Podcast: Metrolaut Spezial – Züge anlacken

Astronaut-Graffiti in Frankfurt

Metronaut.de ist ein Autorenblog zu den Themen soziale Bewegungen, Grundrechte, Medien, Politik und Aktivismus. Veröffentlicht werden in erster Linie Texte, aber mittlerweile haben sich auch schon über 25 „Metrolaut“-Podcasts angesammelt. Einer dieser Podcasts ist Metrolaut Spezial: Züge anlacken. In diesem führt Karlheinz „Kalle“ Kornblum ein dreistündiges Interview mit einen Spüher names Tom.

Nachdem Tom eingangs kurz erzählt, wie er zu Graffiti kam, stehen im nächsten Moment schon die Fragen „Was ist Kunst?“ und „Kann Vandalismus Kunst sein?“ im Raum. Für ihn steht jedenfalls fest, dass auch Fenster kaputtschlagen noch als „Form eines Ausdrucks und Kunst“ in Betracht gezogen werden kann – „kommt drauf an wie du’s machst“, so der Sprüher weiter. An eine Kirche oder in einer schönen Altstadt in Italien würde er aber keine Tags setzen. Auf die Frage, ob Tags ein notwendiges Mittel sind, um in einem Viertel die Mieten niedrig zu halten, findet man keine Antwort, aber der Sprüher erklärt, dass sie der Grundstein von Graffiti sind. Für Leute, die Tags als Geschmiere abtun und nur die schönen, großen, bunten Graffitis feiern, bringt er wenig Verständnis auf, das sei „unreflektiert“ und bedeutet, „dass nur ’ne Akzeptanz für Leute mit Profession besteht. Das verneint aber jede Entwicklung.“

Übereinstimmung herrscht beim Thema, dass Graffiti ein „wichtiger Ausdruck von Subkultur“ ist und dass etwas fehlt, wenn man in Gegenden unterwegs ist, in denen es kein Graffiti gibt. Die Kunstform Graffiti gehört für die beiden zum Stadtbild. Graffitis, wie die im Podcast genannten gelben Fäuste in Berlin, gehören dabei zu den leicht zu dechiffrierenden Motiven, so dass besonders Außenstehende schnell mit einem „überall in der Stadt zu sehen“ und „gehört zum Stadtbild“ zur Hand sind – obwohl andere Graffitisprayer nicht weniger aktiv sind. Deren Wirken ist jedoch ist oftmals vielseitiger und auch nicht so leicht zu dechiffrieren, sodass es selten über szeneinterne Kreise hinaus wahrgenommen wird.

Im weiteren Verlauf geht’s u.a. noch um Qualität und Quantität im Graffiti – an wen erinnert man sich? – und den Mythos Graffiti und was davon übrig bleibt, wenn man andere Sprüher kennenlernt und das Geschehen heutzutage im Internet dokumentiert wird.