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„Frankfurt Trends“ auf Twitter

So so, nachdem längere Zeit nur Berlin (gähn), Hamburg (gääähn) und München (gäääääähn) als deutsche Städte von Twitter für deren Trends berücksichtigt wurden, darf jetzt auch endlich Frankfurt am Main mit den Großen pissen gehen.

Auf Twitter hat man nun also die Möglichkeit, die [highlight]Deutschland Trends[/highlight] (i.d.R. gilt hier: Je dämlicher das TV-Format und kitschiger die Musik, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass es trendet) gegen [highlight]Frankfurt Trends[/highlight] einzutauschen und die Twitternutzung eine Nuance lokaler zu gestalten. Oder wie es seitens Twitter dazu heißt: „Regionale Trends geben einen Einblick in das, was in bestimmten Gegenden Deutschlands gerade passiert.“

[pullquote]Twitter Trends jetzt in 100 weiteren Städten:  Heute launchen wir Twitter Trends in 100 zusätzlichen Städten weltweit. In Deutschland wird es ab jetzt regionale Trends für folgende Städte geben: Köln, Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Bremen, Dresden und Leipzig.“[/pullquote]Nachdem ich mir das nun ca. eine Woche lang angeschaut habe, konnte ich bisher nicht ein einziges mal ein lokales Thema dort entdecken. Trenden tut ein ähnlicher Rotz wie in anderen Städten oder eben diesen [highlight]Deutschland Trends[/highlight]. Demnach scheinen also ziemlich viel gleichgeschaltetete Internetpeople im Twitterdeutschland unterwegs zu sein. Sicher, warum sollten Geschehnisse andernorts nicht auch die Menschen in Frankfurt interessieren, wo sowieso gefühlt die Hälfte der Einwohner bei jeder günstigen Feiertags- und Brückentagskonstellation die Gelegenheit ergreift, ins heimische Nest irgendwo in Deutschland zu reisen und die Stadt sich selbst zu überlassen.

Selbst zum Eintracht-Spiel am Samstag gelangte kein #Eintracht- oder #SGE-Hashtag in die [highlight]Frankfurt Trends[/highlight]. #VGF und #RMV, lokale Twitter-Dauerthemen, ebenfalls nicht. Nun habe ich nicht 24/7 einen Blick auf die [highlight]Frankfurt Trends[/highlight] gehabt, aber selbst wenn die Tage etwas mit Bezug zur Stadt dort aufgetaucht sein sollte, dann ist es jedenfalls wieder ganz schnell verschwunden. Schade eigentlich. Aktuell lassen sich Hashtag-Highlights wie #effzeh, #bochum, #smartphone, #domian, #nowplaying oder #bsf entdecken. Fehlt eigentlich nur noch #DeineMudder.

Was aber, wenn das alles gar nicht oder nicht ausschließlich mit den User/innen zusammenhängt? „Trends werden automatisch von einem Algorithmus generiert, der die Themen identifiziert, über die genau in diesem Moment mehr gesprochen wird als noch kurz davor. Somit könnt Ihr sehen, welche Themen gerade brandaktuell sind und nicht nur das, was gerade auf Twitter am beliebtesten ist.“ Das „genau in diesem Moment“ ist natürlich sehr weit hergeholt, denn die Trends auf Twitter lassen an Aktualität oftmals ziemlich viel zu wünschen übrig, oftmals tauchen bereits (fast) zwei Tage alte Themen dort [highlight]neu[/highlight] auf. Also wohlgemerkt welche, die auch nur vor zwei Tagen- und keinen Tag länger- aktuell waren.

Im [highlight]Twitter-Hilfe-Center[/highlight] gibt es zum Thema Trending Topics leider nur unbrauchbares Gesülze. Der Satz „Trends werden von einem Algorithmus bestimmt und sind auf Dich persönlich zugeschnitten, basierend darauf, wem Du folgst und wo Du Dich befindest.“ ist zwar aller Ehren wert, aber leider auch ziemlich an den Haaren herbeigezogen. Das, was mir seinerzeit in den [highlight]Deutschland Trends[/highlight], und zuletzt in den [highlight]Frankfurt Trends[/highlight], angezeigt wurde hat nichts mit mir, meinen Aufenthaltsort und den Leuten denen ich folge zu tun. Eher schreibt Noel wieder Songs für Liam.

2 Kommentare zu “„Frankfurt Trends“ auf Twitter

  1. Ich glaube, diese Städtetrends laufen noch gar nicht. Wenn man sich einmal durch alle Städte klickt, sieht man, dass alle fast identisch sind, und die „Deutschland-Trends“ auch. Ich weiß auch nicht, woher Twitter wissen kann, dass jemand gerade in Essen oder Düsseldorf sitzt, außer er gehört zu den wenigen, die den Standort explizit angeben.

    • Ich habe irgendwie die Vermutung, dass mind. denen Ihr Algorithmus irgendwie überdenkenswert wäre.

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