Blockupy 2015 – kurze Nachlese, Bloglinks und Fotos

Wenn soziale Ungerechtigkeiten zu sozialen Unruhen führen, kommt es heutzutage wohl darauf an, wo in der Welt sich Ärger und Wut darüber entladen, um mit Verständnis und Sympathie bedacht zu werden oder, wie es anässlich des Blockupy-Aktionstages am 18. März in Frankfurt der Fall war, einer pauschalen Verurteilung zu unterliegen. Doch nicht nur große Teile der Presse gehen aufgrund ihrer „Berichterstattung“ als große Verlierer aus diesem Tag hervor, sondern auch die Polizei, die trotz eines massiven Aufgebots offenbar nicht allzu viel im Griff gehabt zu haben schien – zumindest wenn es um Aktionen ging, die jenseits des EZB-Neubaus stattgefunden haben. Motto: Aus der EZB eine noch größere Festung machen als sie sowieso schon ist, der Rest der Stadt ist erstmal nicht so wichtig und wenn’s daneben geht, kann man sich das bestimmt künftig noch irgendwie für die eigenen Zwecke zurecht legen. Die Präsenz von 10.000 Polizisten allein bewirkt offenbar also erstmal herzlich wenig, auch wenn die Lage in Frankfurt seitens der üblichen Pressevertreter einseitig und vielfach überzogen dargestellt wurde, so dass man hätte meinen können, dass Großteile der Stadt zerstört worden seien. Auf jeden Fall lustig, aber keinesfalls überraschend, dass ausgerechnet aus diesen Kreisen eine nicht ausreichende Distanzierung zu den „Gewalttaten“ angeprangert wird.

Den bisher besten Kommentar zu Blockupy 2015 habe ich bei neues-deutschland.de gelesen und wurde von Peter Schaber geschrieben: Gewalt! Widerstand gegen das System ist legitim und dieser lässt sich nicht in Bahnen bewegen, die der Feind vorschreibt, und wie Kritik geäußert wird, haben nicht die zu erklären, die täglich mit kritikloser Affirmation ihr Geld verdienen. Im Umkehrschluss heisst das natürlich nicht, dass alle Aktionen vom 18. März in Frankfurt gutgeheißen werden. Wer z.B. ausschließlich zur Bestärkung der eigenen Coolness agiert, sollte darauf hingewiesen werden, dass er hier auf der falschen Demonstration ist.

Themawechsel: Ich habe mal zusammengesucht was in den Blogs, bevorzugt aus Frankfurt und Umgebung, rund um Blockupy 2015 publiziert wurde. Kurze Texte, längere Texte, Ernstes, Lustiges, Kurioses, Fotos, Grafiken, etc. Berücksichtigt habe ich Veröffentlichungen vom 16. bis 20. März 2015.

  • #18m /the daily mo

Zu guter Letzt: Nochmals ein paar Bilder vom 18. März.

FRANKFURT BLOCKUPY 2015-  ZENTRALES BÜRGERAMT

FRANKFURT BLOCKUPY 2015 - GUCCIO SIEMPRE CON NOI

FRANKFURT BLOCKUPY 2015 - HAUSNUMMER 30

FRANKFURT BLOCKUPY 2015

FRANKFURT BLOCKUPY 2015 - ET QUE L'EUROPE BRULE

FRANKFURT BLOCKUPY 2015

FRANKFURT BLOCKUPY 2015

FRANKFURT BLOCKUPY 2015

FRANKFURT BLOCKUPY 2015

FRANKFURT BLOCKUPY 2015 - MITTWOCH GESCHLOSSEN

FRANKFURT BLOCKUPY 2015 - NERVENSÄGE DES TAGES

FRANKFURT BLOCKUPY 2015 - KUNDGEBUNG AM RÖMER

FRANKFURT BLOCKUPY 2015

FRANKFURT BLOCKUPY 2015

FRANKFURT BLOCKUPY 2015 - WIR SIND FRIEDLICH

FRANKFURT BLOCKUPY 2015

7 Kommentare

  1. Ist es nicht auch Gewalt/Macht ein Auto ne Stunde lang brennen zu lassen? Oder mit zehntausend Polizisten nicht gegen Sachbeschädigung vor zu gehen?
    Die Bilder die so entstehen konnten muss man auch aus Sicht derjenigen betrachten die das Gewaltmonopol inne haben. Die Medien.

