Streetart-Fotografie schwer gemacht

Streetart-Fotografie schwer gemacht – Von abseits gelegenen Standorten, Fahrzeugen, Warten auf die Fertigstellung und ungünstigen Lichtverhältnissen.

Von Juni und September dieses Jahres sind in Frankfurt und Wiesbaden einige größere Flächen mit Graffitikunst neu gestaltet worden. Entstanden sind sowohl Werke, die nahezu eine komplette Hausfassade bedecken als auch Bilder, die weniger in die Höhe als die Breite gehen. Da sich beim Fotografieren all dieser kürzlich gemalten Murals einige Probleme ergaben, wollte ich an dieser Stelle einmal darauf eingehen, statt auf die Werke selbst, denn was im Internet oftmals mit wenigen Sekunden Aufmerksamkeit bedacht wird, braucht manchmal mehrere Anläufe.

Ein Grund, der einem das Fotografieren schwer machen kann, sind Autos, die zu nah an der Hauswand bzw. dem Motiv parken, sodass man nur direkt vor der Wand stehend, Details des Werkes oder mit etwas Abstand die ganze Wand mit einer Reihe Autos davor aufnehmen kann. Ein aktuelles Beispiel dafür ist das um die Ecke gehende Mural von Honsar. Zig mal daran vorbei gelaufen, aber noch nie den Moment erwischt, an dem auf der einen Seite keine Autos parken. Die andere Seite war saisonbedingt eine zeitlang mit einer Spargelbude zugestellt.

Streetart-Fotografie in Frankfurt - Honsar-Mural am Merianplatz

Streetart-Fotografie in Frankfurt - Honsar-Mural am Merianplatz

Ähnlich auch die Situation im Industriegebiet, wo kürzlich mehrere Graffitikünstler als Das Dreckige Dutzend zusammenkamen um eine Wand künstlerisch umzugestalteten. Wer nicht gerade zum Ende des Events oder beim Abbau des Gerüstes vor Ort war, hat die A-Karte gezogen, denn offenbar ist diese Europa Wall permanent von mehreren Fahrzeugen zugeparkt. Jedenfalls habe ich bisher nicht einen Zeitpunkt erwischt, an dem die bemalte Fläche frei sichtbar ist. Abgesehen von dieser Situation stellt sich die Frage, worin genau die Attraktivität einer solchen Fläche besteht. Normalsterbliche dürften nur selten in solch einer Gegend unterwegs sein und auf dieses Werk aufmerksam werden. Und selbst wenn, dürfte es wenig überraschend sein, dass dort Fahrzeuge abgestellt sind, wie sie in solch einer Gegend zu erwarten sind.

Streetart-Fotografie in Frankfurt - Das-Dreckige-Dutzend-Mural im Industriegebiet Ost

Streetart-Fotografie in Frankfurt - Das-Dreckige-Dutzend-Mural im Industriegebiet Ost

Streetart-Fotografie in Frankfurt - Das-Dreckige-Dutzend-Mural im Industriegebiet Ost

Same same but different die Situation der beiden Cor-Murals, die diesen Sommer in Frankfurt und Wiesbaden entstanden sind. In Frankfurt-Sachsenhausen wurde eine Hausfassade zum Thema Klimaschutz gemalt. Das Haus mit diesem Mural befindet sich am Ende einer Sackgasse. Zufällig findet dort also auch niemand hin und halbwegs ordentlich fotografieren kann man das Motiv leider auch nicht, denn nur wenige Meter davon befinden sich bereits Lärmschutzwand und Gleise. Begibt man sich auf die andere Seite der Gleise blickt man auf Beton oder, nochmal einige weiter Meter weiter nach hinten gelaufen, auf zahlreiche große Bäume. Die einzige Chance ist also nur mit der S-Bahn daran vorbeizufahren, aber wer will schon während der Fahrt und durch Fensterscheiben fotografieren? Eben. Resultat sind dann z.B. mittelprächtige Froschperspektiven, auf denen Details des Abschnittes ganz oben im Bild kaum erkennbar sind.

Streetart-Fotografie in Frankfurt - Klimaschutzplan-Mural von Cor

Streetart-Fotografie in Frankfurt - Klimaschutzplan-Mural von Cor

Streetart-Fotografie in Frankfurt - Klimaschutzplan-Mural von Cor

Anders die Situation in Wiesbaden. Auch hier befindet sich nur wenige Meter gegenüber des bemalten Hauses ein weiteres Wohnhaus, so dass ebenfalls nicht allzu viel Spielraum gegeben ist. Hinzu kommen zwei unmittelbar vor dem Gebäude stehende Bäume, welche die Sicht auf das Mural erschweren. Licht und Schatten spielen mir zum Zeitpunkt meines Besuchs leider auch einen Streich. Je nach Standpunkt wirkt sich der Lichteinfall anders auf das Motiv auf – mal ist das Gesicht links, mal das rechts unbrauchbar und der Schatten fällt auch halb in das Motiv rein. Ein Problem, dass sich im Vergleich zu allen anderen aber prinzipiell lösen lässt, nämlich mit einem Besuch zu einer anderen Tageszeit, zumindest wenn man dort nochmal hinkommt.

Streetart-Fotografie in Wiesbaden - Augenhöhe-Mural von Cor

Streetart-Fotografie in Wiesbaden - Augenhöhe-Mural von Cor

Streetart-Fotografie in Wiesbaden - Augenhöhe-Mural von Cor

Und dann wäre da noch das Thema Warten. Warten darauf, dass ein Bild zu Ende gemalt wird. Größere Werke dürften selten an nur einen einzigen Tag gemalt werden. Vielleicht gibt es die Terminlage nicht her und es muss an mehreren Wochenenden daran gewerkelt werden, anstatt an mehreren aufeinander folgenden Tagen, aber was ist, wenn man über Monate hinweg keine Veränderung feststellt und das Werk nicht fertig aussieht? Beim Gebäude des DB-Sanierungsmanagements dominiert eine große schwarze Fläche, die bei Lichteinfall wenig schmeichelhaft aussieht und im unteren Bereich nicht bis ganz unten hin gemalt wurde.

Streetart-Fotografie in Frankfurt - Schwarze Wand mit oberkörperfreie Männer

Streetart-Fotografie in Frankfurt - Schwarze Wand mit oberkörperfreie Männer

Streetart-Fotografie in Frankfurt - Schwarze Wand mit oberkörperfreie Männer