Kaum sind die Wahlen vorbei, scheint es in Deutschland plötzlich keine nennenswerten Straftaten mehr zu geben – dabei hatten sich Politik, Presse und ÖRR zuvor monatelang fast schon genüsslich auf solche Fälle eingeschossen, besonders wenn es sich bei den Tätern um Personen mit ausländischer Herkunft handelte. Auch die Wahlplakate und großformatigen Aufsteller, die trotz des vermeintlichen Krisenmodus Deutschlands inhaltlich kaum von denen der Vorjahre zu unterscheiden waren, sind größtenteils aus dem Stadtbild verschwunden. Einzig am Gebäude der SPD in der Frankfurter Innenstadt wird weiterhin – oder vielleicht neuerdings? – ein Politiker prominent in Szene gesetzt: Willy Brandt.

Ob das großformatige Banner bereits im Hinblick auf vorgezogene Bundestagswahlen angebracht wurde, ist mir nicht bekannt, aber Ende Januar hing es noch nicht, da ich vor Ort war um einige Aufnahmen vom Gebäude zu machen, das einst vom Frankfurter Architekten Günther Balser im Stil des Bauhauses entworfenen wurde und seit jeher von den Sozialdemokrat*innen genutzt wird. Das XL-Banner wurde am vor einigen Jahren mit Farbbeuteln beworfenen Fassadenteil des Gebäudes in der Fischerfeldstraße angebracht und zeigt ein bekanntes Motiv des früheren SPD-Politikers und vierten Bundeskanzlers der BRD mit Mandoline.

Auf der Website der Friedrich-Ebert-Stiftung ist zu erfahren, dass das Foto von Henning von Borstell, Mitarbeiter in der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit beim SPD-Parteivorstand, während einer dreitägigen Wanderung im Juli 1976 durch Ostwestfalen-Lippe aufgenommen wurde. Anschließend wurde es aber noch bearbeitet. Im Gegensatz zur Originalaufnahme wurden die Menschen, die im Hintergrund zu sehen waren, entfernt und dieser Bereich zudem stark verdunkelt, sodass der Blick auf den gebürtigen Herbert Ernst Karl Frahm ablenkungsfrei ist.

Foto von Willy Brandt mit Mandoline als XL-Banner am Haus der SPD in Frankfurt am Main

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