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Es müsste kurz nach der Jahrtausendwende gewesen sein, als ich mich erstmals näher mit den Wappen der Stadt Frankfurt am Main und des Sportvereins Eintracht Frankfurt befasst habe. Ich weiß nicht mehr genau was der Auslöser war, vermutlich das von mir erst später bemerkte neue Wappen der Eintracht, das zum 100-jährigen Bestehen eingeführt wurde, wobei die Eintracht als „Eintracht“ erst 1920 in Erscheinung trat. Das Gründungsjahr 1899 stammt von den Vorgängervereinen „Victoria“ und „Kickers“, aus den zahlreichen Zusammenschlüssen von Vereinen und Abteilungen schrieb man sich halt das älteste Datum auf die Fahne und demzufolge hat man bis heute auch (mind.) 7 verschiedene Wappen vorzuweisen. In diesem Zusammenhang stieß ich auch auf die vielen Wappen der Stadt Frankfurt am Main und somit auch auf das von Hans Leistikow im Jahr 1925 entworfene Stadtwappen in all seinen Variationen.

Stadtwappen-Adler von hans Leistikow ind er der Design-aus-Frankfurt-Ausstellung

Einige Varianten des Frankfurter Adlers von Hans Leistikow, gesehen in der Ausstellung
Weniger aber besser – Design in Frankfurt 1925-1985: Das Frankfurter Zimmer (2013)

Im Rahmen des Stadtplanungsprogramms „Das Neue Frankfurt“ holte Stadtrat Ernst May seinen Bekannten Hans Leistikow nach Frankfurt am Main, wo er als Leiter des Grafischen Büros eingesetzt wurde. Sein Beitrag lag vor allem auf Gebieten der Typografie und Gebrauchsgrafik, beteiligt war er u. a. am Layout der Zeitschrift Das Neue Frankfurt, an der Farbgebung städtischer Bauten sowie an dem hier thematisierten Stadtwappen.

Ich finde zwar keinen der Frankfurt-Adler von Hans Leistikow perfekt – am ehesten sagt mir der zu, der in großer Darstellung in der Ausstellung Alles neu! 100 Jahre Neue Typografie und Neue Grafik in Frankfurt im Museum Angewandte Kunst (2016) zu sehen war –, aber auf jeden Fall mag ich nicht die Varianten, bei denen mich die Gestaltung der Flügel an Chanukka- und/ oder Menora-Leuchter und die Krallen an Legofigurenhände erinnern. Da die Nazis dafür wenig zu begeistern waren, wurde das Wappen, das für stadtamtliche Drucksachen und Briefköpfe bis in die 1930er Jahre verwendet wurde, von ihnen gegen das bis heute (!) gültige ausgewechselt. Eigentlich seltsam, dass das bis heute beibehalten wurde.

100 Jahre Neue Typografie und Neue Grafik in Frankfurt - Ausstellung im Museum Angewandte Kunst Frankfurt

Frankfurter Adler von Hans Leistikow in der Ausstellung „Alles neu! 100 Jahre Neue Typografie und Neue Grafik in Frankfurt“ im Museum Angewandte Kunst (2016)

Im Frankfurt am Main ist der Leistikow-Adler in einer Gedenktafel für Johanna Kirchner an der Paulskirche eingearbeitet …

Johann-Kirchner-Gedenktafel mit Leistikow-Adler an der Frankfurter Paulskirche

Leistikow-Adler in Gedenktafel für Johanna Kirchner in Frankfurt

… und aktuell auch auf einer Hinweis-Tafel zur DB Lounge im Frankfurter Hauptbahnhof, zumindest eine Abwandlung davon und auf der großen Digitaldisplayanzeige am Historischen Museum zu sehen. Ein weiteres Exemplar findet sich auf einem Schaufenster eines Fahrradgeschäftes in Nähe des Mainufers.

