Vor einigen Tagen hatte ich via Web bei der Schirn angefragt, ob auch das bis dato mir einzig bekannte Bild von Edvard Munch, „Der Schrei“, in der Ausstellung in Frankfurt zu sehen sein wird, woraufhin man mir bis heute jedoch nicht antwortete. Telefonisch konnte ich dazu auch keine Auskunft erhalten, stattdessen hörte ich am Morgen des 9. Februars vom „Band“ noch die Hinweise zu den Ausstellungen in der Schirn, die gar nicht mehr laufen und ein persönliches Gespräch kam nicht zustande. Eigentlicher Grund des Anrufs war allerdings, daß online für den gestrigen Tag keine Verfügbarkeit von Karten angezeigt wurde. Nun gut, trotz dieser Vorzeichen habe ich mich gestern auf den Weg gemacht um die Ausstellung zu besuchen.

Anfang Janaur wurde ich durch eine Werbung in der Innenstadt auf die Munch-Ausstellung in Bremen aufmerksam – noch bevor ich von der Ausstellung in Frankfurt erfuhr, zog ich es tatsächlich in Erwägung, vielleicht einen Trip in den Norden zu machen. Im Web erfuhr ich, dass (nur) eine kleine Variante vom „Schrei“ dort zu sehen sei, womit ich überhaupt erstmalig davon erfuhr, dass Munch dazu neigte, ein und das selbe Motiv öfter zu malen, zuweilen auch mit mehreren Jahren Abstand dazwischen und in verschiedenen Ausführungen.

Die Ausstellung ist in insgesamt 11 Bereichen aufgeteilt, wobei mir persönlich neben den eben angesprochenen ersten Bereich mit dem Titel „Wiederholungen“ noch die Bereiche „Optischer Raum“, „Aussenwelt“ und „Strahlungen“ besonders gut gefielen – was im Gegenzug bedeutet, dass sieben weitere Bereiche nicht so mein Fall waren. Im Besonderen „Der Cineast“ und „Autobiografie“, letzterer mit vielen Fotos von ihm vom Anfang des 20. Jahrhunderts wirken auf mich weniger künstlerisch, sondern eher wie die Dokumentation von der Inbetriebnahme damals neuer Technik von einer Person, die zufällig Künstler war. Mehr Informationen zu der Munch-Ausstellung kann man hier auf der Website der Schirn erhalten.

Nun, ähnlich also wie bei der Botticelli-Ausstellung 2009/10 im Städel „Die Geburt der Venus“ fehlte, fehlt auch hier das wohl bekannteste Werk des Künstlers. Es mag ja sein, dass manche Gemälde nicht auf Reisen gehen oder andere Themenwelten zu den Künstlern im Mittelpunkt stehen, aber ist doch klar, daß man gerne auch das bekannteste Werk vor Ort sehen würde und wenn im Falle vom „Schrei“ Bremen schon einen kleine Variante zeigte, warum dann nicht auch die Schirn in Frankfurt?

Dennoch: Die zuvor erwähnten vier Bereiche die mir gefielen, rechtfertigen allemal das Eintrittsgeld i. H. v. 10 EUR. Meine Favoriten unter den ausgestellten Werken sind „Sternennacht“,  „Allee im Schneegestöber“, „Mädchen auf der Brücke“, „Die Sonne“, „Der Kuss“, „Arbeiter im Schnee“ und “Der Mörder in der Allee“. (Aufgrund der Tatsache, dass manche Werke von Munch immer wieder neu gemalt wurden, müssen die verlinkten Bilder nicht 1:1 den in Frankfurt gezeigten Exemplar entsprechen.)

Eine kleine Randnotiz am Ende: Ich kannte wie gesagt bereits das Bild „Der Schrei“. Ebenso kenne ich auch den Film „Scream“. Allerdings habe ich erst gestern in der Schirn aufgeschnappt, daß diese weiße Maske Munchs Werk nachempfunden sein soll. Trotz gleichem Titel habe ich diese beiden Gesichter bisher nie miteinander in Verbindung gebracht.

Frankfurter KunstSäule: Andres Ludwig und Charlotte Schröner – Köpfe
Frankfurter KunstSäule: Andrea Ludwig und Charlotte Schröner – Köpfe

Frankfurter KunstSäule: Andrea Ludwig und Charlotte Schröner – Köpfe

Die Frankfurter Künstlerin Charlotte Schröner und die Darmstädter Künstlerin Andrea Ludwig malen seit einigen Jahren…
Netzskulptur „A Sky Full of Hope" an der Konstablerwache in Frankfurt
Provinzposse statt World Design Capital

Provinzposse statt World Design Capital

Eine Kontroverse über Kunst ist eigentlich etwas Positives. Problematisch wird es allerdings, wenn die Kunst…
A Sky Full of Hope – Kunst im öffentlichen Raum von Janet Echelman in Frankfurt.
Janet Echelman: A Sky Full of Hope – Earthtime 1.78 Frankfurt

Janet Echelman: A Sky Full of Hope – Earthtime 1.78 Frankfurt

Auf dem Plateau der Konstablerwache wurde vor wenigen Tagen die Netzskulptur „A Sky Full of…

4 Kommentare

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner