Seit dem 18. April und noch bis zum 17. Mai 2026 präsentiert der Frankfurter Kunstverein die Ausstellung „Hidden History – Facetten der Subkultur“. Besucht habe ich diese Schau, weil ich im Vorfeld online Bilder davon gesehen habe, die womöglich endlich eine Antwort darauf enthielten, was ich Mitte der 1990er Jahre entdeckt hatte, als ich in Bockenheim lebte und regelmäßig an der U-Bahn-Station „Leipziger Straße“ ein- und ausgestiegen bin. Auf einem der vielen an den Decken platzierten Plexiglaselemente, die sonst mit Texten und Grafiken zur Haltestelle beklebt sind, stand in derselben Machart der Satz „Glaubst du, du bist der Einzige, der leidet?“ So weit, so banal, möchte man meinen, und dennoch blieb mir dieser Satz und die Art der Umsetzung bis in die heutige Zeit in Erinnerung, suchte später auch immer wieder im Internet danach.

Im Instagram-Feed von Heiner Blum waren kürzlich Fotos zu sehen, auf denen genau solche Plexiglaselemente mit vergleichbaren Texten auftauchten, allerdings nicht in derselben U-Bahn-Station. Titel seines Projekts: „Metro / Subterrane Typographie“, entstanden 2002 und umgesetzt in den B- und C-Ebenen der U- und S-Bahn-Stationen Konstablerwache und Hauptwache, die zugleich auch seine einzigen vier Arbeiten dieser Art waren, da die Deutsche Bahn sich für eine großflächigere Fortsetzung nicht begeistern ließ. Ein anderes Jahr also, ebenso andere Stationen und tatsächlich nur diese vier Sätze. In der Ausstellung erfährt man immerhin, dass die von ihm gewählten Sätze in einem Bezug zur in den 1960er Jahren in Frankreich entstandenen Situationistischen Internationalen – ihr wird u. a. der Satz „Sous les pavés, la plage!“ („Unter dem Pflaster liegt der Strand!“) zugeschrieben – stehen.

Möglicherweise geht also der Satz, den ich ca. 7 bis 9 Jahre vor Heiner Blums „Metro“ in Bockenheim gesehen habe, ebenfalls auf eine Person zurück, die sich auf die Situationistische Internationale bezog, wobei ich das schon sehr kurios finde, wie sich das in der Umsetzung – nicht nur ein Text ähnlicher Art, sondern auch dieselbe/ähnliche Schrift und die Nutzung der an Decken platzierten Plexiglaselemente – ähnelt. Na mal sehen, ob ich diesbezüglich irgendwann nochmal etwas konkreteres in Erfahrung bringe.

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Deborah Kass – OY/YO

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Zollamt MMK – Tohé Commaret
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