Schlagwort: Hip-Hop

Vega & Bosca – „Alte Liebe rostet nicht“

Ausschnitt eines großen Aufklebers vom Vega & Bosca- Album "Alte Liebe rostet nicht"

Über Zeilen wie „Besser renn bei Straßenscheiß, FFM bleibt nazifrei“ (Zahltag), „Als wären diese Pisser die am Montag demonstrieren keine scheiß Nazis“ (Dafür brauch ich kein Mic) und „Doch jeden Montagabend bekommt die PEGIDA aufs Maul“ (In meinem Frankfurt) bin ich erfreut und überrascht zugleich, irgendwie hatte ich Vega & Bosca, die heute ihr gemeinsames Album „Alte Liebe rostet nicht“ veröffentlicht haben, diesbezüglich nicht so auf dem Schirm. Weiterlesen

AZAD – LEBEN 2

AZAD - LEBEN 2

In Frankfurt wird in diesen Tagen mal wieder kräftig Beton angerührt. Der Grund dafür liegt ausnahmsweise mal nicht darin, dass irgendwo in der Stadt ein weiterer Wohnpalast errichtet wird, sondern die Rückkehr des Frankfurter Rap-Urgesteins Azad. Jedenfalls sind Buzzwords wie „Beton“, oder auch „Krankfurt“, bei mir eng mit der Musik von Azad verbunden.

Am 15. Januar 2016 meldet sich Azad mit einem neuen Studioalbum zurück, welches, in Anlehnung an sein erstes Werk „Leben“, den Titel „Leben 2“ haben wird. Wenn man bedenkt, dass einige Songs auf „Leben“ auch 15 Jahre später noch vieles von dem, was heute aufgefahren und abgefeiert wird, locker hinter sich lassen, verspricht das neue Album ein Glücksfall für Deutsch-Rap zu werden.

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Hip Hop International – Meine Top 5 für 2014

Mein Favorit in Sachen Hip Hop war in diesem Jahr Wiz Khalifa. Damit bin ich offenbar nicht allein, denn sowohl sein Album „Blacc Hollywood“, als auch der Song „We Dem Boyz“ erhielten eine Nominierung für die Grammy Awards 2015. Die Schreibweise „Blacc“ statt „Black“ steht übrigens nicht im Zusammenhang mit den „Crips“, die ein „CK“ (steht für „Crips Killer“) durch ein „CC“ ersetzen.

Vielseitiger Typ, dieser Drake aus Kanada. Schauspieler, früher wohl auch mehr dem R’n’B zugewandt und jetzt beim Rap angelangt. Trotzdem hab ich den vorher nie wahrgenommen. „0 to 100“ ist übrigens ebenfalls im Rennen für den „Best Rap Song“ bei den Grammys.

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Arte-Doku: Welcome to the 90s – Das goldene Jahrezehnt der Hip-Hop-Kultur

Im Rahmen der „Summer of the 90s“-Themenwochen bei Arte wurde gestern der vierte Teil der Doku-Reihe „Welcome to the 90s“ gezeigt: Nach „Dance Culture„, „Boygroups und Girlbands“ und „Come as you are- Grunge, Riot Grrrl, Britpop, Nu-Metal“ wurde der Hip-Hop der 90er-Jahre beleuchtet. Die Sendung ist nun für sieben Tage in der Arte-Mediathek abrufbar.

Wie bereits bei den vorherigen Sendungen ist es wahrlich schwer, Material für ein ganzes Jahrzehnt zufriedenstellend für alle zusammenzustellen. In „Das goldene Jahrzeht der Hip-Hop-Kultur“ geht es daher zum Beispiel hauptsächlich um den us-amerikanischen Hip-Hop, die Bewegung in Frankreich und Deutschland bekommen nur extrem wenig Sendezeit eingeräumt, Großbritannien, welches sich gerade Anfang der 90er-Jahre mit Hijack oder Silver Bullet Gehör verschaffte, findet gar nicht erst statt. Etwas überrascht bin jedoch auch bei der Auswahl der Protagonisten aus den USA, wo Künstler wie Public Enemy, Beastie Boys oder auch Jay Z überhaupt nicht vorkommen und 2 Pac und Notorious BIG nur im Zusammenhang mit dem East Coast vs. West Coast-Konflikt thematisiert werden.

Nichtsdestotrotz sind die knapp 60 Minuten eine nette kleine Zeitreise, u.a. mit dem Wu-Tang-Clan, NWA, Ice Cube, Dr. Dre, Snoop Doggy Dogg, Warren G, Cypress Hill, Ice-T/Bodycount, De La Soul, Nas, Mary J. Blige, Lauryn Hill und Lil‘ Kim. Weiterlesen

Kollektiv FFM

kollektiv-ffm-aufkleber-in-schwarz-weiss

Da habe ich über Monate hinweg in den Straßen diese kleinen quadratischen Sticker mit dem „k“ gesehen und konnte nie etwas damit anfangen. Vor wenigen Wochen dann entdeckte ich genau dieses „k“ zufällig auf Soundcloud. Musik also, Hip Hop um genau zu sein, vorgetragen in deutscher Sprache und aus Frankfurt, vom kollektiv_ffm.

