Eintracht Frankfurt: Spieltage 20 & 21 (Saison 2011/12) + Vorschau auf´s Derby

Seit knapp zwei Wochen rollt der Ball auch wieder in der 2. Bundesliga und die Eintracht scheint doch ganz gut aus der Winterpause gekommen zu sein. Nach dem Heimsieg zum Auftakt gegen Eintracht Braunschweig, gab es am Montagabend bei Fortuna Düsseldorf ein 1:1. Vier Punkte aus zwei Spielen gegen Mannschaften aus der oberen Tabellenregion, die selbe Ausbeute die man gegen diese Mannschaften bereits in der Hinrunde erzielen konnte. Exakt die selbe Anzahl an Toren und Punkten, allerdings gegen Mannschaften aus der unteren Region, hat der nächste Gegner der Eintracht, der FSV Frankfurt, mit seinem neuen Trainer Benno Möhlmann, erreicht. Vielleicht ein Anzeichen dafür, daß es in diesem Aufeinandertreffen etwas spannender zugeht, als beim klaren 4:0- „Auswärtssieg“ der Eintracht in der Hinrunde.

Die Eintracht die sind wir: Doch der Reihe nach: Bei gefühlten -15° (waren aber nur -6°) und dem ersten Glühwein des Jahres empfing die Eintracht am 20. Spieltag (5.2.12) ihren Namensvetter aus Braunschweig, der nach zwei frühen Chancen der SGE durch einen Konter unverhofft mit 1:0 in Führung ging. Wer das schnelle Gegentor gegen 1860 München noch in Erinnerung hat, dürfte ein Dejavu gehabt haben- wiedermal einen scharfe Hereingabe in den 5m-Raum, die weder Feldspieler noch Torwart abzuwehren wissen. Die Lernfähigkeit scheint diesbezüglich noch ausbaufähig. Bei der Eintracht kamen die Neuzugänge Butscher und Amedick zum Einsatz. Wähend Butscher, (besonders in der ersten Halbzeit) überzeugte, war Amedick noch nicht so auf der Höhe, eine fast schon grottige erste Halbzeit legte dieser hin und der Schnellste scheint er auch nicht wirklich zu sein- auch unter Berücksichtigung, daß der Braunschweiger Kumbela zu den Schnelleren seiner Zunft gehört. Fußballgott Alex Meier verwertet noch in der ersten Halbzeit eine der vielen guten Hereingaben von Butscher zum 1:1 und später eine Ecke von Köhler zum 2:1, welches bis zum Ende der Partie bestand haben sollte.

Während beim Heimspiel gegen Braunschweig deren Fans in Sachen Pyrotechnik voran gingen (Video), war es in Düsseldorf an den Fans der SGE ihre Pyrotechnik-Schattulle zu leeren und zwar in dem Ausmaß,  daß das Spiel sogar später angepfiffen werden musste, siehe dazu die letzten beiden Bilder hier. Apropos Stimmung: Welcher Fantyp bist Du? 

Vom Fallen und Jammern: In Düsseldorf setzt die Eintracht an die Leistung gegen Braunschweig an und kontrolliert mit einem erneut starken Meier große Teile der Partie- ohne jedoch wirklich die ganz großen Chancen herauszuspielen. Eine der Wenigen nutzt Köhler in der zweiten Halbzeit nach einer weltklasse Vorarbeit von Meier zum 1:0 und beinahe, wenn auch vielleicht ein wenig glücklich, aber dennoch nicht unverdient, hätte man die drei Punkte aus Düsseldorf mitgenommen, wäre nicht genau das eingetreten wovor Veh das Wochenende zuvor gewarnt hatte.

Die Eintracht hatte offenbar ihr Glück für diesen Tag aufgebraucht, denn nach einem an Schildenfeld abgefälschtem Schuß an den Pfosten und dem Klären von Rode auf der Linie führt ein strittiger, kurioser und peinlicher Straßstoß dann doch noch zum Torerfolg der Fortunen. Strittig weil er zur Kategorie „Muß man nicht pfeifen“ gehört, kurios in der Entstehenung, weil der Schiri-As(s)i an der Linie mehr gesehen haben will als der Schiri selbst und peinlich, weil dieser eigentlich das Spiel weiterlaufen lassen wollte. Somit lief alles genau nach dem Schema ab, wie Veh es die Woche zuvor thematisiert hatte- nämlich daß Düssedorf einfach dazu neigt, besonders viele Elfmeter zugesprochen zu bekommen und auch generell mit Dauergejammer bei Berührungen jeglicher Art durch den Gegner versuchen auf die Unparteiischen Einfluss zu nehmen. Böse Zungen wähnen, daß der Fisch vom Kopf her stinkt und nehmen Bezug auf Fortunen-Trainer Meier´s Nähe zur Theatralik (<- Videolink). Oft gesehen und immer noch irgendwie… einzigartig. Um es mal freundlich zu formulieren. Während man bei einem Unentschieden mit einer solchen Entscheidung von einem möglichen Punktgewinn auf null rutscht, schmiert man bei einer Führung richtig ab, denn von den möglichen drei Punkten muß man dann zwei liegen lassen. Ärgerlich. Immer noch.

Und weil das alles so war, gab es nach diesem Spiel ein ziemlich starkes Interview (Video), naja, vielleicht eher ein Monolog, des Eintracht-Vorstandsvorsitzendens Bruchhagen, der klar Stellung zu den Vorgängen vor, während und nach dem Spiel bezog. Aber hallo. Ich finde das bewegt sich auf einer Stufe mit den Wutreden von Trappatoni (Video) und Völler (Video) damals.

