Schlagwort: Hip-Hop

Harmonie-Kino: Deutschrap-Doku „Wenn der Vorhang fällt“

Alte Deutschrap-Scheiben: Konkret Finn, Nordmassiv, Doppelkop

Am Dienstag, den 4. April 2017, findet in der Harmonie in Sachsenhausen eine Sonderveranstaltung statt. In Anwesenheit des Regisseurs Michael Münch wird der Dokumentarfilm „Wenn der Vorhang fällt“ gezeigt. In diesem wird die Entwicklung des Deutschrap in den letzten drei Jahrzehnten beleuchtet. Künstler wie Max Herre, Sido, Samy Deluxe und Smudo von den Fantastischen Vier berichten von ihren ersten Kontakten zur deutschen HipHop Szene, dem großen Boom in den 1990er-Jahren und der anschließenden Neuausrichtung des Genres mit Beginn des neuen Jahrtausends.

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Ree G – „Offenbach“

Screenshot aus dem Video "Offenbach" von Ree G

Die Stadt, in der du auffällst wenn du keine Bauchtasche trägst, Kanaken höflich und „hilfsbereiter als die Mösen auf der Zeil“ sind und aus Richard Rashid wird: Offenbach. So zumindest umschreibt es der einst in Frankfurt-Höchst geborene Ree G in seinem Song „Offenbach“.

Die bereits dreieinhalb Jahre alte Rap-Produktion hebt sich auf angenehme Weise gegenüber dem sonstigen Output aus diesen Breitengraden ab, sie transportiert die Themen authentisch und der Satzbau besteht auch nicht auschließlich aus Subjekt, Prädikat und Beleidigung. Der schlicht gehaltene Videoclip mit seinen Aufnahmen bei Dunkelheit, viele davon zwischen Ledermuseum und Marktplatz entstanden, und die Trompetenparts im Song, runden das Paket atmosphärisch ab. Weiterlesen

Deutschsprachiger Rap – Meine Top 10 für 2016

Top 10 Deutsch Rap 2016

Deutschsprachige Musik gab es in diesem Jahr zur Genüge: Zum Beispiel von Mark Foster, Max Giesinger, Joris, EFF oder auch Gestört aber geil. Allerdings kann ich damit nicht so viel anfangen. Mit Stabil Elite („Alles wird gut“) und Lina Maly („Schön genug“) schon eher. Das war’s dann aber auch schon in der Sparte Pop. Bei Deutschrap sah es für mich vergleichsweise besser aus. Zwar gab’s in diesem Bereich auch viel Schund und maßlos überwertete Veröffentlichungen, aber am Ende des Jahres blieben doch genug Songs übrig, die mir eine Berücksichtung wert waren. Also: Anstatt einer Genre übergereifenden Top 10 wie im vergangenen Jahr, gibt’s diesmal ausschließlich Hip-Hop aus Deutschland.

10. Platz: SXTN – „Ftzn im Club“
„Was pöbeln, du Hund? Deine Mutter pöbelt…“

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Princess Nokia – DESTINY (Documentary)

Princess Nokia, das „Riot Grrl des Rap“ (arte, 05.11.16), kam 1992 in New York zur Welt und ist eine sehr umtriebige und wandlungsfähige Musikerin. Mit „feministischem Habitus und selbstbewussten Songs“ (taz, 22.10.16) sorgt sie besonders in diesem Jahr für viel Furore. Vor Kurzem ist ihr Mixtape „1992“ erschienen, auf welchem sich u.a. auch die herausragenden Songs „Tomboy“ und „Kitana“ befinden.

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30 Jahre Beastie Boys-Album „Licensed to ill“

Mit der Zeile „Because mutiny on the Bounty’s what we’re all about, I’m gonna board your ship and turn it on out“ starten die Beastie Boys in ihr 13 Songs umfassendes Debütalbum „Licensed to ill“ – und nicht zuletzt auch ihre lange und erfolgreiche Karriere. Erschienen ist das Werk, welches u.a. die Hits „Fight for your right“ und „No sleep till Brooklyn“ enthält, am 15. November 1986, also auf den Tag genau vor 30 Jahren. Es ist das erfolgreichste Hip-Hop-Album der 80er Jahre und erreichte als erstes reines Rap-Album die Spitzenposition der US-Charts. Abgesehen davon, dass es seit jeher als Meilenstein des Genres gilt, setzte es das Musikmagazin Rolling Stone im Jahr 2013 auf Platz 1 der „100 besten Debütalben aller Zeiten“

