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Parallel zur Deckenerneuerung im Abschnitt der Eichwaldstraße zwischen Berger Straße und Burgstraße wurden an der Kreuzung Burg- und Eichwaldstraße auch Fahrradbügel aufgestellt. Die Idee dazu hatten die Grünen vom Ortsbeirat 4, sie trugen dieses Anliegen im April 2021 an den Magistrat der Stadt Frankfurt am Main heran. Hierzu hieß es:

„Das große Eckgebäude wurde über einige Jahre umgebaut. Nun hat der dortige Öko-Lebensmittelmarkt wieder eröffnet, mit Eingang von der Burgstraße her. Wie zu beobachten ist, gibt es den Bedarf der Kundschaft, das Fahrrad in der Nähe des Eingangs abzustellen. Es gibt hinreichend Platz.“ (Antrag vom 20.04.2021, OF 4/4)


Offenbar ist das also eine Ecke in Bornheim, in der sonst wenig Radfahrer*innen verkehren, da solche Fahrradbügel bisher nicht erforderlich schienen und nun wegen Kund*innen von Alnatura aufgestellt werden sollen bzw. mittlerweile aufgestellt wurden. Vielleicht spielt aber auch der schicke neue Umbau „B-UP! Frankfurt“, u.a. auch mit einem Pilates-Studio im EG, eine Rolle, jedenfalls habe ich noch nie zuvor so viele Fahrrad-verboten-Schilder entlang eines Gebäude gesehen. Hat da etwa jemand Angst vor Kratzern durch Fahrräder?

Fahrräder-verboten-Schilder am Haus mit Alnatura in der Burgstraße in Bornheim (Frankfurt am Main)

Wie ich seit Aufstellen der Fahrradbügel von Mitte April bis Mitte Juni beobachtet und fotografisch dokumentiert habe, sind die Fahrradbügel an einer von drei umgestalteten Ecken problematisch: Die Ecke Burg- und Eichwaldstraße auf Seite des Alnatura-Geschäfts wird von vielen Menschen genutzt um die Straße zu überqueren und diese müssen nun durch das Hindernis Fahrradbügel hindurch.

Behinderung von Fußgänger*innen aufgrund der neuen Fahrradbügel an der Ecke Burgstraße und Eichwaldstraße in Frankfurt-Bornheim

Der Bordstein an dieser Stelle ist übrigens nun auch nicht mehr abgesenkt, sondern ungewöhnlich hoch.

Burgstraße mit abgesenktem Bordstein

Quelle: www.google.de/maps

Burgstraße mit hohem Bordstein

Weiterhin ist zu beobachten, dass Radfahrer*innen unabhängig des Angebots an Fahrradständern bei Alnatura und den neuen Fahrradbügeln an der Ecke Burg- und Eichwaldstraße nicht unbedingt dazu neigen, ihre Fahrräder an die dafür vorgesehenen Vorrichtungen anzuschließen. Klar, die Besitzer*innen sind – ganz wie Radfahrer*innen es bei vergleichbaren Situationen den Autofahrer*innen vorwerfen – „nur mal kurz“ im Alnatura einkaufen, vermutlich Typen, die auch ihren Fahrradhelm aufbehalten, wenn sie einkaufen gehen.

Auch nicht schön: Eines der 6 Fotos im nächsten Bild zeigt, dass man bei Alnatura den Fahrradständer auch mal so aufstellt, dass die wenigen Fahrräder, die darin abgestellt werden, nicht parallel zum Gebäude stehen, sondern in den Gehweg hineinragen, was somit noch weniger Platz für Fußgänger*innen an dieser Stelle bedeutet.