    Was mich immer mehr wundert: wieso glaubt man, dass die Polizeiführung inkl. Innenminister gar nicht in der Lage waren die Sachbeschädigung zu stoppen?
    Vor dem Bürgeramt flüchten die Cops (vgl. Filmpiraten-Video) und vor der EZB werden die ~2 Polizeiwagen auf dem Präsentierteller stehen gelassen, wenn ~100 Meter weiter ohnehin eine, ohne Fahrzeug unüberwindbare, Absperrung errichtet ist.

    Wie sieht so ein Antidemokratischerschutzwall aus?
    EZB – Abstand – Wasserwerfer, Taucher, Klos – Polizisten in Kampfanzügen mit Bewaffnung – Betonklötze – Stahlbariere – Natodraht – Stahlbariere – 10m Abstand – Grafittilinie am Boden – 100 Meter Abstand – 2 Polizeiautos mitten auf der Gass.

    Mich kotzen die Bilder von Zerstörung an, so schön ich sie finde. Mir fehlen kreative Banner der DemonstrantInnen, kuriose ProtestantInnen (Clowns + Stelzenläufer waren da) oder Bilder von kreativen Aktionen wie an der Fassade eines Hochhauses.
    In den verlinkten Blogs ist das größerenteils der Fall, in den Medien nicht.

    • stadtkindFFM

      Ja, es gibt in der Tat einige Dinge bei denen man sich fragen muss, was da eigentlich genau gelaufen ist, u.a. diese aus 2 Polizeiwagen bestehende „Mini-Blockade“(?) seitens der Polizei am Ernst-Achilles-Platz, nur wenige Meter vor dem Mega-Schutzwall an der EZB hat, ebenso all die Stellen wo es noch brannte oder qualmte und irgendwie niemanden weiter zu interessieren schien.

  2. „Kein Stein flog gegen Flüchtlingsheim“: Interessanter TAZ-Artikel, der davon handelt, wie der Protest auch dadurch (fäschlicherweise) diskreditiert werden sollte, dass angeblich Rechtsradikale den Ton angaben:
    http://www.taz.de/!156841/

      • stadtkindFFM

        Gibt es außer von Blockupy, taz und nd irgendwo eine Original-Aussage des Kolpingwerkes, dass die ursprüngliche Meldung falsch/fehlerhaft („missverständlich“ erscheint mir da zu wenig) war, und wer und warum sie in dieser Form gepostet wurde?

        • https://www.kolping.de/php/evewa2ajax.php?file=topnewsDetail.php&height=500&width=700&newsid=17840&g2=1
          Die halten daran fest!

          Ich verstehe nicht was so schwer ist da einen Bildbeweis zu liefern.

          https://goo.gl/maps/nlzRR
          Die Glasfassade des Hotels wurde meiner Beobachtung zu folge wirklich extrem angegriffen. Ganz am Ende des Aufzugs war ein Vermummter, der mit einem Stein, den er in zwei Händen hielt wiederholt gegen die Glasfassade hämmerte (ging einfach nicht zu Bruch) und von einer anderen Person gerufen wurde (klang nicht deutsch) worauf hin er weg gerannt ist.

          Wenn das gleichsam der Eingang zu dem Heim gewesen ist, dann stimmt die Meldung wohl.
          Dann sind die Banken aber auch Flüchtlingsunterkünfte, wenn Obdachlose nachts ihr Lager darin/davor aufschlagen. *ironie*

  3. Pingback: The Week in Germany: Learning German, Blockupy, 1991 Berlin, and Something to Laugh About | Young Germany

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