Buchvorstellung: Extrem unbrauchbar

Nachdem der im Mai dieses Jahres erschienene erste Band der Edition Bildungsstätte Anne Frank, „Trigger Warnung“, sich mit den Fallstricken der Identitätspolitik und der Suche nach Allianzen jenseits von Schuldzuweisungen und Opferkonkurrenz beschäftigte, folgt in diesen Tagen bereits der zweite Band. Das ebenfalls beim Verbrecher Verlag veröffentlichte Buch heißt „Extrem unbrauchbar“ und beschäftigt sich mit den Gleichsetzungen von links und rechts, der Extremismustheorie, dem Hufeisenmodell.

Diese Methode erfreut sich nicht nur bei Rechtsextremen großer Beliebtheit, auch Christdemokraten und Marktradikale, die sich in ihrer Eigenwahrnehmung in einer sogenannten Mitte verorten, sind besonders anfällig für „links wie rechts“ und tragen somit dazu bei, dass diese Mitte Stück für Stück (noch weiter) nach rechts rückt. Kurzum, das politische Spektrum und der damit einhergehende gesellschaftspolitische Diskurs sind mit Links/Mitte/Rechts eigentlich zu einfach gedacht und somit auch Teil des Problems.

„Rechtspopulistische Strömungen finden auf ihrem Feldzug gegen die Demokratie ein mächtiges begriffliches Mittel vor: die Extremismustheorie […] Eine Mitte der Gesellschaft werde von ihren Rändern bedroht. Islamismus, Rechtsextremismus und Linksextremismus arbeiten daran, die Demokratie zu zerstören. Doch besonders die Gleichsetzung von Rechtsextremismus und Linksextremismus führt oft dazu, ersteres auf Kosten von letzterem zu verharmlosen. Zudem ist die Konstruktion einer gesellschaftlichen Mitte selbst problematisch. Was gehört zu dieser Mitte, was nicht? Gerade die aktuellen Erscheinungsformen rechter Ideologien zielen darauf ab, gerade noch anschlussfähig zum gesellschaftlichen Diskurs zu bleiben und ihn durch kalkulierte Grenzverletzungen nach rechts zu verschieben […]“ (verbrecherverlag.de)

Eine Kurzvorstellung des 304 Seiten umfassenden Werkes gab es am vergangenen Mittwoch auf der Frankfurter Buchmesse am Stand der Bildungsstsätte Anne Frank. Eine Buchvorstellung im größeren Rahmen wird es am Mittwoch, den 23. Oktober, in der Milchsackfabrik im Frankfurter Gutleutviertel geben.

Podium: Leo Fischer, Katha Rhein, Deborah Krieg, Tom Uhlig.
Einlass ist um 20 Uhr, Veranstaltungsbeginn um 20:30 Uhr.
Der Eintritt liegt bei 6 €, ermäßigt 3 €.

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