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#Tweetball

Wer bei Twitter unterwegs ist wird auch schon mal festgestellt haben, dass sich an manchen Tagen ziemlich viel Fussballcontent in der eigenen Timeline entdecken lässt, weil quasi im Kollektiv verstreut über Land, Kontinent oder gar der Welt eine Menge Menschen gemeinsam ein Spiel verfolgen und darüber twittern. Im günstigsten Fall werden dazu auch Hashtags genutzt, um eine thematische Zuordnung zu haben. Um einen solchen Hashtag wird es auch heute Abend, offiziell ab 21 Uhr, gehen, wenn zum ersten Mal der #Tweetball startet.

Für die Sportbild handelt es sich hierbei um den „ersten Fußball-Talk bei Twitter.“ Keine Pointe. Als hätte vorher noch nie jemand über aktuelle Ereignisse zum Fussball auf Twitter gesprochen. Podscasts, wie beispielsweise der Eintracht Podcast, die bei ihren Aufzeichnungen etwa auch nebenher live twittern und darüber ihre Hörerschaft einbinden scheint man dabei ebenso wenig zu berücksichtigen wie all die Tweets an Bundesliga oder auch Champions League-Spieltagen, wo man sich mit seinem Smartphone oder Rechner bewaffnet „verabredet“ um virtuell gemeinsam zu der durch den Spielbeginn vorgebenen Zeit im Netzwerk einzufinden.

Also ich erkenne da keinerlei Unterschied zu dem, was heute Abend als #Tweetball startet- auch wenn sich hier viele deutsche Print- und TV-Medien zusammengetan haben, um künftig regelmäßig auf Twitter über Fussball-Themen zu diskutieren. Diese Themen werden allerdings offenbar ausschließlich von den Medienvertretern vorgegeben, was natürlich nicht sehr charmant ist. Vielleicht kann man diesbezüglich künftig, denn es soll immer am ersten Montag eines Monats stattfinden, im Vorlauf auch ein bis zwei Themen von Fan-/User-Seite miteinbinden- das sollte m.E. heutzutage schon möglich sein.

Ergebnisse und Meinungen aus diesem „Talk“ sollen übrigens später in die Berichterstattung der beteiligten Medien aufgenommen werden. Hierbei hoffe ich, dass man nicht nur auf möglicherweise teilnehmende Promis, verifizierte Accounts, den üblichen Verdächtigen aus Sportredaktionen, Sportbloggerszene oder sonstigenen Twitterern mit zig-tausend Followern zurückgreift um darauf zu spekulieren, dass über deren reichweitenstarken Shares des Artikels in dem sie erwähnt wurden anständige Klickzahlen zu generieren. Ähnlich dem „Dopafon“ beim sonntäglichen Doppelpass auf Sport 1 sollten auch dem „08/15“-Fan entsprechender Platz eingeräumt werden- bei aus dem Netz heraus resultierenden Events dann eigentlich sogar deutlich mehr. Ich bin jedenfalls gespannt- auf die Themenauswahl, wie viele Leute daran teilnehmen werden, wieviele Leute den Hashtag für andere Inhalte „missbrauchen“ werden und freilich über das Niveau der Diskussionen.