Wie bereits für das Albumdebüt von L.L. Cool J. („Radio“, 1985), zeichnet sich Rick Rubin auch für die Produktion von „Licensed to ill“ verantwortlich. Wie viele andere Hip-Hop-Produktionen Mitte der 80er-Jahre wird das Klangbild hörbar vom Rhythm Composer Roland TR-808 dominiert, bei den Beastie Boys oft ergänzt durch Gitarenriffs, vergleichbar den Run DMC-Produktionen aus dieser Zeit. Weiterlesen

The Get Down (Netflix)

Netflix-Serie The Get Down

„This ain’t Disneyland, this is the Bronx!“ – Eine vielversprechende neue Serie veröffentlicht heute der Videostreamingdienst Netflix mit The Get Down. Das Geschehen spielt in New York der 1970er Jahre, und hier besonders in der Bronx, und dreht sich um die dortige Jugendkultur und den Anfängen des Hip-Hop.

Verfilmt hat das Thema Baz Luhrmann, der sich in der Vergangenheit bereits durch Filme wie Romeo + Juliet, Moulin Rouge oder The Great Gatsby auszeichnete. Um die nötige Authentizität zu gewährleisten standen ihm u.a. auch Hip-Hop-Größen wie Grandmaster Flash (Associate Producer) und Nas (Executive Producer) sowie die für Szenen- und Kostümbild mehrfach mit dem Oscar ausgezeichnete Catherine Martin (Executive Producer) zur Seite. Weiterlesen

Dicker Arsch, Dicker Bass – Dies Das Ananas

NEONSCHWARZ - METROPOLIS

In Bierzelten über „unsere Werte“ zu sprechen oder am Stammtisch über Flüchtlinge zu reden ist ebenso wenig ihr Ding wie ein „Wir“ mit Seehofer und Söder – „Antifa heißt Angriff“ und „Her mit dem schönen Leben“ hingegen schon eher: Captain Gips, Johnny Mauser und Marie Curry, besser bekannt als Neonschwarz, melden sich heute mit ihrem neuen Album „Metropolis“ zurück.

Die Hamburger Combo veröffentlichte im Vorfeld bereits fünf (!) Songs mit dazugehörigen Videos, angefangen bei „2015“, über meinen derzeitigen Favoriten „Dies Das Ananas“ bis hin zum Titeltrack „Metropolis“. Das Album erscheint bei Audiolith, enthält 17 Songs und wird als Vinyl, CD, mp3 und Streaming angeboten. Weiterlesen

Yung Hurn – „FDP“

Yung Hurn FDP

Von Yung Hurn mochte ich ja bisher eigentlich nur den Song „Nein“, aber seit vorgestern ist noch ein weiterer hinzugekommen: „FDP“. Die drei Buchstaben stehen in diesem Fall nicht für die Lindner- Partei, sondern für „Fick die Polizei“. Im kürzlich veröffentlichten Videoclip des Songs lässt der in Wien lebende „Rapper der Generation Soundcloud“ die polizeikritischen Aktionen im Rahmen der Blockupy- Proteste 2015 in Frankfurt wieder aufleben. Weiterlesen

Vega & Bosca – „Alte Liebe rostet nicht“

Ausschnitt eines großen Aufklebers vom Vega & Bosca- Album "Alte Liebe rostet nicht"

Über Zeilen wie „Besser renn bei Straßenscheiß, FFM bleibt nazifrei“ (Zahltag), „Als wären diese Pisser die am Montag demonstrieren keine scheiß Nazis“ (Dafür brauch ich kein Mic) und „Doch jeden Montagabend bekommt die PEGIDA aufs Maul“ (In meinem Frankfurt) bin ich erfreut und überrascht zugleich, irgendwie hatte ich Vega & Bosca, die heute ihr gemeinsames Album „Alte Liebe rostet nicht“ veröffentlicht haben, diesbezüglich nicht so auf dem Schirm. Weiterlesen

AZAD – LEBEN 2

AZAD - LEBEN 2

In Frankfurt wird in diesen Tagen mal wieder kräftig Beton angerührt. Der Grund dafür liegt ausnahmsweise mal nicht darin, dass irgendwo in der Stadt ein weiterer Wohnpalast errichtet wird, sondern die Rückkehr des Frankfurter Rap-Urgesteins Azad. Jedenfalls sind Buzzwords wie „Beton“, oder auch „Krankfurt“, bei mir eng mit der Musik von Azad verbunden.

Am 15. Januar 2016 meldet sich Azad mit einem neuen Studioalbum zurück, welches, in Anlehnung an sein erstes Werk „Leben“, den Titel „Leben 2“ haben wird. Wenn man bedenkt, dass einige Songs auf „Leben“ auch 15 Jahre später noch vieles von dem, was heute aufgefahren und abgefeiert wird, locker hinter sich lassen, verspricht das neue Album ein Glücksfall für Deutsch-Rap zu werden.

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