Ein Jahr rauchfrei

Am Freitag, den 31. Mai, war Weltnichtrauchertag. Das erinnerte mich daran, daß ich vor ziemlich fast genau einem Jahr selbiges eingestellt habe. Allerdings nicht aufgrund dieses Ereignisses. Bis vor wenigen Tagen wusste ich nämlich gar nicht, daß es einen solchen Tag gibt,  und das sogar schon seit 1987. Ich erwähne das deswegen, weil man als Raucher das Aufhören ja gerne mal auf irgendwelche kommenden Ereignisse, z.B. „nach heute Nacht“, „nach Silvester“, „ab nächsten Monat“ oder „wenn dieses Päckchen fertig ist“, legt.

Bei mir war es so, daß ich mich an einen Tag nicht so wohl fühlte und sogar das Rauchen einer Zigarette mir irgendwie nicht bekam. Bei einem Raucher ist es ja prinzipiell egal wie sehr man am Arsch ist, ein Kippchen rauchen geht eigentlich trotzdem immer. An diesem Tag aber sollte es nicht sein und so ließ ich’s eben sein. Tags drauf habe ich festgestellt, daß nur noch wenige Stunden fehlten um mal 24 Stunden rauchfrei zu sein und das wollte ich schaffen. Die letzte halbe Stunde habe ich glaube ich nur noch damit verbracht, auf die Uhr im Wohnzimmer, am Handgelenk, auf dem Handy und am Rechner zu schauen. Als die 24 Stunden endlich erreicht waren, zündete ich das bereits zurechtgelegte Kippchen mit dem bereits zurecht gelegtem Feuerzeug am bereits zuvor geöffnetem Fenster an – um es nach drei Zügen wieder sein lassen. Die Zigarette hatte mit jedem Zug beschissener geschmeckt. Als hätte ich all das Gift förmlich gespürt, was ich da inhalierte. Klingt vielleicht seltsam, aber so in etwa wirkte das tatsächlich in diesen Momenten auf mich. Ich hatte ich noch nie solch einen grausigen Geschmack vernommen.

Tja, und damit war´s dann auch schon um mich geschehen. Das Bedürfnis wieder zu Tabak zu greifen kam nicht mehr auf, war eigentlich sofort weg. Einige Tage länger hingegen dauerte es jedoch, bis ich eine Art nervöser Unruhe losgeworden war. Sofern das überhaupt damit zusammenhing, auf jeden Fall kam’s zeitnah damit auf.

Stand heute bin ich auch zu keinen militanten Nichtraucher geworden, wenn geraucht wird, fühle ich mich dadurch nicht belästigt. Manchmal jedoch gibt es Momente, wo ich dem Rauch zumindest bewusst ausweiche, z.B. wenn von irgendwo her Zigarettenrauch kommt, durch’s Fenster, weil irgendwer in der Nähe am Fenster raucht und es zu mir in die Wohnung zieht oder wenn man auf die Straßenbahn wartet und der Rauch von einer Person an der Haltestelle rüberschwappt. Aber sonst, z.B. in Gaststätten, wo Rauchen erlaubt ist? Negativ.

Ich hatte mir zwar nie vorgenommen, mit dem Rauchen aufzuhören, aber dennoch schon öfter mal den Gedanken daran verschwendet, wenigstens mal weniger zu rauchen. Obwohl ich eigentlich immer gerne geraucht habe. Dennoch weiß man ja, daß man sich nicht wirklich was Gutes damit antut. Zumindest langfristig. Interessant war neben der Erkenntnis, wie schnell man das eigentlich loswerden kann auch die meisten Reaktionen darauf, die sich primär um die Folgen des Aufhörens, nämlich um die Essgewohnheiten oder um die Geldersparnis drehten – als hätte ich jemals angefangen zu rauchen, weil’s billig war… Was ich hatte, daß es mir am besagten Tag irgendwie nicht gut ging oder wie’s mir denn jetzt rauchfrei geht, ob ich gesundheitlich irgendwie davon profitiere o.ä.? Fehlanzeige.

[adsense1]

2 Kommentare zu “Ein Jahr rauchfrei

  1. finnsland

    Glückwunsch! In der Tat geht es bei vielen überraschend leicht, mit der Raucherei aufzuhören, zumindest habe ich das in meinem Umfeld so beobachten können. Bei mir selber lief das zwar nicht so easy ab (vor ca. vier Jahren aufgehört), aber ich bin froh, dass ich nicht mehr rauche – lohnt sich auf jeden Fall. Und nicht nur wegen der Kohle, die war mir relativ egal.

  2. Peter Undig

    Ich habe auch aufgehört, weil es mir nicht gut ging – vor 11 Monaten. Nun bin ich froh, aus dem Gröbsten raus zu sein :-)
    Ich wünsche Euch allerseits, weiterhin eine schöne rauchfreie Zeit.

Kommentare sind geschlossen.