Goethestraße 069

Die ganz neue Publikation „Goethestraße 069″ aus dem Hause des Designmagazins „form“ thematisiert auf 44 Seiten Frankfurts Luxus-Shopping-Meile. Der Preis liegt bei 9,80 EUR, erhältlich ist es im Online-Shop von „form“.

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Offiziell ist die Rede von einem kleinformatigen Fotobuch, aber bei Onlinedruckereien, selbst bei Onlineprinters, bei denen das Produkt gedruckt wurde, wird das als Broschüre mit Klammerheftung geführt. Der einzige Fließtext wurde auf der Rückseite des Umschlags platziert und klärt, in einer recht nüchternen Art, wie sie so auch in der Wikipedia stehen könnte, kurz über die Goethestraße auf. Die Beschreibung im Onlineshop von form hält wesentlich mehr Informationen bereit – mir etwas rätselhaft, wieso es nicht dieser Text in die Broschüre geschafft hat. Zum Titel, „Goethestraße 069“. Die Verwendung der Zahl, eine von zwei in Frankfurt am Main verwendeten Vorwahlen, hat spätestens seit der Nutzung in migrantisch geprägten Deutschrap-Songs aus Offenbach und Frankfurt und vor allem nach dem gleichnamigen Haftbefehl-Song an Popularität gewonnen und ist möglicherweiße Grund dafür, dass es hier aufgegriffen wurde. Wer weiß, wäre das Fotobuch vor 3 Jahren erschienen, hätte es vielleicht „Goethestraße, Brudi“, und vor 6 Jahren „Goethestraße, mon amour“ geheißen? Fun Fact am Rande: Mit Studio 069 hatte ich mit einer Freundin übrigens schon 2011 einen iPhone-Foto-Blog am Start, in dem die 069 verwendet wurde. Ich hätte jedenfalls auch „Goethestraße Frankfurt/Main“, „Goethestraße Frankfurt-City“ oder „Goethestraße FFM-City“ gut gefunden, jedenfalls wäre es eindeutiger, zumal 069 nicht nur auch die Vorwahl vom benachbarten Offenbach ist, es gibt dort eben auch eine Goethestraße.

„Mit dem kleinformatigen und limitierten Fotobuch „Goethestraße 069“ begibt sich der Designer und Fotograf Anton Rahlwes auf eine visuelle Spurensuche in die Welt des Überflusses und dokumentiert einen Tag auf einer der bekanntesten Luxuseinkaufsstraßen Deutschlands.“ (@formdesignmagazine, Instagram)

 

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Die einfach gehaltene Covergestaltung mit schwarzem Text auf orange-farbenem Hintergrund gefällt mir sehr gut und scheint generell ein beliebtes Stilmittel in der Welt des Designs und der Kunst zu sein. Anlässlich der aktuellen Dieter-Rams-Ausstellung im Museum Angewandte Kunst Frankfurt erschien kürzlich auch das Werkverzeichnis von Dieter Rams mit solch einer Gestaltung und schon vor einigen Jahren eine Werkschau zum Schaffen Erik Speikermanns. Insgesamt gibt es 32 Fotos und viel aufwendig gestalteten Weißraum zu sehen – mir gefällt’s. Ob man mit den Motiven etwas anzufangen weiß, muss jede*r für sich klären, die Bildqualität (und/oder der Druck?) lässt aber auf manchen Seiten leider etwas zu wünschen übrig, unabhängig davon, dass ich von Printprodukten – Bilder, Layout, Texte – immer etwas mehr Qualität als von Online-Veröffentlichungen erwarte.

Die Erstauflage von „Goethestraße 069″ liegt bei 1.000 Exemplaren, der Kostenpunkt bei schmalen 12 EUR (inkl. Versand). Ist ja auch mal schön, wenn DIY-Drucksachen zu sonst nicht so exponierten Themen einem nicht immer gleich zwischen 40-50 EUR abluchsen wollen.