Wenn sich Politik in Kunst einmischt, kommt nichts Gutes dabei heraus. So zu sehen derzeit in Frankfurt, am Beispiel der Frankfurter Hauptschule und ihrer Kunstperformance „Im Windschatten des Niedergangs“. Doch der Reihe nach. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag erreichte mich die folgende Pressemitteilung der Galerie Kaiser P, Laden 48, Kaiserstraße 62-64, 60329 Frankfurt am Main

Absage der Veranstaltung “Im Windschatten des Niedergangs” / 13.-15 Nov. in der Galerie Kaiser P

„Sehr geehrte Damen und Herren,

leider sehen wir uns infolge der überhitzten medialen Berichterstattung und des daraus entstandenen Drucks durch die Frankfurter Stadtpolitik und der Eigentümerin der Kaiserpassage gezwungen, die für das Wochenende geplante Kunstperformance „Im Windschatten des Niedergangs“ der Frankfurter Hauptschule abzusagen. Wir bedauern das sehr und sehen die Freiheit der Kunst in Frage gestellt.

Aufgrund von Äußerungen von Vertretern der Stadt Frankfurt müssten wir im Falle der Durchführung der Performance mit wirtschaftlichen und finanziellen Risiken rechnen, die zu tragen uns nicht zumutbar wären.

Weiterhin bedauern wir, dass die zahlreichen Kunstaktionen der vergangenen Jahre, zuletzt im Oktober die Inszenierung „Agonie und Extase des Steve Jobs“ in der Regie von Mina Reinhardt Hassenzahl, medial nicht im Mindesten die Aufmerksamkeit erfahren haben, welche die Ankündigung der Performance nun erfahren hat.

Fest steht, dass nicht erst seit der Initiative TAB die Kaiserpassage ein Ort für Ausstellungen, Konzerte und Kunstaktionen ist, und zwar durchweg ehrenamtlich.

Konzept der Galerie Kaiser P ist seit 2012, unterschiedlichsten Künstlern unentgeltlich Räume zur Realisierung ihrer Kunst zur Verfügung zustellen, so sie ein Konzept haben. Hierbei war es selbstverständlich, inhaltlich keinerlei Einfluss zu nehmen.

Mit freundlichen Grüßen,

Galerie Kaiser P“

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In der Frankfurter Rundschau vom 10.11.2015 heißt es, dass Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) erklärt habe, gegen die geplante Kunstaktion der Frankfurter Hauptschule vorzugehen, zumal Heroinkonsum mit Ansage strafrechtlich relevant sei. Die Sprecherin des Kulturdezernats, Anja Runge, sagte zudem, dass im Antrag von Heroin keine Rede gewesen sei, sondern lediglich ein Diskurs im Bahnhofsviertel, mit drastischer Thematisierung. Werde man tatsächlich Heroin spritzen, würde man die Förderung zurückziehen.

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Kunst im Jahr 2015 in Frankfurt sieht also wie folgt aus: Kein Problem ein Opfer wie Daniel Wirtz, der gemeinsam Konzerte mit den Onkelz-Kartoffeln bestritten hat, als Aushängeschild für eine Verdrängung-durch Kunst-Inititiave einzusetzen – und wie peinlich ist denn bitte schön jede Person, die da auch noch mitmacht? – aber wenn etwas nicht in den Kram passt, gleich mal mit Sanktionen drohen. Hat es sich die Stadt Frankfurt nicht gerade erst vor wenigen Wochen auf die Fahne geschrieben, etwas gegen die Abwanderung der Künstler aus Frankfurt zu tun? Und war Kunstfreiheit eigentlich nicht mal durch das Grundgesetz gedeckt? Traurig jedenfalls die Erkenntnis, wie viele lokale Kunstprojekte offenbar am Tropf der Stadt hängen.

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Die Künstlergruppe bedauert die Situation und sucht nach Alternativen und will in Kürze über Hinter-, Vorder- und Untergründe informieren.

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