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Demos, Angriffe und Kreatives gegen die AfD

FCK AFD in Bornheim Mitte (Frankfurt am Main)

Katja Berlin betreibt seit einigen Jahren das Graphitti Blog, auf dem witzige Grafiken, die das alltägliche Leben, vor allem aber gefühltes Wissen, Meinungen und Vorurteile abgebildet werden. Geht es nach einer Grafik dieser Art, hat die Alternative für Deutschland, kurz: AfD, bisher hauptsächlich Parolen, Propaganda und Populismus angeboten, jedoch so gut wie keine Alternativen. Weil viele politisch interessierte Menschen die selbe Einschätzung vornehmen, jedoch spaßbefreit, kommt es immer wieder vor, dass öffentliche Auftritte der AfD, wie z.B. Wahlkampfveranstaltungen oder Informationsstände, nicht nur vom besorgten Bürgertum aufgesucht werden. Überraschen dürfte das nicht, denn die einstmals primär mit eurokritischen Positionen bekannt gewordene Partei scheint sich mittlerweile doch sehr auf das Thema Flüchtllinge eingeschossen fokussiert zu haben. Aktuell hat man in Berlin am Büro von Beatrix von Storch einige Botschaften hinterlassen, ebenso an der AfD-Bundeszentrale, in Arnsberg schossen Unbekannte auf das AfD- Parteibüro und in Karlsruhe wurde ein AfD- Wahlwerber mit einer Waffe angegangen.

AfD-Wahlplakate in Frankfurt entfernt

Anlässlich der Kommunalwahl 2016 in Frankfurt verschwinden nicht nur Wahlplakate der BFF, sondern auch Exemplare der AfD.

Bezüglich Protesten gegen die AfD in Frankfurt sah es in den vergangenen Monaten so aus, dass drei AfD- Veranstaltungen von der Polizei geschützt werden mussten: Im Februar 2016 beim Saalbau Ronneburg (FR vom 03.02.2016: „Kein Recht auf Nazi-Propaganda“) und im Januar 2016 (FR vom 20.01.16: „Demo gegen die AfD“) und Oktober 2015 (FR vom 16.10.2015: „Null Toleranz für die AfD“) beim Saalbau Gutleut. Ebenfalls im Oktober vergangenen Jahres gab es zwei Verletzte, als im Stadtteil Rödelheim ein Informationsstand der AfD attackiert wurde. (FR vom 18.10.2016: „AfD-Stand attackiert – Zwei Verletzte“)

Außer all den aufgeführten Beispielen gibt es in Deutschland jedoch auch immer wieder Aktivisten, die einen kreativen Weg einschlagen. Hierzu drei aktuelle Beispiele:

In der Schanze in Hamburg wurde ein interaktives AfD- Eierwurf- Wahlplakat installiert, …

Direktlink, via Urban Shit

… in Heilbronn erfolgte eine antifaschistische Tatortbegehung…

Direktlink

… und in Mannheim wurde ein AfD- Infostand „eingemauert“.

Direktlink

Im Nachgang des bundesweiten antifaschistischen und antirassistischen Treffens in Frankfurt am 31. Januar dieses Jahres entstand die bundesweite Plattform „Nationalismus ist keine Alternative!“ Als erstes gemeinsames Ziel wurde beschlossen, die AfD als „das organisatorische Rückgrat des völkischen Rollbacks“ bundesweit anzugehen, demnächst z.B. in Form eines bundesweiten Aktionswochenendes gegen die AFD und ihre Freunde am 5. und 6. März 2016.

2 Kommentare

  1. Ihr scheint wirklich nicht zu bemerken, dass ihr mit solchen Methoden selbst zu Faschisten werdet- echt traurig!

    • stadtkindFFM

      In Anbetracht von NSU und über 1.000 flüchtlingsfeindlichen Übergriffen in 2015 und schon über 250 in diesem Jahr auf der einen Seite und Engagement und Zivilcourage auf der anderen, ist das eine ziemlich steile These, links mit rechts in Vergleich zu setzen, und dann auch noch so pauschal.

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