Madonna hat vor einigen Tagen ihr 15. Studioalbum veröffentlicht. Das „Confessions II“ betitelte Werk knüpft an ihr 2005 erschienenes Album „Confessions on a Dance Floor“ an, das mit dem auf einer ABBA-Melodie basierenden Song „Hung Up“ ihren bislang letzten weltweiten Hit hervorbrachte. Die letzten drei Alben von ihr – MDNA (2012), Rebel Heart (2015) und Madame X (2019) sind mehr oder weniger an mit vorbeigegangen, aber auf das neue Album war ich dann doch sehr neugierig. Grundsätzlich habe ich ein Faible für Musik, in der sich Dance-/Club-Sounds und Pop-Musik miteinander vermischen und eine Frau singt, wie z. B. Róisín Murphy – sowohl solo als auch als Teil von Moloko –, Gast-Sängerinnen in Produktionen von DJ Koze oder eben auch Madonna, die im Alter von six seven(!!) Jahren der Tanz- und Klubkultur immer noch viel abgewinnen kann. Warum auch nicht? Sven Väth legt auch noch auf und wird in diesem Jahr 62 … Ein kurzer Schnelldurchlauf im Internet hat genügt, um mich für den Kauf des Albums auf Schallplatte zu entscheiden. Apropos Schallplatte. Gerade bei physischen Tonträgern habe ich mich in der Vergangenheit hin und wieder geärgert, wenn neue Musik oder Re-Releases nur als hochpreisige Special-Vinyl-Sets mit zig Extras angeboten wurden. Hier ist das zum Glück nicht der Fall, „Confessions II“ wird in sehr vielen verschiedenen Ausführungen angeboten: Standard, Deluxe, Premium Packaging, Picture Disc, Color Disc u. v. m.

Obwohl sich „Confessions II“ auf ein Werk aus dem Jahr 2005 bezieht, klingen Beats, Sounds und Effekte sogar eher nach Mitte der 1990er Jahre, was aber keineswegs negativ gemeint sein soll. Gerade das war sogar für mich ein wesentlicher Grund, das Album zu kaufen. So sehr ich das Album mag wie es ist: Bei einigen Songs hätte es aber gerne weniger Dance-Music-Klimbim (und mehr von ihrem Pop-Sound der Ära zwischen „True Blue“ und „Like a Prayer“) sein dürfen. Vom Grundprinzip her ist das ein wenig wie beim Eurodance der 90er-Jahre. Damals gab es oft tolle Stimmen und eingängige Melodien, die jedoch in ein Korsett von 140 BPM und mehr gekloppt wurden, wodurch das Potenzial für wirklich gute Pop Songs, die man auch heute noch gerne hören würde, verschenkt wurde.

Bisher wurde zu keinem der neuen Madonna-Titel ein Musikvideo veröffentlicht. Stattdessen erschien mit „Confessions II – The Film“ ein fast 14 Minuten langer Clip, in dem gleich mehrere der Stücke kurz zum Einsatz kommen. Außerdem treten mehrere Prominente in kurzen Gastrollen auf, z. B. Benedict Cumberbatch, Julia Garner (!) und Kate Moss (!!).

Madonna – „Confessions II – The Film“

Neben Madonnas Solostücken bietet das Album auch mehrere Gastauftritte: die US-amerikanische Sängerin Sabrina Carpenter in „Bring Your Love“, den belgischen Musiker Stromae in „My Sins Are My Savior“ sowie den kolumbianischen Reggaeton-Künstler Feid in „Read My Lips“. Unter allen Songs gefällt mir „Danceteria“ mit Abstand am besten. Im Mittelpunkt steht der gleichnamige Club im New York City der 1980er Jahre, in dem Madonna ihre ersten Auftritte hatte und zugleich von vielen Musiker*innen und Künstler*innen besucht wurde, die in diesem Jahrzehnt Berühmtheit erlangten.

„This is how we start the party
There’s Fab Five Freddy and Basquiat
Keith Haring and Kenny Scharf
Everyone came from Shafrazi
Sha-fra-zi to the beat
There’s Maripol and a guy named Fred
See these guys spinning on their heads
There’s Rock Steady Crew and Crazy Legs
Puerto Rican boys, they make me crazy, they made me craaaaazy
Nile Rodgers and David Byrne
B-52s had money to burn
Lounge Lizards had so much style
Lower East Side, take a walk on the wild side“
(Madonna – „Danceteria“)

Madonna – „Danceteria“

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