Interview mit PENG

Wenn man von Streetart in Frankfurt spricht, dann führt zur Zeit kein Weg an PENG vorbei. Da ich viele seiner Arbeiten mag, besonders die Aufkleber, freue ich mich, dass er sich etwas Zeit zur Beantwortung einiger Fragen genommen hat und einen kleinen Einblick in sein Schaffen gewährt.


Wie bist Du zu Streetart gekommen und seit wann bist Du selber aktiv?

Durch Graffiti. Als ich ca. 15/16 Jahre alt war fand ich Graffiti schon ganz cool, ich denke in dieser Zeit ist jeder auch für Trends, Jugendkulturen offen, d.h. jeder stand in dieser Zeit mal auf einem Skateboard oder hatte eine Dose in der Hand. Das ganze fing jedenfalls auch recht harmlos an, d.h. Tags etc. wurden erstmal nur auf den Schultisch oder ins Matheheft gemalt.

peng paste upEin paar Jahre später lernte ich einen Freund kennen, der ebenfalls ein bisschen sprühte und in dieser Zeit war ich auch recht aktiv dies aber nicht besonders lang, da wir beide dann irgendwann von den Bullen geschnappt wurden. Dann war erstmal Pause und ich habe kaum mehr illegal gemalt jedoch habe ich mich weiterhin für Graffiti interessiert und zumindestens zu Hause ab und an Bilder auf Papier gemalt. Sticker und Schablonenarbeiten habe ich damals auch machmal gemacht, aber nur phasenweise.

Richtig Streetart mache ich eigentlich erst seit ca. 3 Jahren und das auch sehr aktiv, d.h. eigentlich beschäftige ich mich fast täglich damit täglich, sei es irgendwo einen Aufkleber zu verkleben oder an einem neuen Motiv zu arbeiten. Graffitis male ich dagegen nur noch ab und zu.

peng mini stickerWas ist ausschlaggebend für die Auswahl Deiner Motive oder Texte, die Du dann in der City platzierst?

Verschiedenes. Da ich viele meiner Sticker mit der Hand male bzw. diese mit Edding/Lackmarker zeichne sind meine Motive oft einfach und klar gehalten. Zusätzlich habe ich jetzt auch nicht die Lust ewig lange an einem Sticker rumzumalen um dann zu sehen, dass er 1 Woche später wieder entfernt wurde.

Anders verhält es sich natürlich bei ausgedruckten Stickern – hier können die Motive durchaus detaillierter sein. Generell sind aber meine Motive fast immer recht einfach und strukturiert gehalten. Das muss nicht heissen das alle meine Bilder in dieser Art aussehen, jedoch finde ich diese Motivart für Streetart gut geeignet, da sie, auch wenn sie in der Größe klein sind, markant und deutlich und damit auch auffälliger sind.

Bei den Texten ist es einfach so, dass ich solche Texte wähle die sich interessant oder lustig anhören. Dies können Texte von mir sein oder es sind einfach Texte/Textepassagen die ich irgendwo mal gehört oder gelesen habe.

„If you see here say hello“ ist ein Sogtitel von Bob Dylan.

„Weil wir einverstanden sind“ ist eine Textpassage von den Goldenen Zitronen.

„Ich bin ein Elefant Madame“ ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahre 1969.

peng elefant stickerSchon mal Stress gehabt mit der Polizei oder dem Ordnungsamt?

Wie oben schon erwähnt, ja. Sonst habe ich aber keine Probleme gehabt, obwohl ich schon mitbekommen habe, dass jemand wegen Wildplakatierens hier in FFM eine Anzeige bekommen hat.

Würdest Du sagen, es gibt eine feste oder gar wachsende Streetart-Szene in Frankfurt und wie ist der Kontakt untereinander?

Die Streetart-Szene in FFM ist meiner Meinung nach sehr klein. Wenn man Spot bzw. City Ghost noch dazu zählt, und er/sie ist zur Zeit wieder sehr aktiv, ist die Streetart-Szene etwas größer (Obwohl ich denke, dass er /sie sich als reiner Graffiti-Künstler sieht.) Ansonsten gibt es ja nicht viel; klar es gibt noch „The City loves you“, V3nt oder auch Frischgestrichen, wobei diese aber nicht besonders aktiv sind.

peng stickerMan muss wirklich dazu sagen, dass Streetart in Frankfurt auch sehr schwierig ist: es gibt kaum Leerstand, Plakate werden generell extrem schnell entfernt und selbst Stromkästen oder Verkehrsschilder werden von der Stadt gereinigt. Das kann schon zermürbend sein. Insbesondere bei Plakaten heisst es wirklich gezielt gute Stellen zu finden bzw. an diesen zu kleistern.

Hier in Frankfurt habe ich jetzt direkt zu keinem Kontakt, weiss aber teilweise schon wer wer ist. Bisher hat sich kein wirklicher Kontakt ergeben.

peng tagGibt es Künstler(innen) deren Werke Du besonders magst?

Besonders gut gefallen mir die alten Sachen von Stefan Marx (bzw. damals noch unten seinen Streetartnamen „Gomes“) und von auch 1010, ebenfalls aus Hamburg oder auch von oz, wieder aus Hamburg.

Zum Schluss sei noch sein Flickr-Account und der Blog Die kollektive Offensive erwähnt, wo auch immer wieder Werke von ihm gezeigt werden- immer einen Blick wert. Enjoy!

Comments (8)

  1. Mietze Katz

    Sehr schöne Interview-Idee und noch schönere Umsetzung!Ich mag die Details und die schrägen Ideen von Peng besonders und hoffe noch viele schöne Sachen von ihm zu entdecken.

  2. ich schließe mich dem obigen kommentar an!danke dafür!dass man sein gesicht nirgendswo sieht, erinnert an bansky.

  3. ein schöner artikel…kenne die arbeiten ja von deiner flickr site…ist eine kunst-art die mir sehr gefällt…insbesondere von PENG

  4. Pinkback: The VISUALIZERS blo go go » Motivationshilfe

  5. Pinkback: The VISUALIZERS blo go go » Peng auf Paket

  6. Von wem ist eigentlich das pinke Schwein an der Grünen Brücke in ffm (Flößerbrücke?)

  7. Anonymous

    Ja genau so ein. Thx :-)

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