Seit 1977 widmet sich die gemeinnützige Jürgen-Ponto-Stiftung der Förderung des künstlerischen Nachwuchses. In Zusammenarbeit mit dem Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main wird alle zwei Jahre der „Pontopreis MMK“ an aufstrebende Künstler*innen verliehen. Die Auszeichnung bietet nicht nur Ansehen, sondern auch ein Preisgeld und die Möglichkeit einer Ausstellung. Bei der diesjährigen Preisträgerin handelt es sich um die Französin Christelle Oyiri, die als Crystall Mess nebenher auch als DJ tätig ist. Für ihre Einzelausstellung im MMK Zollamt hat sie eine neue Arbeit geschaffen, die sich mit den Choufs und der utopischen Idee der französischen Banlieues auseinandersetzt.

Die Installation besteht aus einem stark abgedunkelten Raum, dessen Wände und Boden verdreckt und verrußt (hergerichtet) sind. An den Wänden sind zahlreiche Briefkästen angebracht, wobei einer davon geöffnet ist und eine grün leuchtende Kugel enthält. Ein grünes Leuchten dringt auch aus einem nur leicht geöffneten Aufzug hervor. In einem weiteren, ebenfalls dunklen Raum wird der Kurzfilm „I See You“ gezeigt. Gedreht wurde in Les Fauvettes in Pierrefitte-sur-Seine, einem Vorort nördlich von Paris. Für das Jahr 2025 sind dort Abrissarbeiten geplant, um Platz für ein neues Viertel zu schaffen. Die Entscheidung, an einem Ort zu arbeiten, der bald dem Verfall geweiht ist, fand die Künstlerin besonders faszinierend.

„Der Film handelt von einer mystischen Figur der Bewohner*innen der Banlieue und der Arbeiter*innen – die Figur des Chouf. Das Wort chouf, geschrieben „c-h-o-u-f“, ist aus dem Arabischen und bedeutet „sehen“, „schauen“. Aber in Frankreich sind Choufs Personen, die den Drogenhandel überwachen. Die Choufs bilden die erste Schnittstelle zwischen der Realität und dem gesamten Kreislauf der Schattenwirtschaft.“ (aus dem Booklet zur Ausstellung, MMK-Direktorin Susanne Pfeffer im Gespräch mit Christelle Oyiri)

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Frankfurter KunstSäule: Julia Roppel – Work with me, play with me – der Frankfurter Stuhl
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