Abwandlung des Leistikow-Adlers für Hinweis-Tafel der DB Lounge im Frankfurter Hauptbahnhof

Display mit Leistikow-Adler beim Historischen Museum Frankfurt

Frankfurter Adler von Hans Leistikow im Einsatz bei einem Fahrradgeschäft

Eine Variante des Frankfurter Adlers von Hans Leistikow wird auch verwendet in einer Tafel, die an das Wohnhaus von Ludwig Landmann erinnert.

Frankfurter Adler von Hans Leistikow erinnert an Ludwig Landamm

Im Bereich Urban Art ist er mir 2011 in der Altstadt zum ersten Mal aufgefallen, als rund um die U-Bahn-Station Dom/Römer viele Flächen mit Graffitikunst bemalt wurden. Dort war er auf den Schildern der Römer angebracht.

Naxos-Bande-Graffitikunst mit Leistikow-Adler in Frankfurt am Main

Naxos-Bande-Graffitikunst mit Leistikow-Adler in Frankfurt am Main

Naxos-Bande-Graffitikunst mit Frankfurt-Adler von Hans Leistikow

Naxos-Bande-Graffitikunst mit Frankfurt-Adler von Hans Leistikow

Nach den bereits zuvor erwähnten Ausstellungen im Museum Angewandte Kunst (2013, 2016) und Historisches Museum Frankfurt (2022), in denen auch der Leistikow-Adler thematisiert wurde, erschienen ab 2016 Ausgaben des Graffitimagazins Gossenpost. Für jenes Format kommt der Adler themenspezifisch mit Sprühdose und Marker, später auch noch um eine Baseballcap ergänzt zum Einsatz, und zwar sowohl im Magazin, als auch in Aufklebern im Stadtgebiet.

Abwandlung des Leistikow-Adlers von Gossenpost

Abwandlung des Leistikow-Adlers von Gossenpost

Abwandlung des Leistikow-Adlers von Gossenpost

Gossenpost-Abwandlung des Leistikow-Adlers mit bunten Streifen als Aufkleber

Abwandlung des Leistikow-Adlers von Gossenpost

Abwandlung des Leistikow-Adlers von Gossenpost

Neben Aufklebern mit dem Wappen allein …

Aufkleber mit Stadtwappen-Entwurf von Hans Leistikow

… lassen sich auch Exemplare mit antifaschistischer Ausrichtung entdecken.

„Antifaschistisch - Entschlossen - Vehement" - Aufkleber mit Gossenpost-Abwandlung des Leistikow-Adlers

„Good night white pride“ - Aufkleber mit eingearbeitetem Leistikow-Adler

Aufkleber mit Leistikows Frankfurt-Adler und Antifa-Fahnen in Lorbeerkranz gefasst

Zu guter Letzt: Der Leistikow-Adler im Original wie auch wieder in abgewandelter Form mit Bezug zu Eintracht Frankfurt, einmal als Aufkleber, einmal als Teil einer Choreo vor einem Heimspiel in der UEFA Europa League.

Aufkleber zeigt Eintracht-Frankfurt-Wappen und Stadtwappen Frankfurts von Hans Leistikow

Frankfurt-Adler von Leistikow zusammen mit schwarz-weißer Maske und Eintracht Wappen

Frankfurt-Adler von Leistikow und altes Eintracht-Frankfurt-Wappen mit SLogan Gemeinsam in Eintracht

Aufkleber mit Frankfurt-Adler von Hans Leistikow, Geripptes, Bembel und Eintracht-Wappen

Aufkleber mit Frankfurter Adler von Hans Leistikow und Bezug zur BSG Chemie Leipzig

Aufkleber mit Frankfurter Adler von Hans Leistikow und von einem Wappen von Eintracht Frankfurt und dem Text Per sempre Frankfurt

Bei weiteren Fundstücken zum Frankfurt-Adler von Hans Leistikow werden Fotos davon in diesen Beitrag nachträglich an der passenden Stelle des Artikels eingepflegt und evtl. auch entsprechend textlich ergänzt, aber ich werde das nicht gesondert kennzeichnen.

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