Eine akustische Nachlese zum Spiel in Düsseldorf wie auch eine Vorschau auf´s Derby gibt es auch hier in der neusten Ausgabe des Eintracht-Podcasts zu hören.

Nach dem Spitzenspiel ist vor dem Derby: Die Eintracht ist aber an diesem Fußballwochende nicht das einzige Team aus Frankfurt gewesen, welches kurz vor Schluß noch ein Gegentor fing. Ebenso erging es dem FSV Frankfurt im Heimspiel gegen den in der Tabelle schlechter postiertem FC Ingolstadt. Vor abgerissener Haupttribühne sah ich bei meinem dritten Besuch in der laufenden Saison am Bornheimer Hang die bisher beste Vorstellung des FSV. Zwar ließ man nach einem vielsprechenden Beginn kurzzeitig nach, kam aber wieder gegen Ende der ersten Halbzeit in die Gänge und bezwang durch ein Tor von Amri den an diesem Tag sonst ganz gut aufgelegtem Keeper Ingolstadts. Auch am heutigen Abend gab es Glühwein, besonders erwähnenswert jedoch, daß ich zum ersten mal im Leben mit gefrorenen Bierschaum zu tun hatte. Ich glaube die -6° von letzter Woche wurden an diesem Abend noch getoppt.

Interessante Rahmenbedingungen für 30€ Eintritt (btw, 2€ teurer als wirklich gute Karten für Eintracht-Spiele gegen Brausnchweig und gar dem Derby, nur mal so…). Durch ein recht dämliches Geggentor kurz vor Schluß reichte es dann doch nicht mehr zum ersten Heimsig seit dem April 2011. FSV-Keeper Klandt, der seinem Team in der Woche zuvor beim MSV Duisburg noch die drei Punkte sicherte, rannte grundlos so weit aus seinem Kasten raus (Video), daß man dieses Tor schon in der Kategorie „Kacktor des Monats“ bei ZwWdF sehen möchte.

Trotz des Gegentores kurz vor Schluß in der letzten Partie, scheint der FSV Frankfurt erstarkt, besonders mit den Neuzugängen im Offensivbereich, Chadli Amri (Mittelfeld) und Ilijan Micanski (Sturm), hat der FSV offenbar ein glückliches Händchen bewiesen, zumal beide bereits Tore geschossen haben und weitestgehend überzeugten. Die Durchschlagskraft der Offensive scheint nunmehr also auch beim FSV hergestellt zu sein, aber dennoch dürfte es nicht zum ganz großen Coup für die Bornheimer im Derby reichen. Gespannt bin ich, ob bis zum Derby Idrissou wieder richtig fit ist, so daß er von Anfang an spielen könnte, um den in den vergangenen beiden Spielen als Stürmer nicht überzeugenden Hoffer ergänzen oder ersetzen zu können.

Wenn es nach Bruchhagen geht, sind für das Derby (Stand Montagabend) bisher 40.000 Karten abgesetzt wurden. Wie ich meine: Erst 40.000 Karten. Ich würde mich freuen, wenn es wenigstens in der Rückrunde zu einem ausverkauften Haus reichen würde, so oft gibt es dieses Derby ja nicht- mal abgesehen davon, daß ein Derby sowieso ratzfatz ausverkauft sein sollte. So ist z.B. zu lesen, daß die Fans des FSV bisher nur 900 Karten in Anspruch genommen haben, wo es im Hinspiel, in dem der FSV Frankfurt allerdings offiziell als Heimmannschaft geführt wurde, fast 5000 waren. Soll ja FSV´ler geben, die den Riederwälder keine müde Mark gönnen und das somit offenbar vor dem Support der eigenen Elf stellen (Seriously?), wie auch die offiziell vorgesehenen Plätze als suboptimal empfinden und sich deswegen eher im Stadion verteilen werden.

Ich jedenfalls freue mich auf´s Derby und ich glaube, daß es dieses mal etwas spannender zugehen wird, als beim letzten mal, als ich vom Auftritt des FSV doch wirklich sehr enttäuscht war, da er sich bis auf eine Chance zu Spielbeginn kaum am Spiel beteiligte. Ich erinnere mich noch an das Hinspiel, wo ich zwar die Tore der Eintracht bejubelt hatte, aber doch irgendwie mit angezogener Handbremse- gleichermaßen gejubelt hätte ich ja vermutlich auch bei einem Tor vom FSV. Aber das mit dem Tore schießen hatte der FSV in der Hinrunde ja generell nicht so im Griff.  Mal sehen, wie es am Samstag-Mittag sein wird. Mein Tipp für das Aufeinandertreffen: Das Imperium gewinnt 3:1.

2 Kommentare

  1. ja, bruchhagen war klasse. ansgar brinkmann saß ja neben ihm und kam kaum zu wort. er hat uns bei seiner buchvorstellung im museum letzten mittwoch bestätigt, dass er den „herri“ noch nie so emotional erlebt hat.
    großartig!
    aber eine kleine korrektur hätte ich noch: bruchhagen ist nicht der präsident der eintracht (das ist immer noch peter fischer) sondern vorstandsvorsitzender der eintracht frankfurt fußball AG.

    ich freu mich auch aufs „kleine“ derby, wenn du lust hast, schau doch mal bei der waldtribüne um 11.45 uhr vor dem museum vorbei.

    • Waaah… Herrgott, natürlich. Shame. On. Me. Gleich mal geändert. (Und ich noch gedacht, daß ich ein solches „Auftreten“ eher dem Fischer zugetraut hätte…). Wegen Museum muss ich mal schauen, ich werde zwischen 10.30 & 11.00 am HBF erwartet- man möchte dort vorher was mit mir trinken.

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