Nur zufällig war ich kurz nach Erscheinen des Artikels über die 100.000 € Spende des Berliner Baulöwen Christian Krawinkel an den Thüringer AfD-Landesverband von Björn Höcke auf der Spiegel-Website gelandet. Im Artikel wurde auf einige Referenzprojekte des 73 Jährigen verwiesen, darunter auch „ein Bürohochhaus in Frankfurt am Main“. Daraufhin wollte ich wissen, um welches Gebäude es sich dabei handelt und stieß in den Ergebnissen der allseits bekannten Internetsuchmaschine auf eine Kuriosität. Der (für mich ungewöhnliche) Name Krawinkel tauchte in Verbindung mit Frankfurt und Immobilien auch in einem anderen Zusammenhang auf. Ausgerechnet jemand vom Hausprojekt NiKa im Bahnhofsviertel führt denselben Nachnamen. Hätte ich frühere Artikel über dieses Projekt aufmerksamer verfolgt, wäre ich vermutlich weniger überrascht, aber nun war es eben so. Nur kurze Zeit später wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass nicht nur der Name derselbe ist, sondern tatsächlich eine Verwandtschaft besteht. Sachen gibt’s. Moritz Krawinkel, der der Geschäftsführung der Hausprojekt NiKa GmbH angehört, machte die Angelegenheit auch selbst schnell publik und ließ keinen Zweifel daran, was er von der Aktion hält.

„Not in Our (Last) Name, @NKrawinkel!
Unser Onkel 2. Grades, der Unternehmensverwalter Christian #Krawinkel, spendet 100.000 Euro an die Thüringer #noAfD von #Hoecke – wegen der „aktuellen politischen Ereignisse in #Thueringen“.
Shame on him!“ (Quelle: twitter.com)

Wo für viele an dieser Stelle mit einem solchen Statement auch schon das Ende der Geschichte erreicht gewesen wäre, geht es hier aber weiter. Der Großneffe des Spenders hat die aktuelle Nachrichtenlage genutzt und ein Gegenprojekt gestartet. Mit einer Spendenkampagne sollen 100.00 Euro für den Verein Netzwerk Polylux gesammelt werden. Dieses fördert in Ostdeutschland Vereine, Initiativen und Projekte der kritischen Zivilgesellschaft, verteilt also Gelder an verschiedene Initiativen weiter.

„Welche Familie kennt das nicht: einen Verwandten, der einen rassistischen „Witz“ macht, eine Angehörige, die die AfD verteidigt. Aber ein Familienmitglied, das der AfD 100.000 Euro spendet? „Genau das, so erfuhren wir am Dienstag aus den Medien, hat ein Verwandter von uns gemacht: Der Unternehmensverwalter Christian Krawinkel – zu dem wir keinen Kontakt haben […] Wir sind keine Unternehmer, wir haben keine 100.000 Euro. Aber wir machen den Anfang. Gemeinsam, zusammen mit Euch und Ihnen, mit all denen, die kein Deutschland der AfD wollen, schaffen wir auch den Rest: 100.000 Euro an das Netzwerk Polylux, das im Osten Deutschlands Initiativen unterstützt, die sich der AfD entgegenstellen, die Opfern rassistischer und neonazistischer Gewalt helfen und die vor Ort für eine offene Gesellschaft streiten!“ (www.leetchi.com)

• Hier geht’s zur Spendenkampagne: 100k gegen die Afd

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