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Rapper Fatoni hat in der neuen Ausgabe seiner beim Sender BR PULS ausgestrahlten Sendung Die Fatoni Show (jeden zweiten Samstag im Monat von 18-20 Uhr, danach auch als Podcast verfügbar) Rapmusik von Frauen thematisiert. Er spielt nicht nur viel Musik, sondern stellt auch die Künstlerinnen kurz vor und verliert das eine oder andere Wort zu den ausgewählten Songs. Erfreulicherweise sind deutsch- und englischsprachige Songs zu hören, von Künstlerinnen aus Deutschland, Österreich, den USA und England.

Hier geht’s zum Podcast: Die Fatoni Show – Female Rap Special

Erwartungsgemäß mit von der Partie ist Cardi B („Bodak Yellow“), sehr gefreut habe ich mich, dass auch die hier im Blog schon thematisierte Princess Nokia („Tomboy“) dabei ist, etwas überrascht hat mich dagegen Lauryn Hill („Doo-Wop“), da hätte man das Rad der Zeit doch noch ein gutes Stück weiter zurückdrehen können und z. B. dem 1993 veröffentlichten „U.N.I.T.Y“ von Queen Latifah den Vortritt lassen können. Lady Leshurr aus dem Vereinigten Königreich? Never heard before, aber auch eher Grime statt classic Rap, gefällt mir richtig gut.

• Meine 3 englischsprachigen Favoriten aus der Fatoni Show:

Princess Nokia – „Tomboy“

Cardi B – „Bodak Yellow“

Lady Leshurr – „Queen’s Speech Ep.4“

Bei der deutschsprachigen Auswahl ist jedenfalls mit Cora Es „Schlüsselkind“ ein Deutschrap-Klassiker mit von der Partie, jede*r kennt den Refrain: „Es wäre nichts so wie es ist, wär es damals nicht gewesen wie es war“. An solch einen Sound würde ich mich auch heute noch erfreuen, mit den ebenfalls in der Sendung vertretenen Female-Deutschrap-Stars wie Shirn David („Bramfeld Storys“) und Badmómzjay („Badmómz“) kann ich dagegen nur wenig anfangen. Musikalisch nicht immer mein Fall, aber trotzdem irgendwie immer interessant genug, dass ich regelmäßig reinhöre ist der Output von Nura und Juju, die früher als SXTN gemeinsame Sache gemacht haben und in der Fatoni Show mit Solo-Songs dabei sind.

„Seit Dezember unbefristet, scheiß auf Krone, Vogue und Bravo,
ihr kriegt mich nicht aus Deutschland, so wie Deutschland aus der NATO […] Du kennst Tatort vom Fernsehen, ich kenn‘ Tatort vom Block,
liest nur einmal die Bild, rennst auf die Straße mit dem Mob“ (Nura).

Gefallen hat mir „Schlaflos“ von der Wienerin Verifiziert, die ich vor dieser Sendung gar nicht auf dem Schirm hatte, aber sie ist neben Domiziana („Ohne Benzin“) und Haiyiti („La La Land“) auch die Künstlerin, die am wenigsten nach echter Rapmusik klingt.

• Meine 3 deutschsprachigen Favoriten aus der Fatoni Show:

Cora E – „Schlüsselkind“

Verifiziert – „Schlaflos“

Nura – „Niemals Stress mit Bullen“

Bei dieser Art der Songauswahl für die Sendung drängt sich natürlich ein Vergleich auf und der fällt standesgemäß zu Gunsten der englischsprachigen Songs aus. Auf deutsch wirkt doch einiges wie bei den männlichen Rappern: zu gewollt, aufgesetzt und offenkundig zu sehr inspiriert/kopiert, irgendwie hat man das alles schonmal gehört, fast schon Vibes wie in der Schlagerbranche, wo regelmäßig fremdsprachige Songs und Stile eingedeutscht werden. Highlights gibt es, mal in der Musikalität, mal in den Texten und seltener wo beides zutrifft, aber die wollen heutzutage auch erstmal gefunden werden. Mit deutschsprachigen Rap, der fremdsprachigen, englischen, aber natürlich auch französischen imitiert und Frauen, die versuchen männliche Rapper zu imitieren bin ich jedenfalls nur schwer zu begeistern.