Fahrräder vor Alnatura in der Burgstraße in Frankfurt-Bornheim nutzen nicht die Fahrrädständer

„Dank“ dieses Alnatura-Eingangs in der Burgstraße – ein anderer Eingang zum Geschäft befindet sich in der Petterweilstraße – sind übrigens mittlerweile auch vermehrt Radfahrer*innen auf dem Gehweg zu beobachten, die natürlich immer bis direkt vor dem Eingang des Geschäftes fahren und nicht etwa absteigen. Auch das wieder eine Parallele zu Autofahrer*innen, für die nur der Parkplatz direkt vor dem Haus zählt, notfalls regelmäßig auch im Parkverbot in die Fahrbahn hineinparken, Hauptsache keinen Schritt zu viel laufen …

Aufgrund der Absurdität dieser Situation kam ich kurzerhand auf die Idee, den eigentlich schon fertigen Artikel um eine Stellungnahme von den Grünen zu ergänzen und als ich gestern endlich mal ein entsprechendes Schreiben fertig formuliert hatte, habe ich im Parlamentsinformationssystem (PARLIS) der Stadt Frankfurt am Main gesehen, dass die sich mittlerweile selbst nochmal deswegen an den Magistrat gewendet haben. Darin heißt es:

„Der Magistrat wird gebeten, die Fahrradbügel an der Burgstraße so anzubringen, wie es in der Anregung des Ortsbeirates am 4. Mai 2021 beschlossen wurde.  […] Gleichzeitig wird der Magistrat gebeten, die kürzlich montierten Fahrradbügel unmittelbar an der Burgstraße/ Ecke Eichwaldstraße um mindestens zwei zu reduzieren und die Bordsteinkante zum barrierefreien Passieren der Burgstraße abzusenken. Begründung: Die vor Kurzem aufgestellten Fahrradbügel blockieren regelrecht die betreffende Straßenecke für Zufußgehende, die die Burgstraße überqueren wollen. Gleichzeitig ist die Anzahl der Fahrradbügel insgesamt zu gering für den Bedarf und befinden sich an der falschen Stelle.“ (Antrag vom 19.06.2023, OF 321/4)

Auch ich dachte ursprünglich daran, dass mindestens ein Fahrradbügel entfernt werden sollte, aber dann standen im nächsten Moment auch schon E-Scooter und Leihfahrräder an dieser Stelle, weswegen ich lieber alles abbauen würde, sonst wird das schnell die nächste Chaosecke in der Gegend rund um den Günthersburgpark. Dass der Bedarf an Fahrradbügeln noch zu gering sein soll, entspricht allerdings nicht meiner Beobachtung, ganz im Gegenteil. Zu meiner eigenen Entlastung verzichte ich an dieser Stelle jedoch auf drölfzig Fotos von spärlich bis gar nicht genutzten Fahrradständern, die ich auch immer zeitgleich zu den anderen Situation fotografisch festgehalten habe. Außerdem ist bereits auf den hier zu sehenden Fotos zu erkennen, dass vielen Radfahrer*innen einfach nur wenig gewillt sind, solche überhaupt zu nutzen.

Mir ist nicht bekannt, ob etwas, das an den Magistrat herangetragen wird, öfters anders umgesetzt wird als es im Antrag angegeben wurde und ganz offensichtlich sich nicht auch nochmal kurz ausgetauscht wird vor der Umsetzung, aber interessieren würde es mich schon, auf welcher Grundlage entschieden wurde, dass die aktuelle Umsetzung eine gute Idee sein könnte. Mit Ortskenntnissen kann das jedenfalls nicht viel zu tun haben.

Update 14.07.2023:
Kurios: Kurz nach Veröffentlichung dieses Artikels erschienen, waren die Fahrradständer, die zuvor täglich vor dem Eingang zu Alnatura aufgestellt waren, verschwunden. Nun stehen die Fahrräder dort halt ohne Fahrradständer entlang der Hauswand. Der Rest ist wie zuvor, Fahrradfahrer*innen fahren immer noch auf dem Gehweg bis direkt vor das Geschäft und die Fahrradbügel stehen natürlich auch noch alle da, aber so etwas ändert sich – leider – vermutlich auch nicht von heute auf morgen.

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