Sylvan Esso

Letztens erst, im H&M auf der Zeil, hörte ich einen schönen Song und war mir nicht zu schade, auf meinem alten iPhone die Shazam-App zu starten und zu hoffen, dass diese noch vor dem Ende des Songs einsatzbereit sein würde und mir Interpret und Titel anzeigen würde. Das Wischtelefon zeigte Blondfire- „Life of a party“ an und einige Tage später schaute ich bei You Tube nach dem dazugehörigen Clip. Denn obwohl es sich eigentlich um eine Video-Plattform handelt, konsumiere ich dort, sogar mehr als auf Soundcloud, am meisten Musik. Sympathischer Nebeneffekt dieser beiden Plattformen: Die Musik dort ist weiterhin für alle zugänglich und somit auch im Web sharebar, ohne sich erstmal irgendwo registrieren oder einloggen zu müssen.

Im Rahmen dieser YouTube-Session wurde ich glücklicherweise auch auf das Duo Sylvan Esso mit ihrem Song „Coffee“ aufmerksam: Grandioser Song, dicker Beat und eine tolle Stimme. Einer dieser Songs, die Lust machen auf mehr. Außerdem mag ich den Tanzstil der Sängerin bzw. ihre gesamte Performance. Ich fühle mich erinnert an die junge Björk und Lady Miss Kier von Deee-Lite zugleich, eingebettet in der zeitgemäßen Hipsterness mit Katze, Orientteppich und interessant bemustertem Pulli. Einzig die schon 1993 aus der Mode gefallenen Plateauschuhe geben Rätsel auf.

Direktlink, via Bandwith – WAMU 88.5

Sylvan Esso sind die Sängerin Amelia Randall Meath und Producer Nick Sanborn. Sie war zuvor die Stimme des Folk-Trios Mountain Man, er versuchte sich einst solo mit dem Projekt Made of Oak. Gemeinsam veröffentlichen sie am 6. Juni 2014 auch in Deutschland ihr Album „Sylvan Esso“. Aus diesem stammt auch der Song „Play it right“

Direktlink, via Bandwith – WAMU 88.5

Zu den beiden Songs gibt es natürlich auch offizielle Videos, und nicht nur die Aufzeichnungen der Session im Wilderness Bureau. Bei „Coffee“ führte Dan Huiting Regie, der u.a. einige Videos für Bon Hiver oder für Pitchfork.tv realisierte und dem Medium Musikvideo eine große Bedeutung zuschreibt, und das nicht nur, weil er damit sein Geld verdient.

“…I’m as much a diehard music lover as anyone, and the first thing I always look at when I’m looking up a new band now isn’t an mp3 clip anymore, it’s a video. If there isn’t one, I’m disappointed…” (StarTribune)

Direktlink, via City Slang