  2. ich würde dich als einen komplizierten Gast beschreiben ;)

  3. Ich war 2 mal da, jedoch kann der Burger nicht mit dem von Jamy’s Burger mithalten…

  4. Okay, eine Abwehrreaktion zum Bild: Ich mag Läden nicht, die ihren Kunden solche Befehle erteilen, seien sie noch so – oder gerade weil sie so ironisch sind. In Berlin am gehypten The Bird, Nähe Mauerpark, steht schon draußen auf der Karte sinngemäß „Bitte hört auf, den Burger ‚durch‘ zu bestellen“. Das fand ich so unsymphatisch, dass ich nicht rein bin.
    Diese Messages richten sich natürlich an die Kunden, die absolut sicher sind, alles genau richtig zu machen und sich über die vermeintlichen, uncoolen „anderen“ erheben.

    Das ist die Allergie gegen die Hipsterpolizei, die ich gerade in meinen Jahren in Berlin entwickelt habe. Alle so individuell und cool und ironisch mit ihren Oberlippenbärten und Parkas. Aber wehe, du isst oder trinkst nicht richtig, hörst nicht die richtige Musik oder isst deinen Burger (= per se ironisch, weil eigentlich ja schlechtes Fastfood, aber wir machen das ja „richtig“ und „gut“ und nennen es nicht Brötchen und Klops sondern „Bun“ und „Patty“ und machen ne Wissenschaft draus) auf die falsche Weise, ob durchgebraten oder mit Messer und Gabel. So uncool.
    Okay, ich überreagiere und überinterpretiere hier. Das ist ein Berlin-Trauma. Und ich mag ja auch mal einen guten Burger essen. Und diese Flut hipper Burgerläden geht ja eh auch in 2-3 Jahren den Weg der Donut- und Bubble-Tea-Welle. Sorry, dass es hier raus musste ;)

    • stadtkindFFM

      Mir fehlt zwar die Berlin-Erfahrung, aber um das nachzuvollziehen, und größtenteils zuzustimmen, reicht allemal auch schon das Treiben in dieser Stadt, auch jenseits der Gastronomie. Das angesprochene Bild hatte ich mehr so in die Richtung Das-ist-eine-Burger-Brutze und kein Wellness-Burger-Etepetete-Restaurant interpretiert, weil ja vieles, was vor einigen Jahren oftmals „nur“ ein (Straßen-)Imbiss war (z.B. Wurst, Pizza, Döner, Bürger) heute als Lifestyle-Restaurant mit einer besonderen Philosophie daherzukommen versucht.

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