Kategorie: Stadt

Protestbanner zur Bahnhofsviertelnacht

Spruchband im Bahnhofsviertel: "Stop Racial Profiling"

Die Bahnhofsviertelnacht ist vorbei. Geblieben sind die Protestbanner. Angebracht wurde diese von der Stadtteilgruppe „Bahnhofsviertel Solidarisch“, z.B. in der Taunusstraße und in der Münchener Straße. Mit diesen Spruchbändern wurde das populäre Event in Frankfurts zweitkleinsten Stadtteil kritisch begleitet.

Mit der Aktion soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Entwicklung des Bahnhofsviertels hin zu einem hippen Ausgehviertel auch viele negative Begleitumstände für Menschen rund um den Hauptbahnhof bedeutet.

Auf der FB-Seite von Bahnhofsviertel Solidarisch heißt es hierzu:

„Wir wollen den Besucher*innen zeigen, dass hier eben nicht nur Frankfurts hippes neues Ausgehviertel ist, sondern dass sich in diesem Viertel anschaulich Prozesse wie Gentrifizierung und Verdrängung in Echtzeit beobachten lassen und „dass Drogenkonsument*innen und Obdachlose keine „anrüchige Kulisse“ für einen spannenden Ausflug sind, sondern echte Menschen mit Sorgen, Ängsten und Nöten.“

Wir wollen aufmerksam machen, auf anhaltende rassistische Kontrollen seitens der Polizei und auf den grassierenden Law-and-Order-Diskurs, mit dem sich Politiker*innen vieler Parteien gerade im Wahlkampf ein Profil zu geben versuchen.

Wir wollen uns gegen eine Stadtentwicklungspolitik positionieren, die den öffentlichen Raum nur noch als sterilen Stellplatz für teure Gastronomiebetriebe versteht und alle, die nicht zahlende Kunden sind, somit ausschließt und ihnen ihr Recht auf Straße nimmt.“ (Auszug der Facebook-Meldung von Bahnhofsviertel Solidarisch)

Sterile Spritzen statt sterile Straßen

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Stadtbilder Frankfurt – Juli 2017

Grillen im Ostpark

Der Sommer ist da und wen es nicht in die Ferne zieht, findet sich zum Grillen im Ostpark oder beim STOFFEL in den Günthersburgpark ein. Auch der Citykiosk Yok-Yok im Bahnhofsviertel erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit, muss aber im Gegensatz zu manch illustrem Gastrobetrieb in unmittelbarere Nachbarschaft die Menschenmenge vor und neben dem Laden managen. Außerdem noch vor die Linse bekommen: Die Hundeskulptur aus Sand, mit Stofftiersupport.

Frankfurt-Mosaik an der Haltestelle Stadion
Frankfurt-Mosaik an der Haltestelle Stadion
Schatten auf der Honsellbrücke
Schatten auf der Honsellbrücke

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Bornheim: Saturn-Gebäude wird Berger Village

Satzrn-Baustelle in der Berger Straße

Dem ehemaligen Elektrokaufhaus Saturn folgt das Großprojekt „Berger Village“. Nachdem sich an Ort und Stelle lange Zeit gar nichts tat, ist ein Umbau des Gebäudes endlich in vollem Gange.

Was bis vor einigen Tagen noch durch ein Staub- und Sichtschutz verhüllt war, ist nun frei einsehbar, denn die Front zur Berger Straße ist nunmehr komplett verschwunden und gewährt Einblicke in die Räumlichkeiten, wo Mitte der 1980er-Jahre ein Kaufhof dem damals bundesweit erst zweiten Saturn wich.

Die Kamper Handwerk + Bau Gmbh aus Österreich wurde als Generalunternehmer für die Umsetzung des Großprojektes „Berger Village“ beauftragt. Im seit November 2013 leerstehenden Gebäude sollen bis Dezember 2018 u.a. ein Lebensmittelmarkt, Modegeschäfte sowie 63 Wohnungen entstehen.Weiterlesen

Wo Äppler auf Sexyhausen trifft

Frankfurt ist so geil

Kolb 13 ist ein Projekt in Frankfurt-Sachsenhausen, dass ein Bürogebäude in „ein Wohngebäude mit Einzelhandel im Erdgeschoss“ umwandelt. Der Wohnraum reicht von 1 bis 6 ZW und 23 bis 220 m² sowie preislich von 530 bis 5.000 €. Ob das als „Zahlbarer Wohnraum für alle“ durchgeht, wie es auf der Infotafel vor dem Gebäude gefragt wird?

Immerhin wurden mal Büroflächen in Wohnraum umgewandelt und die Wohnungen sind zur Miete zu haben. Außerdem unterscheidet sich das Haus optisch von all dem anderen Kram, der in Frankfurt (z.B. Europaviertel), und mittlerweile auch in Offenbach (z.B. Hafen) und bundesweit fabriziert wird.Weiterlesen

Der Ruheterrorismus im Nordend

Im Zentrum wohnen, ländliche Ruhe einfordern.

Hätte man je Frankfurter Stadtteil nur eine Geschichte zu erzählen, wäre es im Nordend die Geschichte des Ruheterrorismus‘. Eine derart konzentrierte Ansammlung lärmempfindlicher Lappen findet sich in Frankfurt womöglich kein zweites Mal. Friedberger Markt? Zu laut. Gudes? Zu laut. Stoffel-Festival? Zu laut. Diakonissen-Areal-Neubau? Eventuell auch zu laut.

Und all die Hinweisschilder bei Bars, Cafés, Kneipen und Restaurants: „Ab 22 Uhr bitte den Nachbarn zu liebe leise sein“. 22 Uhr! Alles ändert sich, Arbeitszeiten verlagern sich nach hinten, Supermärkte öffnen bis 24 Uhr usw., aber die wenigen Wochen und Monate im Jahr, wo man ein bisschen Zeit draußen verbringen kann, soll um 22 Uhr draußen Feierabend sein? Ja, klar, am besten die Bürgersteige hochklappen wie in den ganzen Käffern…

Aktuell wird über das abermals überarbeitete Freiluft-Programm des bald beginnenden Stoffel-Festivals im Günthersburgpark diskutiert. Dieses hatte bereits 2015 einige „Ruhetage“ in sein Programm einbauen müssen, aber offenbar ist das bisher Geleistete nicht ausreichend.Weiterlesen

Podiumsdiskussion: Baustelle Sozialer Wohnungsbau

Wir bleiben! Jetzt erst recht!

Die Mieten in Frankfurt steigen weiter und mit ihnen nimmt auch die Verdrängung zu. Längst stellt der soziale Wohnungsbau nicht nur für Menschen mit geringem Einkommen die einzige Zugangsmöglichkeit zu dauerhaft bezahlbaren Wohnraum dar. Nach Angaben der Kampagne „Wir sind die halbe Stadt“ (pdf), gibt es in Frankfurt heute weniger als 27.000 Sozialwohnungen, während es in den 1990er-Jahren noch rund 70.000 waren und 49 % aller Frankfurter Mietwohnungs-Haushalte hätten vom Einkommen her berechnet eigentlich Anspruch auf eine öffentlich geförderte Wohnung. Hinzu kommt, dass aufgrund auslaufender Bindungen und einer vorwiegend im höherpreisigen Segment angesiedelten Neubautätigkeit, nicht mit einer zeitnahen Verbesserung der Situation zu rechnen ist. Zur Erinnerung: Erst kürzlich ging aus der Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung hervor, dass Frankfurt bundesweit zweitteuerste Stadt bei Angebotsmieten in 2016 ist.Weiterlesen