Musik ist einfach nur Musik. Sie braucht keine Cover für CDs, Kassetten und Schallplatten oder Thumbnails für Streamingdienste, und auch keine (Musik-)Videos. Damit wird lediglich die Vermarktung bedient, kein Song oder Album wird dadurch besser, die Produktion wird lediglich um eine absatzfördernde visuelle Komponente erweitert. Missen möchte ich derlei Arbeiten aber dennoch nicht, denn spätestens als Ende der Achtziger/ Anfang der Neunziger viele House- und Techno-Platten nur mit dem eigentlich als Innenhülle vorgesehen Schutz veröffentlicht wurden – und ich meine nicht nur Testpressungen bzw. Promos- vermisste ich als Konsument das bis dahin als Standard vorausgesetzte Gesamtpaket mit Plattencover. Auch schlimm damals: Labels, die alle Releases in derselben Gestaltung auf den Markt gebracht haben – ein ähnlich furchtbares Vorgehen gibt es auch bei Buchverlagen – und nur durch das Sichtfenster oder einen Aufkleber erkennbar war, um welche Produktion es sich überhaupt handelte. Die Tracks blieben natürlich nicht weniger interessant wie man sie zuvor bei Freunden, in den Clubs, auf Partys oder in der hr3 Clubnight gehört hatte. Niemals würde ich auf den Kauf von Musik verzichten, nur weil kein Cover vorhanden ist oder die Covergestaltung nicht meinem Geschmack entspricht. Ich kann mich allerdings nicht daran erinnern, Musik gekauft zu haben, nur weil Cover toll war.

Zu Plattencovergestaltungen gibt es mittlerweile auch viele Bücher, in denen entsprechende Arbeiten verschiedener Epochen und Genres präsentiert werden. Wie das mit den Plattencovern überhaupt alles einmal begann, wurde neulich bei Deutschlandfunk Kultur in einem 30 minütigen Zeitfragen-Feature zu Schallplatten-Covern erzählt.

„Musik ist allgegenwärtig geworden. Die Sinnlichkeit bleibt bei den Thumbnails auf unseren Smartphones aber oftmals auf der Strecke. Vinylfreude hören auch mit ihren Augen und Händen – ein großes Schallplatten-Cover ist für ihren Genuss unverzichtbar.“

Druckverfahren als Wandbild an Hausfassade in Frankfurt am Main
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