Falscher Hase – Rave Autonomica Vorfreudecast

Falscher Hase aus Frankfurt hat zum anstehenden Rave Autonomica Open Air München einen “Vorfreudecast” zusammengestellt. Vorfre…what?!? Wortspiele gibt’s… also ich weiß ja nicht.

Anyway, es klimpern die Pianos, wackeln die Eiswürfel im Glas, singen die Männlein und Weiblein zu den Rhythmen. Easy, not cheesy, gefällt mir. Vermutlich aber nur weil ich gerade gut gelaunt bin. Und dafür ist dieser Mix zuständig, vor allem wenn bei 31.59 min. auch noch das Piano reinkommt. Dann geht die Sonne auf. Wenn ich diesen Part noch öfter anhöre gehe ich womöglich noch zur nächsten Baustelle und borge mir einige Säcke Sand aus, die ich dann in meiner Bude ausschütte um die zum Mix passende Beach-Atmo zu haben.

Anthony Rother – Metro Boy

Wer sich nicht erst seit gestern für elektronische Musik interessiert, der kommt an Anthony Rother, 1972 in Frankfurt am Main geboren, nicht vorbei. Wem der Name eher weniger geläufig sein sollte:

Im Jahr 2000 veröffentlichte er mit Simulationszeitalter ein Album, welches klanglich an Kraftwerk erinnern ließ, jedoch etwas moderner und düsterer daherkam. Anspieltipp: “Biomechanik“. Nochmals vier Jahre- und bereits einige weitere Alben später- servierte er mit Popkiller ein Album, mit welchem er sich von seinem Electrosound verabschiedete und mehr das Four-to-the-floor-Prinzip pflegte. Sein Vocoder-Singsang behielt er glücklicherweise bei und generierte damit ein Album-Highlight in der Szene. Anspieltipp: “Father“. Und für die Sven Väth-Fanboys- und -girls-Fraktion: Ja, er hat auch einige Tracks mit ihm produziert.

Soweit also ein kleiner und subjektiver Rückblick zu Anthony Rother, der vor wenigen Tagen erst mit “Metro Boy” seinen neuesten Track veröffentlicht hat. Burner. Of course.

Klangdynamik-DJ-Set von Frickler im Tanzhaus West

Wohl dem, der dieses Set am Klangdynamik-Samstag des 29.12.2012 im Frankfurter Tanzhaus West live erleben durfe, aber auch auf dem heimischen Soundsystemen weiß die Musik dieser Nacht noch zu überzeugen.

Julian Fischer a.k.a. Frickler vom Klangprojektor-Team in Würzburg, welches seinen Ursprung mit Veranstaltungen im nicht mehr existierendem Autonomen Kulturzentrum Würzburg (AKW) hatte, überzeugt in knapp zwei Stunden Laufzeit mit einem ziemlich Deep- und Tech-House-lastigen Mix, wo eine Perle der anderen folgt, so dass man gar keine einzelnen Tracks gesondert hervorheben möchte.

Sven Väth in the Mix – The Sound of the 13th season

Kürzlich erst feierte Sven Väth seinen Geburtstag im Cocoon Club. Es sollte zum letzten Mal in diesen Räumlichkeiten stattfinden, denn bedauerlicherweise steht es nicht so gut um die Location, die nach fast neun Jahren am 30. November 2012 die letzte Party veranstalten wird.

Das Label Cocoon Recordings hingegen ist glücklicherweise nicht davon betroffen und veröffentlicht am 9. November 2012 den neuesten Beitrag aus der Mix-Serie von Sven Väth. Es ist bereits der Sound of the 13th season, der als Doppel-CD demnächst in die Tonträger-Abteilungen echter und virtueller Warenhäuser erhältlich sein wird und um die Gunst derer werben wird, die sich elektronischer Tanzmusik auch gerne jenseits von Tanzklubräumen widmen, denn immerhin soll es ja Städte geben, wo öfter mal tolle Locations schließen müssen. Weiterlesen

Techno-History mad(e) in Frankfurt: PCP

Anfang der Neunziger erblickte das klassische Technouhouse das Licht der Welt. Nach diversen Musikrichtungen wie Acid House, New Beat, Hip House und dem Chicago House Sound war die Musik noch eine gewaltige Spur elektronischer geworden und Frankfurt war hier ganz weit vorne dabei. Europaweit. Weltweit.

Vielen ist natürlich Sven Väth aus dieser Zeit ein Begriff, aber auch ein Torsten Fenslau, DJ Dag und Mark Spoon dürften heutzutage nicht nur einschlägigen Feiernasen noch ein Begriff sein, zumal diese Herrschaften ja auch einiges an Charterfolgen vorzuweisen hatten.

Aber es gab in dieser Zeit auch düstere und brachiale Sounds, wie auch härtere und schnelle Beats zu entdecken, für die sich das bereits 1989 gegründete Label Planet Core Productions (PCP) mit all seinen Sub-Labels verantwortlich zeichnete und diesen Sound immerhin auf sechs Compilialtions der Reihe Frankfurt Trax verewigte. Weiterhin zeichneten sie sich für die allergeilste HR3-Clubnight ever verantwortlich, was sogar bei Wikipedia Erwähnung findet :D

“Bekannt wurde PCP vor allem durch die HR3 Clubnight-Sendung am 23. Oktober 1993. Selbst von Clubnight-Fans, die mit der harten Richtung von PCP wenig anfangen konnten, wird diese noch immer als eine der besten Clubnights überhaupt bezeichnet.”

