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Vom 6. bis 15. Mai 2022 findet das Festival der jungen Talente (FDJT) zum 10. Mal statt. Es bringt künstlerische Disziplinen verschiedener Institutionen aus Frankfurt, Gießen, Mainz und Offenbach zusammen und fördert multidisziplinäre Formate. Gastgeber ist auch in diesem Jahr wieder der Frankfurter Kunstverein.

Ein Programmpunkt in dieser Zeit wird auch das als Performance angekündigte „The Buff Project“ von Jakob Diekmann (vielleicht wurde der Name auf der Website falsch geschrieben und es ist Jakob Dieckmann mit c?), Daniel von Hoeßle, Julien Hübsch und Dorian Winkler sein. Hierzu heißt es:

„Buffing“ bedeutet in der Graffitiszene, dass ein Nicht-Sprayer die Werke eines Graffiti-Writers einfarbig übermalt. Die „zerstörerische“ Geste schafft dabei ebenso neuen Raum für folgende Graffitis. Sie betont den Aspekt des stetig im Prozess Befindlichen, niemals Abgeschlossenen im Neu-Besetzen und Gestalten öffentlicher Räume und Flächen in der Stadt.

Im Kunstverein liefern sich Graffiti-Tagger einen Schlagabtausch mit den Buffern, verlegt in den institutionellen Ausstellungsraum. Während erstere ihre „Botschaften an verschiedenen Stellen an der Wand hinterlassen, ist es Aufgabe ihrer antagonistischen Gegenspieler, diese Zeichen zu übermalen – oder: zu „buffen“. Der unregelmäßige Rhythmus dieses Hin-und-Hers lässt die Wände immer anders aussehen, je nachdem was gerade frisch gemalt oder „gebufft“ wurde.

Der zunächst vandalistisch erscheinende Konkurrenzkampf im urbanen Raum wird hier mit Teamgedanken durchgespielt: Jedes gesetzte Zeichen wird bereits in Erwartung der eigenen Auslöschung auf die Wand gesetzt. Ein Katz-und Maus-Spiel, in dem es eben nicht um bloße Dominanz und Sichtbarkeit geht. Vielmehr um ein Kokettieren mit der eigenen antizipierten Übermalung, die zugleich den Blick auf die bearbeiteten Stellen lenkt. Die Leerstellen und Freiräume, die auf neue Graffitis warten, gewinnen durch hinzugefügte Farbschichten zunehmend an Dichte. Indem sie einander verdecken, reichern sie ebenso Spekulationen darüber an, was unter der Oberfläche wohl verborgen liegen mag.“ (festivaljungertalente.de)

Sofern es die nur bedingt benutzerfreundliche Website durchblicken lässt, gibt es hierzu wohl kein Live-Event, das dieses Hin- und Her einläutet oder abschließt, jedenfalls wird im Gegensatz zu anderen Programmpunkten kein Termin genannt. Nur wenn man das Programm als PDF herunterlädt, erfährt man mehr dazu, nämlich wo im Gebäude des FKV überhaupt etwas dazu zu sehen sein wird. Ob generell während des Festivalzeitraums die Möglichkeit besteht, (zufällig) die Macher bei der Durchführung einer der beiden Tätigkeiten sehen zu können oder man bereits vor vollendete Tatsachen gestellt wird, erfährt man nicht.

• Festival der jungen Talente im Internet: Website – InstagramFacebook