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„Viele fragen sich heute: Was hätte ich damals getan, vor 45 oder nach 45?“ Und natürlich hätten wir das alle nicht mitgemacht, wir hätten uns alle gewehrt und, und, und. Aber ich will mal sagen: Auch heute gibt es vielfach Gelegenheiten, wo jemand schon unter Beweis stellen kann, wozu er bereit ist oder was nicht. Heute gibt es bedauerlicherweise in unserer Alltagsgesellschaft wieder Alltagsrasismus und Alltagsdiskriminierung. Und ich würde mal sagen, dass diejenigen, die heute den Mund nicht aufkriegen, wenn Ausländer, Behinderte, Schwule, diskriminiert werden, auf offener Straße, im Betrieb, im Fußballstadion, wo auch immer, von denen muss mir keiner erzählen, dass er vor 45 Widerstandskämpfer gewesen wäre oder nach 45 sich wesentlich beteiligt hätte an der Aufarbeitung des Naziunrechtes.“

Gesagt hat das Bundesjustizminister Heiko Maas auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse, am Stand von „vorwärts“, als mit Moderatorin Katharina Gerlach und den Autoren Manfred Görtemaker und Christoph Safferling über das Buch „Die Akte Rosenburg“ gesprochen wurde.

Vor vier Jahren setzte das Ministerium eine unabhängige wissenschaftliche Kommission ein, die den Umgang der Behörde mit der NS-Vergangenheit in den Anfangsjahren der BRD erforschen sollte. Das Buch zeigt, wer alles im Ministerium unterkam und welchen Einfluss das auf die Rechtspraxis hatte. Die Frage, wie die deutschen Ministerien und Behörden in der Nachkriegszeit mit der NS-Vergangenheit umgegangen sind, ist auch viele Jahrzehnte nach Ende des 2. Weltkrieges immer noch ein vieldiskutiertes Thema.

Buchmesse F/M Heiko Maas, „Akte Rosenburg“, Moderatorin Katharina Gerlach

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