“Als Erfinder des Hardcore Techno gilt der Frankfurter Marc Acardipane mit seiner Veröffentlichung We Have Arrived (unter dem Pseudonym Mescalinum United, 1990)”

Hier einige Links zu PCP-Klassikern:

Mescalinu United – We have arrived
The FBI – The FFM Theme
Smash – Konstablerwache
PCP – We are from Frankfurt

Interview mit Sven Väth bei Spiegel TV (1994/95)

Am Mittwoch, den 26. Oktober hatte DJ-Legende Sven Väth Geburtstag (47) und aktuell wird dieses Ereignis im Cocoon Club in Frankfurt gefeiert. Auf der Website des Clubs heißt es hierzu:

“Wenn der Babba feiert, fliegen die Fetzen! Das beweist Sven Väth seit 30 Jahren immer wieder. Und an einem Abend im Jahr lässt es der Cocoon-Meister dann auch noch mal ein wenig mehr als gewöhnlich knallen. Allein schon deshalb ist Svens Geburtstag seit Jahren schon DAS Highlight in der Frankfurter Clubszene.“

Ich hingegen sitze gerade vor meinem Rechner und erinnere mich anlässlich dieses Väth-Contents an ein älteres Interview mit ihm, auf das ich, welch Zufall, kürzlich erst wieder stieß. [Wahnsinn, wie die Zeit vergeht...]

Teil 1 „Freitag-Nacht, 1 Uhr, Technojünger aus ganz Deutschland finden sich hier, unter einem Parkhaus in der Frankfurter Innenstadt ein, um ihre Clubkultur auszuleben.”

Teil 2 “… geh ich auch in die Massen rein und tanz mit denen selbst…”

Teil 3 “…und… ja gut… dann wird vielleicht mal 48 Stunden nicht geschlafen…”

Teil 4 “Na ja, ich mein wie das halt ist so nachts… die Nacht… Magic”

Am 18. November erscheint übrigens die von ihm gemixte Doppel-CD „The Sound of the twelfth season“, u.a. mit diesen Tracks von Roman FlügelMove D, Aufgang und Omar S.

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Alle Videos via DiDaDuncan

Johannes Heil – Loving

Heute war es endlich soweit, das neue Album von Johannes Heil ist erschienen. Titel: Loving. Für mich damit verbunden, endlich ein überzeugendes Album in den Händen halten zu können, denn dieses Jahr bin ich musikalisch irgendwie nicht so verwöhnt worden. Hier und da mal einzelne Songs, aber ganze Alben die überzeugten? Leider Fehlanzeige.

Die erste Vorab-Veröffentlichung “Freedom of heart” ließ bereits die Vermutung zu, daß dieses Album irgendwie “softer” wird- also für die Verhältnisse des Herrn Heils. Nach dem ersten Durchhören würde ich von einen guten und soliden Techno-Album reden. Und ja, ich nenne es Techno. Nach dem dritten Hören würde ich dann sogar schon von einem sehr gelungenen Album sprechen :-)

Allerdings vermisse ich einen absoluten Kracher auf diesem Album. Kein Track für die Peaktime, der den Club zum Rocken bringt, lediglich welche die es andeuten, bevor dann öfter mal irgendwelche Streicher o.ä. Sounds das Tempo wieder rausnehmen oder der Track sich nicht so recht weiterentwickeln will.

Das Album weiß schon zu überzeugen, aber wer in der Vergangenheit diverse “Auf-die-12″-Tracks ablieferte (aber nicht nur!), den kann man hier schon bescheinigen, einen Gang zurückgeschaltet zu haben.

“Hallelujah” hat bestimmt eine Message. Ob man den Opener als Song bezeichnen kann? Erinnert an das Boom Boom Tschak aus Queen´s “We will rock you” gepaart mit Elementen aus Oliver Lieb´s “The Ambush”-Projekt.

“All is one” ist ein derzeitiger Favorit und “The Ace” schließt daran an, wird aber zusätzlich durch melodische Akzente ergänzt.

“Seeded” hat mir ab der Mitte des Tracks zu viele Elemente gleichzeitig am Start und “To the Groove” kommt mit Klicks und Blips aus der Minimal-Ecke daher, ohne das der Track aber als solches einzustufen wäre- nicht SO der Burner, aber keinesfalls schlecht.

“Big City Nights” stell ich mir in einer “Schwarz zu blau”-Phase genial vor. “Glockenspiel” ist der schlechteste Track auf dem Album bevor “Freedom of heart” wieder versöhnt- großartiger Song.

“A Holo Static” ist mal kein straighter 4-to-floor-Track und hat Einiges zu bieten, es gibt viel zu entdecken, klasse Produktion.

“Twentythree” groovt neo-trancig daher und der darauf folgende Titeltrack des Albums, “Loving”, fängt saustark an, ich höre schon bei 30 Sekunden ein Aufschrei auf dem Dancefloor, der bei 1min. dann noch ein Stückchen höher schraubt, bevor der Einsatz der Strings bei 1:18min. auch die Standhaftesten auf die Umlaufbahn schickt. Gänsehaut. Bei einer Umlaufbahn erblickt man ja dann auch mal die Sonne. Die geht hier auch auf und zwar mit dem ersten “Loving”-Vocal. Könnte mir vorstellen, daß manch einer das cheesy findet, aber einfach mal mehrmals hören, dann dickes Grinsen, Ärmchen in die Höhe, Kirschen plücken und so… Danke für diesen Song!

“Could this be” bedient Chorales, was leider noch nie so wirklich mein Fall war, den hätte ich nicht als letzten Track des Albums gewählt (wenn überhaupt, dann hidden.)

Tolles Album hat er da wieder abgeliefert, acht von elf Tracks wissen zu überzeugen. Die anderen drei werden sich mir vermutlich irgendwann mal auch erschließen- falls nicht, auch nicht weiter schlimm.