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Der Ruheterrorismus im Nordend

Hätte man je Frankfurter Stadtteil nur eine Geschichte zu erzählen, im Nordend wäre es die Geschichte des Ruheterrorismus. Eine derart konzentrierte Ansammlung lärmempfindlicher Lappen Bewohner_innen findet sich in Frankfurt womöglich kein zweites Mal. Friedberger Markt? Zu laut. Gudes? Zu laut. Stoffel-Festival? Zu laut. Diakonissen-Areal-Neubau? Könnte wohl auch zu laut zu werden!

Und all die Hinweisschilder bei Bars, Cafés, Kneipen und Restaurants: „Ab 22 Uhr bitte den Nachbarn zu liebe leise sein“. 22 Uhr! Alles ändert sich, Arbeitszeiten verlagern sich nach hinten, Supermärkte öffnen bis 24 Uhr usw., aber die wenigen Wochen und Monate im Jahr, wo man ein bisschen Zeit draußen verbringen kann, soll um 22 Uhr draußen Feierabend sein? Ja, klar, am besten die Bürgersteige hochklappen wie in den Käffern.

Aktuell wird über das abermals überarbeitete Freiluft-Programm des bald beginnenden Stoffel-Festivals im Günthersburgpark diskutiert. Dieses hatte bereits 2015 einige „Ruhetage“ in sein Programm einbauen müssen, aber offenbar ist das bisher Geleistete nicht ausreichend.

Anbei einige Links zu Artikeln der Frankfurter Rundschau, die in den vergangenen Jahren regelmäßig über die unterschiedlichen Lärmkonflikte aus dem Nordend berichtet hat.

Friedberger Platz/ Friedberger Markt

Anwohner beschweren sich über den nächtlichen Lärm und fordern, den Wochenmarkt […] auf den Mittwoch zu verlegen oder ganz abzuschaffen.“ (FR, Weiterer Zoff um den „Ballermanns Frankfurts“, 29.08.2013)

Matthias-Beltz-Platz/ Gudes

Eine Anwohnerin beschwerte sich über Lärm. Als das Ordnungsamt anrückte, stellte es fest, dass das Gudes…“ (FR, Wasserhäuschen ohne Ausschank, 18.12.2015)

Holzhausenstraße/ Diakonissen-Krankenhaus

„Auf dem ehemaligen Diakonissen-Krankenhauses im Nordend sollen vier Wohnhäuser und eine Kita entstehen. Anwohner fürchten den Lärm, spielender Kinder. (FR, Angst vor Kinderlärm, 14.09.2016)

Günthersburgpark/ Stoffel-Festival

„Dass die Organisation in diesem Jahr schwieriger geworden sei, liege „an einer Person“. Einer Anwohnerin, die seit Jahren beim Ordnungsamt anrufe, wenn ihr das Stoffel zu laut sei. (FR, Das Stoffel schrumpft, 06.04.2017)