Die Songs, auch wenn manche von ihnen leider nur eine sehr kurze Laufzeit haben und zumindest für jemanden wie mich, der dieses Deutschrap-Dingens nicht mehr ganz so im Blick hat, klingen für die heutige Zeit eher unüblich und erinnern an einiges von früher, Anfang/Mitte der 1990er Jahre, als das alles erst ins Rollen kam, was mir persönlich aber sehr gut gefällt. Weiterlesen

Interview mit Tone bei 16bars

Am 30. August 2013 ist es endlich soweit. Vier Jahre nach seinem letzten Album „Phantom“ veröffentlich Deutsch-Rap-Legende Tone wieder ein neues Album. Da das Genre des Deutschrap nunmehr auch schon über zwei Jahrzehnte existiert ist es immer wieder schön wenn sich, neben all dem belanglosen Brudi-Gedönes, Möchtegern-Stylern und Hitparaden-Rap-Singsang, die alte Garde aufmacht und völlig unaufgeregt Klasse und Inhalte in den Mittelpunkt des Schaffens rückt. Aber das ist eben der Unterschied zu all denen, die „das Mikro nur die Hand nehmen um sich aufzuspielen'“ und denen, die den Weg gewiesen und das Genre nachhaltig geprägt haben- wie zum Beispiel ein Moses Pelham. Oder eben ein Tone, welcher kürzlich 16bars für ein Interview zur Verfügung stand. Zu erzählen ham’se alle was, zu sagen nur die wenigsten. Check. Weiterlesen

Chabos wissen wer der Babo ist. Chayas auch.

Vor wenigen Wochen erst bin ich auf die Zecken-Variante der TickTickBoom-Crew von „Chabos wissen wer der Babo ist“ aufmerksam geworden. Während sich diese Version musikalisch dem Original von Haftbefehl annimmt, ist es bei der Version von Meltem Acikgöz a.k.a. Melody genau umgekehrt. Mir gefällt die Idee, mit dem selben Text einen anderen musikalischen Kontext zu generieren. Ähnliches bekommt man ja auch beim Jazz sehr häufig zu hören.

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Update: Jazz- und Opernvarianten gibt’s jetzt auch! =)

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RIP Tim Dog

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Wie gestern gemeldet wurde, ist Tim Dog im „Alter“ von 46 Jahren gestorben. Tim Dog war ein US-Rapper aus der Bronx, New York City, der Anfang der Neunziger Jahre als Vertreter der Eastcoast sich in mehreren Songs, mit Ausnahme von Ice-T und Ice Cube, gegen den Westcoast-Rap, speziell gegen N.W.A., Eazy-E und Snoop Doggy Dogg, stellte. Direkt mit seinem ersten Album ging er u.a. mit dem Song „Fuck Compton“ auf Konfrontationskurs und erlangte mit diesem auch heute noch genutzten Stilmittel, bereits bekannte Größen zu dissen, schnell Aufmerksamkeit.  Weiterlesen

Deutschrap aus Mainz: Luk & Fil – All that glitter ain’t soul

Deutschrap begeistert mich schon länger nicht mehr so wie früher, was daran liegt, dass mir irgendwie zu viel Asi-Rap zu Ohren kommt. Dieser hat durchaus seine Daseinsberechtigung und oftmals mag ich den auch, ist auf Dauer aber eben auch gerne mal sehr einseitig in der Themenauswahl. Ein Gegenpol dazu ist irgendwie zu einer ganz seltenen Ausnahme geworden und damit meine ich nicht die hippen Chartbreaker á la Cro, Marteria und wie’se alle heißen und auch gar nicht negativ gemeint sein soll, sondern Rap der etwas deeper ist, auch mal wieder Überraschungen bietet, fresh daherkommt und bei all dem auch zu gefallen weiß.

Das am 5. November 2012 auf Sichtexot erschienene Debutalbum „All that glitter ain’t soul“ von den noch sehr jungen Mainzern Luk & Fil erfüllt glücklicherweise für mich nach einer langen Durststrecke diesen Anspruch.

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Haftbefehl – Chabos wissen wer der Babo ist

Aus dem am 25.01.2013 erscheinendem Album „Blockplatin“ vom gebürtigen Offenbacher Haftbefehl ist seit eben das Video zu „Chabos wissen wer der Babo ist“ online.

Wenn man mit Moses Pelham einen Blick auf die Oldschool wirft, sei der Vollständigkeit halber auch ein Blick auf die Newschool erlaubt, denn immerhin erreichte sein aktuelles Album „Kanackiş“ im Februar dieses Jahres Platz 10 der deutschen Albumcharts. Außerdem spielt eine Szene im Video beim Petro in Sachsenhausen.