Der Rückgabezuschlag bei Mietrad-Anbietern in Frankfurt

Ich müsste einer der Allerersten gewesen sein, die sich damals bei Call a Bike in Frankfurt angemeldet haben. Und ebenso lange her ist es, dass ich bei nahezu jedem Leihvorgang und jeder Rückgabe eines Bikes interessierten Bürger/innen erklärte, was ich denn da genau mache und was es mit diesen Fahrrädern auf sich hätte. Da ich kein eigenes Fahrrad besaß meldete ich mich bei Call a Bike, dem Mietrad-Angebot der Deutschen Bahn, an und hatte fortan neben Auto, Bus oder Bahn eine weitere Möglichkeit um von A nach B zu kommen.

Gegenüber der Nutzung von Bus und Bahn gab es für mich hierbei folgende Vorteile:

  • Ich war nicht auf bestimmte Stationen angewiesen und konnte immer bis vor die Haustür fahren,
  • es war preiswert
  • und ersparte zu manch später Stunde die Konfrontation mit der weltstädtischen 20- bis 30-Minuten-Taktung des RMV-Verbundes in Frankfurt.

Bereits im vergangenen Jahr erledigte sich für mich Nutzung von Call a Bike, da einige Umstellungen vorgenommen wurden. So wurden beispielsweise Ausleihstationen eingeführt. Um das Auffinden der Fahrräder leichter zu machen. Okay, leuchtet durchaus ein. Nicht selten hatte ich das Gefühl, das mir die App zum Dienst ein Bike anzeigte, jenes aber dort nicht anzutreffen war. Der Verdacht lag nah, dass sich manch einer das Bike in einem nicht für jederman zugänglichen Hinterhof, Treppenhaus oder Keller abstellte, um tags drauf 100% darauf zurückgreifen zu können. Oder das Anzeigesystem war über Jahre hinweg fehlerhaft. Ab sofort war aber auch 1€ fällig, wenn man das Fahrrad nicht an diesen Stationen abstellte, womit der „Bis vor die Haustür fahren-Vorteil“ der Vergangenheit angehörte, zumindest wenn man öfter zum Leihfahrrad griff.

Dieses Jahr setzt man sogar noch einen drauf. Mit der bereits am 19. April 2013 kommunizierten Preisliste zum 1. Juni 2013 wurde mitgeteilt, dass eine Rückgabe abseits dieser Stationen mit einem Zuschlag von 5 Euro berechnet wird.

Bei Next Bike, einem Mitbewerber auf diesem Markt, sieht es diesbezüglich leider auch nicht viel besser aus. Zwar hat man dort von Beginn an auf solche „Stationen“ gesetzt, erfolgt die Rückgabe jedoch nicht an einem solchen offiziellen Standort, werden sogar mindestens 10 € + 2 € pro km berechnet. 

4 Kommentare zu “Der Rückgabezuschlag bei Mietrad-Anbietern in Frankfurt

  1. Durch die ab 1. Juni in Kraft getretene Preisliste macht Call-a-bike nun überhaupt keinen Sinn mehr. Ich wohne in der Innenstadt, aber Stationen sind bei mir nicht in direkter Nähe, sodass ich erst umherdackeln müsste, um mir ein Rad auszuleihen. Und auch die Abstellstationen sind wenig benutzerfreundlich. Schade, denn als langjähriger Kunde hatte ich wirklich Gefallen an dem Konzept gefunden.

  2. deenemec

    Das Modell von Call a Bike ist für mich seit der Neuerung vom April tot. Ich habe bereits gekündigt. Ich finde es geradezu absurd, in einer Stadt, die so klein ist wie Frankfurt einen Stationszwang einzuführen und das Abstellen abseits einer Station mit 5 Euro zu belasten. Wenn man sich die Stationen anschaut, ist das Angebot de facto nur noch in der Innenstadt interessant, weil dort das Stationsnetz engmaschig genug ist. Aber: In der City kanns du auch jede Distanz problemlos laufen. In Sachsenhausen sieht es schon schlechter aus. Und jetzt kommt’s: In Niederrad gibt es nur eine (!) Station am S-Bahnhof. Was bedeutet das für mich? Ich laufe 10-15 Minuten zum S-Bahnhof, um dann 15 Minuten in die City zu fahren und umgekehrt. Abwegig! Und wenn ich das Bike an einer Kreuzung in meiner Straße abstelle, dann zahle ich 5 Euro (!) und die Zeitgebühr, also ca. 7,50 Euro. Alter, damit kann ich fast dreimal mit der S-Bahn/Tram fahren und mir ein Taxi in oder aus der City leisten (noch günstiger mit mehreren Leuten). Welcher Hirnfick hat sich dieses Preismodell ausgedacht. Das ist nur noch etwas für Leute, die so viel verdienen, dass sie auf Peanuts pfeifen können. So gentrifiziert sich Call a Bike. Ohne mich. Next Bike ist das gleiche in grün. Vielleicht noch geeignet für eine ulkige Stadtrundfahrt als Tourist aus Asien oder Nordamerika geeignet. Mehr nicht.

    • Dem kann ich nur zustimmen. Das Stationensystem ist so unsinnig, sodass das ganze CAB-System in FFM nun quasi obsolet ist. Sehr traurig.

  3. ihr seid es nicht anders gewohnt in frankfurt. ihr werdet euch dran gewöhnen und die stationen mit der zeit inne haben. es ist ein tolles system, welches nur stationsgebunden sinn macht (siehe paris, barcelona…) und auch nur damit regelgerecht funktionieren wird. grüße aus stuttgart bzw grad frankfurt ;-)

Kommentare sind geschlossen.